"100% Whopper-Geschmack, 0% Beef", bewirbt Burger King seine vegetarische Burger-Alternative. Doch im Gegensatz zu Konkurrenten wie KFC oder McDonald's haben sie es noch nicht mal hinbekommen, den Burger komplett vegan zu machen – auch so ganz vegetarisch ist er nicht. Wir haben getestet, ob er dennoch schmeckt.

Seit Herbst 2019 ernähre ich mich vegetarisch, aus Klimaschutzgründen. Manchmal wünsche ich mir noch immer, einfach heimlich ein Fischstäbchen in die Pfanne zu hauen oder beschämt einen Chickenburger bei McDonald's zu bestellen. Dabei gibt es reichlich viele pflanzliche Alternativen, die den Geschmack von Fleisch nachahmen zu versuchen. So auch der "Rebel Whopper" von Burger King.

"100% Whopper-Geschmack, 0% Beef", das verspricht der Fastfood-Riese. Nun gut, denke ich mir. Ich war zwar noch nie ein Fan von dem dünnen, labbrigen Whopper-Fleisch, das sich anfühlt wie drei Tage liegengeblieben, doch genau aus diesem Grund freue ich mich auf den "Rebel Whopper". Der verspricht mir alles gute vom Whopper – ohne das Fleisch, das ich sowieso ungeil finde.

Was ist der "Rebel Whopper"?

Den Rebel Whopper gibt es seit Ende 2019 für 4,99 Euro und beinhaltet einen Soja-Patty von der niederländischen Firma "The Vegetarian Butcher". Der Burger stand letztlich allerdings ziemlich in der Kritik, denn trotz Burger Kings Bemühungen, einen veganen Patty herzuzaubern, haben sie trotzdem nicht-vegane Mayonnaise auf den Burger gehauen und braten ihn dazu noch auf denselben Platten, wie ihren normalen Whopper. Somit ist der Burger nicht vegan und auch nur mit zwei zugedrückten Augen wirklich vegetarisch.

Meine Toleranz für die fleischigen Fauxpas Burger Kings ist dennoch groß genug, um den Burger zu bestellen. Ich habe unfassbar Hunger und wiege voller Vorfreude den warmen Burger in Papier gewickelt in meinen Händen.

Der "Rebel Whopper" von Burger King

Und wie schmeckt der "Rebel Whopper"?

Als ich meine Nase an den Burger halte, nehme ich den überwiegenden Geruch von Ketchup und der famosen un-vegane Mayo war. Ich tippe kurz auf den Patty, der täuschend echt aussieht. Schließlich, als meine Neugier kein Hinauszögern mehr duldet, beiße in den Burger rein und schmecke … nichts.

Der "Rebel Whopper" von Burger King

Nein, das ist eine Lüge. Ich schmecke eine Tomate, luftiges Weißbrot und den leicht süßsauren Geschmack von Ketchup. Doch der Patty? Keine Ahnung, ob der überhaupt gerade dabei war. Ich reiße ein Stück von dem Patty ab und koste ihn einzeln. Und es ist so, als würde man nichts essen; als würde man ein Nichts essen, dass allerdings merkwürdigerweise die Textur von einem Rinderpatty hat.

Denn das muss man dem Patty wenigstens lassen, er sieht aus und fühlt sich an wie richtiges Fleisch. Doch er schmeckt nicht so, er schmeckt nach absolut gar nichts.

Der "Rebel Whopper" von Burger King

Was hätte Burger King besser machen können?

Vielleicht hätte Burger Kings Anspruch nicht sein sollen, den "Rebel Whopper" wie einen "Whopper" schmecken zu lassen, sondern den "Rebel Whopper" nach irgendwas schmecken lassen. Dazu kommt noch, dass der "Rebel Whopper" durch seine vielen vegetarischen Kompromisse nicht geiler wird. Die Mayo macht den Burger zwar un-vegan, doch nicht leckerer, die vermutlich übrig-gebliebenen Fleisch-Fette auf dem Patty entfernen ihm vom vegetarischen Ideal, sind aber auch kein positiver Geschmacksträger. Das Einzige, was den Burger geiler machen würde, ist ein Patty, das nach etwas schmeckt.

Doch man muss auch fair sein, das volle Fastfood-Gefühl hast du mit dem "Rebel Whopper" trotzdem. Es fühlt sich so an, als würdest du einen Burger essen, während du nebenbei knusprige Pommes isst und von deinem viel zu süßen Milkshake sippst. Doch das Geschmackserlebnis? Das haben Konkurrenten McDonald's mit ihrem "Big Vegan TS" und KFC mit ihrem "Kentucky Fried Vegan" schon um einiges besser hinbekommen.

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Quelle: Noizz.de