Childish Gambino bekommt Konkurrenz für das Video des Jahres.

Wie du vielleicht mitbekommen hast, haben Beyoncé und Jay-Z am Wochenende ohne Vorankündigung ihr gemeinsames Album „Everything Is Love“ gedroppt – einfach so nach ihrer zweiten Londoner Show im Rahmen der „OTR II“-Tour. Gleichzeitig mit der Platte, die inzwischen auch auf Spotify verfügbar ist, erschien das Video zur Single „Apeshit“. Dieses ist so vollgepackt mit Referenzen, dass sogar die New York Times einen großen Artikel über all die Anspielungen geschrieben hat. Hier sind die spannendsten Fakten rund um das Video:

1. Der Song ist ein All-Star-Projekt

Ricky Saiz hat bei „Apeshit“ Regie geführt. Er war unter anderem auch für Beys Video zu „Yoncé“ verantwortlich und ist einer der kreativen Köpfe hinter dem Hype-Label Supreme. Beyoncés Rap-Part haben Offset und Quavo vom Rapper-Kollektiv Migos mitgeschrieben (Im Netz ist sogar ein Migos-Demo aufgetaucht) – man hört Quavo sogar ganz leise mitrappen. Achja, Pharrell Williams hat den Song produziert und auch mitgeschrieben!

2. Beyoncé und Jay-Z haben den LOUVRE gekriegt!!!

Und das ist ziemlich symbolisch, denn der Louvre steht im geschichtlichen Zusammenhang für weiße Vorherrschaft mit überwiegend weißer Kunst. Darauf habe sie direkt schwarze Tänzer in diesen unglaublich kolonialen Raum platziert – Queen B tanzt zum Beispiel direkt vor einem Gemälde, auf welchem der hegemoniale Herrscher Napoleon Bonaparte seine Frau zur Kaiserin krönt. Sie haben den Louvre sozusagen neu kolonialisiert.

Beyoncé ist übrigens nicht die erste, die das macht – ihre kleine Schwester Solange hat sich für ihre „An Ode to“-Performance mit schwarzen Künstlern im New Yorker Guggenheim-Museum ausgetobt – das Museum für Moderne Kunst hat einen ähnlichen weißen Ruf wie das Louvre.

3. Es ist eine unglaubliche Fusion aus Black History und Kunstgeschichte

Jedes Kunstwerk, das im Video gezeigt wird, taucht nicht zufällig auf, sondern ist immer eine Anspielung auf das Leben der Carters oder auf einen bestimmten Teil Schwarzer Geschichte. Alleine dass Beyoncé komplett in weiß in Gestalt von Nike, die Göttin des Sieges, tanzt, ist ein großartiger Clash aus weißer Kunst und schwarzem Stolz.

Später stehen sogar schwarze Männer auf einem Knie vor dem Louvre – ein Bekenntnis zu schwarzen American-Football-Spielern, die während der amerikanischen Hymne vor NFL-Spielen hingekniet haben und dafür harsche Kritik von US-Präsident Donald Trump erhalten haben.

4. Beyoncé ist die Mona Lisa unserer Zeit

Der erste Shot des Duos zeigt die beiden vor einem der wichtigsten Kunstwerke überhaupt: Leonardo Da Vincis „Mona Lisa“. Sowohl die Komposition, in der das Bild angelegt ist, als auch die Körpersprache der Carters zeigt: Beyoncé und Jay-Z sehen sich auf einer Ebene mit der legendären Kunstfigur. Bey ist tatsächlich eine der erstaunlichsten Künstlerfiguren der Gegenwart – nur eben nicht in der bildenden Kunst, sondern in der Popkultur.

Eine Kunstgeschichte-Studentin hat in diesem Twitter-Thread all ihre Einsichten zusammengefasst. Denn es gibt ziemlich viele kunstgeschichtliche Anspielungen.

5. Mister und Mrs. Carter haben das Louvre in den vergangenen 10 Jahren viermal besucht.

Das bestätigte ein Mitarbeiter des Museums in einer Stellungnahme gegenüber dem US-Magazin „Vulture“. Einen dieser Besuche im Jahr 2014 haben sie auch in den sozialen Medien dokumentiert. Das Paar steht genau wie im „Apeshit“-Video vor der Mona Lisa.

Der Sprecher des Louvre erklärte zudem, dass Beyoncé und Jay-Z bei ihrem letzten Besuch im Mai ihre Video-Idee dem Museum vorgestellt hatten. „Die Deadlines waren sehr eng angelegt, aber der Louvre war sehr schnell davon überzeugt, weil ihr Plan eine große Zuneigung zu dem Museum und seinen geliebten Kunstwerken zeigte.“

6. Auch du kannst den Louvre mieten.

Das wird dich laut der New York Times etwa 15.000 Euro kosten. Denn Bey und Jay sind nicht die einzigen, die das legendäre Museum für einen Tag übernommen haben. Etwa 500 Shootings und Drehs findet im Louvre jedes Jahr statt.

7. Offensichtlich haben Bey und Jay ihren Ehestreit beigelegt.

Eine Passage rappt Jay-Z vor dem Gemälde „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault. Es handelt von dem Schiffbruch der „Medusa“ mit 150 französischen Soldaten an Bord an der sengealesischen Küste. Die handvoll Männer, die überlebten, bauten ein Floß aus den Masten der „Medusa“. Am Ende überlebten nur 15 Menschen aufgrund von Kannibalsimus – deren hoffnungsvoller Blick ist auf dem Gemälde abgebildet.

Auch die Ehe von den Carters hat einen schweren Sturm hinter sich. Der 48-Jährige hat seine Gattin mit mehreren Frauen betrogen, was die Sängerin auf ihrer letzten LP „Lemonade“ offengelegt hat. Vor einem Jahr erschien Jay-Zs Antwort auf „4:44“, worauf der Rapper Reue zeigt und Beyoncé zukünftige Treue verspricht. „Everything Is Love“ und auch die gemeinsame Tour können als großes Liebeszeichen gesehen werden. Nicht umsonst halten die beiden in „Apeshit“ die ganze Zeit Händchen.

8. Das Paar ist so ikonisch, es braucht einfach niemanden mehr.

Auch der Text ist eine Manifestation des größten Pop-Ehepaars, das es grade gibt. Bey und Jay inszenieren sich gleichzeitig als große Outsider der Elite (wie sie das öfter tun), singen aber auch „Can’t believe we made it“. Die Zeile von Jay-Z "I said no to the Super Bowl: You need me, I don't need You" sagt aus, dass sie eine so große Community haben, dass sie auf niemanden mehr angewiesen sind. Nichtmal die Grammys, die später auch kurz erwähnt werden. Deshalb kann das Paar etwa ihre Alben auf ihrem eigenen Streamingdienst Tidal exklusiv veröffentlichen und für die ersten 24 Stunden sonst nirgendwo. Denn niemand kann ihnen im Moment das Wasser reichen.

9. Die Community rastete natürlich total aus.

Hier lassen wir einfach ein paar Tweets sprechen:

Quelle: Noizz.de