So wie sich die Welt nach den Anschlägen vom 11. September für immer veränderte, wird die Pandemie in der wir uns befinden unsere Welt auch nachhaltig ändern. Aber wie sieht es mit Veränderungen an uns selbst aus? Was durchleben wir und wie verändern wir uns grade durch die Corona-Pandemie und Isolierung? Ohne die Situation zu romantisieren, haben wir versucht, einen anderen Blick auf die Dinge zu werfen.

https://www.gettyimages.de/detail/foto/close-up-shot-of-face-with-mask-on-lizenzfreies-bild/1216699090?adppopup=true

Kein Druck sich mit Menschen treffen zu müssen

Für manche introvertierte Menschen, die wirklich gern alleine sind, ist die Quarantäne und Isolation eine glückliche Sache. Das "sich-aus-dem-Haus-zwingen", so gerne man seine Freunde auch hat, fällt derzeit weg. Während andere, eher extrovertierte Menschen grade wirklich leiden und ihre Night-Outs vermissen, leben derzeit extrem Introvertierte ihr bestes Leben in ihren vier Wänden, und beschäftigen sich wie sonst auch gern mit sich selbst.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Endlich keine "FOMO" mehr

Wir kennen es alle: Wenn man vor der Pandemie vergessen hat, für Freitag- oder Samstagabend etwas zu planen, hat man sich furchtbar geärgert, wenn man in den sozialen Medien gesehen hat, wer schon wieder ein tolles Wochenendprogramm hatte, während man selbst faul auf der Couch gelegen hat. Jetzt kann leider niemand mehr einen Freitagabend im Club oder in einer Bar planen, da sowieso jede*r am Wochenende auf seiner Couch rumhängt. Damit fällt "FOMO", ("Fear of Missing Out") also die Angst, etwas jetzt im Moment zu verpassen, was andere erleben, weg.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Seinen "echten" Style finden

Das trifft auch auf mich persönlich zu. Seit ich in Quarantäne und kaum mehr in Gruppen unterwegs bin, hat sich mein Style verändert. Nicht dass ich vom "Soft-Girl-Look" auf den "Billie Eilish-Look" umgeschlagen bin, aber ich habe den Kopf viel freier, weil ich niemand gefallen und nirgends dazugehören muss. Ihr kennt sicher die Memes, auf denen Mädchen- oder Jungsgruppen alle fast identisch angezogen sind, solche Phänomene entstehen vermutlich meistens, wenn man in einer Gruppe ist, und in jener Gruppe ein gewisser Druck oder Zwang herrscht.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Da der Mensch scheinbar in den meisten Fällen darauf ausgerichtet ist, sozial zu sein, dazuzugehören und akzeptiert zu werden (hat sich die Evolution so überlegt, damit wir überleben) passen wir uns oft unserem Umfeld an, im Extremfall sehen irgendwann alle aus einer Gang ziemlich ähnlich aus. Da aber Freundesgruppen zu Zeiten von Corona wegfallen, fallen auch diese Zwänge weg. Und Ta-da: Da erscheint unser echtes Ich mit unserem eigentlichen Style. Auch in Dingen Make-up beobachte ich über Instagram bei Freundinnen, dass sie viel mehr ausprobieren – bunter Eyeliner, Festival-Looks und so weiter. Viele Färben sich derzeit auch die Haare, vermutlich weil sie in ihrem Safe-Space sind und Live-Reaktionen eigentlich wegfallen.

>> Konsum vs. Nachhaltigkeit: Der Creative Director von Extra Butter im Interview über vegane Sneaker

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Sich im Park treffen und spazieren gehen – ohne Instastory

Was vor fünf Monaten noch der Kurztrip nach Lissabon war, ist heute der lange Spaziergang durch den städtischen Park.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Obwohl es erlaubt ist, sich mit wenigen Personen draußen zu treffen, weiß ich von vielen Freund*innen, dass sie ihre Treffen nicht auf Social Media teilen, aus Angst verurteilt oder angefeindet zu werden. Natürlich ist es berechtigt, sich darüber aufzuregen, aber beleidigende Anfeindungen gehen zu weit. Daher treffen sich viele lieber ohne davon was zu posten. Was früher immer dazugehört hat, wird jetzt zum Tabu. Auch die Art uns zu verabreden hat sich verändert, vor der Pandemie hat man sich gern in Cafés oder Restaurants verabredet. Jetzt entdeckt man alle möglichen Parks in seiner Gegend, geht auf lange Spaziergänge und schätzt sein Umfeld und den Kiez vielmehr als zuvor. Auch simple Aktivitäten wie Fahrradfahren genießen wir viel mehr.

>> Innovationen zu Zeiten der Klimakrise: Kann Nike diese Herausforderung meistern?

  • Quelle:
  • Noizz.de