So gehen Capital Bra, LX187, Maxwell187 und Co. mit den Leaks um.

Wie schlimm das sein muss: Da arbeitet man monatelang an einem Album, steckt alle Energie und Gelder in einen festen Promoplan, der auf ein festes Release-Date abgestimmt ist, und erfährt dann plötzlich aus dem Nichts, dass das Album schon im Netz ist und von irgendeiner unbekannten Person illegaler Weise hochgeladen wurde. Komischerweise haben gerade in den vergangenen Wochen drei deutsche Musiker aus der obersten Liga genau das durchmachen müssen: erst Maxwell und LX von der 187 Straßenbande, dann Rammstein und jetzt Capital Bra. Aber was genau ist eigentlich so schlimm daran?

>> Capital Bras Album "CB6" wurde geleakt

Das ist Capis bisheriges offizielles Statement, veröffentlicht auf Instagram. Sein Album wird bereits diesen Freitag erscheinen – zwei Wochen früher als geplant. "Ich muss es vorziehen, damit die Überraschung nicht weggeht."

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Das eigentliche Problem an Leaks ist, dass den Künstlern so unzählbar viele Streams auf Spotify und Co. verloren gehen und dadurch natürlich jede Menge Geld und im Zweifelsfall auch eine gute Position in den Charts.

Als Label oder Künstler hat man quasi keine Chance, illegale Links offline zu nehmen oder das Ganze irgendwie zu bremsen. Solche Leaks verbreiten sich wie Lauffeuer und schnell werden aus einem einzigen Dropbox-Link hunderte. Jeder Tag, an dem die Leaks weiter im Umlauf sind und das eigentliche Release noch nicht offiziell veröffentlicht ist, kostet Unsummen. Mal anders ausgesprochen: Wenn man nicht schnell genug reagiert und sein Album offiziell online stellt, kann das schnell eine wirtschaftliche Katastrophe werden.

Deshalb hat Capi sofort mitgeteilt, dass das Album am nächsten Freitag pünktlich um 00:00 nachts erscheint – also direkt zu Beginn der nächsten Chartwoche. Das ist einfach effektive Schadensbegrenzung.

Rammsteins neue Single "Deutschland" hat das Licht der Welt ebenfalls auf illegalem Weg erblickt. Bereits einige Tage vor offiziellem Release war das Lied im Netz zu finden. Im Vergleich zu Capi war das allerdings weniger schlimm für Rammstein. "Deutschland" kam mit einem bombastischen Video um die Ecke und hat den Großteil seiner Aufmerksamkeit auch dadurch erreicht. Glück im Unglück.

Bei LX und Maxwell 187 wurden gleich mehrere Songs ihres kommenden Albums "Obststand 2" geleakt – schon vor Monaten. Die beiden haben das scheinbar einfach hinnehmen müssen. Die entsprechenden Lieder werden jetzt als Zusatz-EP in ihrer Deluxe-Box erscheinen und auf dem eigentlichen Album nicht mehr zu finden sein. Im Prinzip ist da also einfach eine gute Handvoll Songs in den Sand gesetzt worden. Das ist schon heftig.

Wer genau der Übeltäter ist, lässt sich eigentlich nie wirklich sagen. Im professionellen Musikbusiness wird neue Musik immer schon im Vorfeld an Presse und Medien verschickt, und geht natürlich auch während der Produktion schon durch etliche Hände. Ein bisschen scheint es so, als würde das Risiko des Leaks einfach zum Geschäft gehören. In den USA ist das natürlich auch nicht anders: Zuletzt wurde beispielsweise das Album "Dummy Boy" von Tekashi69 geleakt, dessen Label nicht schnell genug reagierte und im Endeffekt nur auf Platz 2 der Charts landete.

>> Streaming vs. CD: Warum Capital Bra nicht erfolgreicher ist als die Beatles

Quelle: Noizz.de