Die Nägel länger als die Shorts, Baby gib ihm? Das haben sich die Agenten von Shirin David wohl anders gedacht. "Zieh dich an", hat man ihr anscheinend geraten – sonst hätte sie es schwer, musikalisch ernstgenommen zu werden. Shirin trotzt. Gehört das zum neuen Image?

Sex sells: ein Marketingkonzept, das nach wie vor zu funktionieren scheint. Wer die Musikvideos von Shirin David sieht, könnte vermuten, dass genau diese Strategie dahintersteckt. Die Sängerin zeigt sich meist in Bademode, Lingerie und zeigt stolz ihre Kurven. Frei nach dem Motto: "Jede Frau darf tragen, was sie will!" Anscheinend sind es aber nicht die Agenten, die sich ein Sex-Sells-Konzept überlegt haben und Shirin in knappe Outfits stecken. Im Gegenteil. In einem Interview mit dem "Spiegel" meint Shirin nun: "Meine Agenten sagen: 'Zieh dich an!'" Und was macht Shirin? Sie trotzt – und die Image-Glocke schlägt Alarm.

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Die neue Shirin, die Tracks mit Haftbefehl macht

Alles, was Shirin macht, sagt und tut, ist durchdacht. Ihre Chartplatzierung krönen ihre Strategie und beweisen, dass ihr Erfolgsplan funktioniert. Genau das zeigen die Aussagen in dem kürzlich erschienenen Interview mit dem "Spiegel". Die Sängerin wurde unter anderem gefragt, ob sie aktuell mehr "Shirin", die dominante Persönlichkeit, oder "Babsi", die bravere, sei. Damit beziehen sich die Autor*innen auf einen Instagram-Post, den sie vor vielen Wochen veröffentlicht hatte. Dabei schreibt die Sängerin "60 Prozent Shirin und 40 Prozent Babsi" zu sein – wobei sich Babsi auf ihren bürgerlichen Namen "Barbara" bezieht. Nach Aussagen der Sängerin dominiert aktuell wohl die "dreistere" Seite, die "Shirin".

Chapeau! Neues geiles Album, neues geiles Image – wie von Marketinggöttern des Musikindustrie-Olymps geschaffen! Wer die neuen Tracks der Sängerin hört, spürt tatsächlich eine neue Shirin – die direkt, trotzig und stark ist. Eine Frau, die sich durchsetzt und mit Straßenrappern wie Haftbefehl auf Augenhöhe steht. The Boss Bitch iz da – nur bossiger, als je zuvor.

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So zu tun, als hätte man kein Image, ist auch ein Image

Dass Shirin sich angeblich gegen ihre Agenten durchsetzt, passt perfekt zu den "60 Prozent Shirin" und ihrem neuen Image. Kein "Sex sells"? Was anfänglich klingt, als sei es keine Marketingstrategie, scheint also doch eine zu sein. So heißt es in "Gib ihm" passender Weise: "Sie kommen an, sagen, 'Shirin, das ist echt kurz. Ich wollt' in Unterwäsche kommen, fick deinen Dresscode!"

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Ob diese Aussage im "Spiegel"-Interview tatsächlich fester Bestandteil ihres neuen Images ist, wissen aber wohl nur Shirin und ihre Agenten selbst.

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  • Quelle:
  • Noizz.de