Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch eine der besten Songwriterinnen, die die Branche gerade zu bieten hat.

Seit vier Jahren hat Alma bereits die knallgrünen Haare, die sich neben ihrer Stimme schnell zu ihrem Markenzeichen entwickelt haben. Die finnische Sängerin kennt man hierzulande durch ihren Song "Bonfire", Fans ist auch wegen ihres coolen Stils bekannt. "Ich kaufe viel Vintage. Eigentlich kaufe ich keine teuren Sachen, aber ich habe schon viele Balenciaga-Schuhe und Klamotten", erzählt sie uns beim NOIZZ-Interview in Berlin.

An diesem Tag trägt Alma von Kopf bis Fuß Second-Hand-Kleidung und sieht trotzdem cooler aus, als die meisten Hypebeasts, die auf der Straße vor dem Hotel rumlaufen, in dem wir uns mit der Finnin getroffen haben. "Es ist einfach besser für die Umwelt. H&M und so weiter bleibe ich eher fern", erklärt sie.

"Have You Seen Her?": Ein Album, drei Drops

Und auch musikalisch geht Alma nicht den einfachsten Weg. Ihr erstes eigenes Album "Have You Seen Her?" erscheint in drei Drops, die Songs des ersten Teils wie "Have You Seen Her?" und "Worst Behaviour" sind bereits online. "Der zweite Drop kommt bald", versichert uns die Sängerin. Danach wird es noch eine Single geben, bevor der dritte Teil releast wird und damit das Album komplett ist.

Mehrere Jahre hat die Sängerin an dem Album gearbeitet: "Ich habe mir die Zeit genommen, aber jetzt bin ich bereit." Der Song auf der Platte, der Alma am besten zusammenfasst, ist übrigens ihre neuster Track "Bad News Baby":"Ich schreibe sehr viele solcher Songs für mich, um mich selbst zu ermutigen. Aber das ganze Album bin einfach ich. Wer mich kennt, wird sich die Musik anhören und sagen: Okay, ich verstehe."

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Die Inspiration für die visuelle Umsetzung ihrer Musik findet Alma überall: "Bei Instagram gibt es sehr viele Leute, die mich inspirieren. Meine Freunde wie Charli XCX oder Brooke Candy inspirieren mich ebenfalls. Hier in Berlin gibt es auch so viele coole Leute." Für viele Visuals wie ihre Musikvideos und Cover ist allerdings auch ihre Zwillingsschwester Anna verantwortlich, die mit Alma regelmäßig auf der Bühne steht und Background Vocals singt.

"Wenn ich ein Bild mit meiner Freundin posten will, dann mache ich das"

Nicht nur ihre Schwester ist ein Regular auf ihrem Instagram-Kanal, auch ihre Freundin zeigt die 23-Jährige regelmäßig auf Social Media. "Es ist ganz normal für mich", sagt sie mir, "Ich bin manchmal echt aktivistisch. Wenn es um meine Beziehung geht, mache ich einfach das, was ich machen möchte. Mir ist es egal, ob ich ein Celebrity bin oder irgendwas. Wenn ich ein Bild mit meiner Freundin posten will, dann mache ich das." Trotzdem gibt es für sie im Privatleben auch Grenzen: "Ich würde nie in eine Talkshow gehen und über meine Beziehung reden, diese Art von Promi möchte ich nicht sein. Ich verstecke aber auch nichts, warum sollte ich etwas verstecken, wenn es Teil meines Lebens ist. Für manche Menschen ist das außerdem vielleicht ein sehr starkes Zeichen."

Wenn es nach Alma geht, ist die internationale Musikbranche nämlich noch immer nicht divers genug – so wie der Rest der Gesellschaft eben. "Ich glaube das fehlt überall. Ich sehe keine queeren Menschen, oder Menschen mit Einschränkungen oder People of Color. Ich möchte Chefs im Rollstuhl sehen, ich möchte homosexuelle Chefs sehen", kommt der Aktivismus der Finnin in unserem Gespräch hervor. "Das Internet und Instagram sind ein großartiger Weg um diverse Menschen zu sehen, kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören. Dann merkt man auch, dass wir am Ende alle gleich sind."

Auch wenn auf Social Media mittlerweile mehr Gleichberechtigung und Visability herrscht, muss sich die Sängerin in der Musikbranche noch immer mehr beweisen, weil sie eine Frau ist. Alma kann den sexistischen Ruf des Business bestätigen: "Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass ich nicht ernstgenommen werde, weil ich eine junge Frau bin. Ich musste mich definitiv beweisen, gerade bei ein paar älteren Typen aus der Branche. Es kann wirklich nervig sein, wenn du siehst, wie einem Typen im selben Alter begegnet wird und – wie sehr man sich als Frau doch immer noch beweisen muss."

Eine Songwriterin vor dem Herrn

Bewiesen hat sich Alma nicht nur mit ihren eigenen Songs, sondern auch mit ihrer Zusammenarbeit mit Miley Cyrus, mit der sie 2019 mehrere Songs geschrieben hat. "Sie ist wirklich genauso, wie man sie von Social Media kennt", schwärmt die 23-Jährige. Ihre liebsten Songs, die sie mit der Amerikanerin geschrieben hat sind "Slide Away" und "Mother's Daughter", wie sie uns verrät. An dem Song "Cattitude" mit RuPaul und "Don't Call Me Angel" featuring Ariana Grande und Lana Del Rey hat sie ebenfalls mitgearbeitet. Gerade gibt es im Netz zwar Gerüchte, dass Miley und Alma bald auch gemeinsam singen werden – die will uns die Finnin allerdings nicht offiziell bestätigen.

Dass Alma so oder so eine Meisterin der Kollaborationen ist, das zeigt ihre Discografie. Mit Charli XCX, Tove Lo, French Montana und Kim Petras hat sie bereits zusammengearbeitet, nur von einer Kollabo mit einer Künstlerin träumt die Sängerin noch: "Ich möchte gerne mal mit Sia zusammenarbeiten – aber nicht für sie schreiben, sondern mit ihr."

Gewinne ein signiertes, selbstgestaltetes Shirt von Alma!

Übrigens: Während unseres Interviews hat Alma für einen glücklichen Fan ein exklusives Merch-Stück designt, dass du gewinnen kannst. Passend zu ihrer neusten Single "Bad News Baby" hat die 23-Jährige ein T-Shirt mit Graffiti-Print gestaltet, dass es so nur ein einziges Mal auf der Welt gibt! Du hast Bock das signierte Shirt von Alma zu gewinnen? Dann schicke uns bis zum 16. Dezember 2019 eine E-Mail mit dem Betreff "Alma" und deinem Namen und deiner Adresse an info@noizz.de. Viel Glück!

Alma mit dem selbstgemachten Merch, den du gewinnen kannst
Foto: / Noizz.de

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Quelle: Noizz.de