Denk mal drüber nach.

Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan haben sich vor zwei Wochen aus der royalen Familie verabschiedet. Also mehr oder weniger: Die beiden haben ihre royalen Pflichten weitestgehend aufgegeben, wollen nicht länger von Steuergeldern leben. Auch ihren Wohnsitz wollen sie nicht mehr nur in England, sondern auch in Meghans Wahlheimat Kanada haben.

Dieser Schritt ist für die meisten wohl wenig überraschend: Schon vor der Hochzeit und der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Archie wurde vor allem Meghan von der internationalen Klatschpresse durch den Schmutz gezogen. Bei Harry weckte das wohl unschöne Erinnerungen daran, wie die Medien das Leben seiner Mutter bis zur letzten Sekunde bestimmten.

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>> Harry und Meghan Markle verlassen die Royal Family

Wieso die flauschige Blase des royalen Lebens verlassen?

"Als Meghan und ich geheiratet haben, waren wir aufgeregt, hoffnungsvoll und wir wollten etwas Sinnvolles tun ... Deshalb macht es mich traurig, dass es so weit gekommen ist", äußert sich Harry nun erstmal öffentlich zu dem "Megxit", wie die Entscheidung bereits genannt wird.

Sie hätten sich das Ganze anders vorgestellt, sagte Harry. Die Entscheidung, sich von ihrer Rolle zurückzuziehen, hätten sie nicht leichtfertig getroffen. Ihre Hoffnung sei es gewesen, die bisherigen Aufgaben für die Queen, das Commonwealth und das Militär fortzuführen, aber dabei auf öffentliche Gelder zu verzichten. "Leider war das nicht möglich", erklärt der 35-Jährige.

Obwohl die Queen verständnisvoll reagierte, verkündete der Buckingham-Palast am Wochenende bereits Konsequenzen für das Paar: Harry und Meghan werden sich demnach nicht länger "Königliche Hoheit" nennen, keine offiziellen Aufgaben für die Queen mehr übernehmen und das Geld für die Renovierung ihres Wohnsitzes zurückzahlen. In Kraft treten sollen die Maßnahmen im Frühling. Seine Schirmherrschaften behält der Prinz aber weiterhin.

In der Presse wird die Entscheidung der beiden heftig diskutiert. Manche befürworten es, dass Harry für die Sicherheit und Gesundheit seiner Frau und seines Sohnes einsteht. Schließlich musste er als junges Kind am eigenen Leib erfahren, wie negativ sich die öffentliche Wahrnehmung einer Person auf das eigene Leben auswirken kann. Andere, wie Meghans skandalgeiler Vater Thomas Markle, werfen dem berühmten Pärchen schon fast die Zerstörung der Monarchie vor. "[Das britische Königshaus] ist eine der bedeutendsten, ältesten Institutionen überhaupt, die sie jetzt zerstören. Sie werten sie ab, machen sie schäbig", wettert der 75-Jährige, der sich mit persönlichen Infos über seine Tochter immer wieder in die Medien drängt.

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Aber, warte mal: Hat Prinz Andrew nicht möglicherweise Teenager vergewaltigt?

Egal auf welcher Seite ein jeweiliges Medium oder eine Person ist, es wird wahnsinnig viel gerade über Meghan und Harry geredet. Als wäre in den letzten Jahren nie etwas spektakuläreres, etwas skandalöseres passiert, als der "Mexit". Doch Moment Mal, da war doch etwas: Die Causa Prinz Andrew. Der Sohn der Queen scheint der aktuellen Beweislage nach ein guter Bekannter des Missbrauchstäters Jeffrey Epstein gewesen zu sein. Er soll nach Angaben eines angeblichen Opfers als berühmter Lockvogel gedient haben und selbst an der Zwangsprostitution junger Mädchen teilgenommen haben.

>> Prinz Andrew soll Lockvogel für Epsteins Missbrauchs-Opfer gewesen sein

Drei Mal soll Virginia Giuffre nach eigenen Angaben zum Sex mit dem Royal gezwungen worden sein, zweimal davon als Minderjährige. "Es dauerte nicht sehr lange, das ganze Prozedere. Es war ekelhaft", sagte sie 2019 in einem Interview mit dem "BBC". Der Prinz bestreitet weiterhin, die junge Frau missbraucht zu haben, obwohl ein gemeinsames Bild auf das Gegenteil hindeutet.

Trotzdem scheint sich die Öffentlichkeit ziemlich schnell damit zufrieden gegeben haben, dass der angebliche Lieblingssohn von Queen Elizabeth II. mit einem Scheusal wie Jeff Epstein zu Gange war. Klar, das ist vielleicht schon ein bisschen Whataboutism, aber sollten wir uns nicht fragen, warum die royale Berichterstattung so unverhältnismäßig ausfällt, dass nun jede Seite mit Meghan und Harry gefüllt ist und keine mehr mit Prinz Andrew? Schließlich ist Andrew auch nur zwei Ränge hinter Harry in der britischen Thronfolge.

Rassismus und Missgunst: Meghan Markle vs. die britische Presse

Gefühlt kann man es den Menschen, die sich gerade im Internet über Meghan und Harry aufregen, schon fast gar nicht verdenken. Wenn man sich mal ansieht, wie in den letzten Monaten über die beiden berichtet wurde, dann wurde gerade Meghan von "The Sun, "Daily Mail" und Co. als ultimatives Feindbild im Königshaus auserkoren. Die britische Öffentlichkeit wurde regelrecht gebrainwasht: Kate gut, Meghan böse. "BuzzFeed News" hat in einer Gegenüberstellung gut verdeutlicht, dass die ehemalige Schauspielerin einfach nichts richtig machen kann, alles was sie tut, wird negativ ausgelegt. Meghan mag Avocados? Wie kann sie nur, Avocados sind für Menschenrechtsverletzungen und Wasserknappheit verantwortlich. Kate hat durch Avocados keine Morgenübelkeit mehr? Gott sei Dank!

Harry und Meghan haben selbst bereits öffentlich gemacht, dass sie glauben, von der britischen Presse ungerecht behandelt zu werden, seit ihre Beziehung bekannt wurde. Von rassistischen Untertönen ist die Rede, die sich in vielen Schlagzeilen über die 38-Jährige finden lassen. Sie würden außerdem mit anderem Maß gemessen werden, als Kate und William. Die aktuelle News-Lage scheint genau das zu bestätigen.

>> Prinz Andrew: Angebliches Epstein-Opfer beschuldigt ihn in neuem BBC-Interview

[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de