Es ist langweilig und frauenfeindlich.

Früher fand ich es toll, wenn mir ein Junge gesagt hat: „Du bist nicht wie die meisten Mädchen!“ Für mich hieß das, ich bin ihnen überlegen in meiner Art. Wenn ich das gleiche Kompliment heute bekomme, stehe ich auf und gehe.

Erstens kann man sich darüber streiten, ob man erwachsene Frauen als Mädchen bezeichnen soll, aber geschenkt. Ich nenne meine Freundinnen ja auch Mädels, und meine Freunde sind eben Jungs.

Was mich an diesem Möchtegern-Kompliment wirklich stört, ist der Fakt, dass damit alle anderen Frauen schlecht gemacht werden. Und das brauche ich nicht, um mich gut zu fühlen.

Alle anderen Frauen in meinem Leben sind auch starke, witzige, intelligente Menschen. Warum sollte ich also anders sein wollen? Ich möchte genau so einfühlsam sein wie meine beste Freundin, genau so zielstrebig wie meine Kollegin und sowieso in allem so sein wie meine Mutter.

Ich glaube gar nicht, dass das Kompliment böse gemeint ist und das soll auch keine Debatte über Feminismus sein, aber das Kompliment ist halt einfach scheiße. Denn es macht nicht nur (unabsichtlich) andere Frauen schlecht, es zeigt auch, dass der Typ mich kaum kennt.

Wie langweilig ist denn der Spruch auch. Fällt dir nichts zu mir persönlich ein? Sag doch was über meinen sarkastischen Humor oder darüber, dass ich nur ein Grübchen habe, wenn ich lache. Aber wenn ihm nicht mal einfällt, was mich anders macht, dann kann er es auch gleich lassen.

Also, Jungs: Gebt euch etwas mehr Mühe, und Mädels, seid etwas kritischer, vielleicht ist der nächste Kerl dann auch nicht wie „all die anderen“...

Quelle: Noizz.de