... kein Silvester ohne meine Rotkäppchen-Flasche!

Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass die Wahl der richtigen alkoholischen Getränke sehr entscheidend ist für a) deinen Zustand am selbigen Abend und b) den Kater am nächsten Tag. Ein Drink hat sich in meiner anerkannten Feldstudie im Eigenversuch sehr bewährt: der gute alte Sekt.

Er macht dich gut angetüdelt, aber nicht zu doll. Da er auf Wein basiert, macht er nie einen richtig fiesen Schädel am nächsten Tag. Okay, auch ich habe mit Sekt schon einmal maßlos übertrieben und mich in ein echtes Delirium getrunken: Der Kater war dann, aber gar nicht mal so schlimm.

Ja, ich weiß, klingt total langweilig. Aber selbst bei einem vermutlich eher schnöden, feinperligen Weingetränk gibt es immense Unterschiede. Ich klammere hier Cremant und Champagner explizit aus, denn sie reichen nicht an einen Sekt heran – auch wenn ich gegen ein Gläschen dieser Getränke auch keine wirklichen Einwände habe.

Mild, halb-trocken, trocken, extra trocken, herb, extra-herb, naturherb – da fängt es schon an. So vielseitig! Hinzu kommen weißer Sekt, Rosé und die Königsklasse: Rubin.

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An dieser Stelle eine kleine Sektkunde – und Gründe für die beste Sektsorte, die es überhaupt gibt

Das Wort "Sekt" kommt vom lateinischen Wort "siccus" – klingt besoffen, heißt aber soviel wie "trocken" und ist vor allem in Deutschland und Österreich die Bezeichnung für einen sogenannten Qualitätsschaumwein. Es gibt bei uns richtige Gesetze, die bestimmen, ab wann sich etwas Sekt nennen darf. Kein Scherz jetzt. Auch das macht Sekt so großartig und verlässlich. Sekt ist richtig Alman.

So muss der Alkoholgehalt mindestens zehn Prozent betragen, der Grundwein und die Dosage, also das mit dem man den Sekt am Ende seines Herstellungsprozesses wieder auffüllt – denn bei der Lagerung verliert der Sekt dank der Gärung und Kohlensäure an Flüssigkeit – müssen aus demselben Anbaugebiet stammen. Darüber hinaus darf Sekt nur in einer mit einem pilzförmigen Verschluss versehenen Glasflasche verkauft werden. Wenn der Verschluss geräuschvoll aufploppt, klingt das für mich nach Feiern. Das Drahtgestell, das den Korken an seinem Platz hält nennt man übrigens "Agraffe". Thank me later für dieses Klugscheißer-Wissen.

Die Herstellung von Sekt an sich ist aufwendig und kompliziert, bis 1970 gab es ein Staatsmonopol, sodass nur Kellereien Sekt produzieren konnten. Dass führte dazu, dass es nirgendwo so viele Sektmarken gibt, wie hierzulande. Trotzdem teilen sich am Ende nur einige wenige große Hersteller den Markt. Und egal ob jetzt, Marktführer Rotkäppchen, Freixenet, Mumm oder Aldi-Eigenmarke, jeder ist solide. Man kann nicht verkehrt machen.

Ich selbst präferiere bei diesem einzigartigen Getränk mit krasser Historie halbtrockenen Sekt, am liebsten aus Rotweinbasis, also Rubin. Denn dieser hat erstens im Glas nicht nur eine überaus erhabene dunkelrote Farbe im Glas, sondern hat genau die richtige Balance aus süffig, fruchtig und leicht.

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Denn gerade wenn sich das Jahr dem Ende neigt, wird immer klarer, dass Sekt das ideale alkoholische Getränk ist. Wenn wir uns den Bauch mit fettigem, leckerem, aber leider auch viel zu vielem Essen vollschlagen, kommt ein leichter Sekt gerade richtig. Er ist spritzig und drängt sich nicht auf, anders als ein lieblicher Wein oder ein Aperol. Der leicht herb-traubige Geschmack von Sekt passt zu jedem Essen.

Außerdem hat Sekt einfach sehr viel mehr Klasse, als andere alkoholische Getränke. Das Glas, aus dem man trinkt, sieht einfach immer elegant und classy aus. Es gibt die Tulpe, die Flöte oder die Königsklasse, die Schale. Nur in diesen Gläsern kann sich der volle Geschmack und die Kohlensäure entfalten. Auch hier eindeutig, was ich am besten finde: Die Schale, für ein bisschen mehr Gatsby in deinem Leben. Niemals sonst kannst du dir so einfach die Illusion von Glamour und aufregendem Leben aufrecht erhalten.

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Bei mir gibt es schon lange keine Festtage zwischen den Jahren mehr ohne Sekt. Also Schluss mit der aufwendigen Suche nach irgendwelchen aufwendigen, perfekten Drinks. Bleib einfach classy bei einem einfachen Gläschen Sekt. Wenn du willst, auf Eis. Cheers!

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  • Quelle:
  • Noizz.de