„Hiphop-Ikone und ich rieche wie ne Bank“

Jahrelange Knebelverträge unter mafiöser Aufsicht von Bushido und dem kriminellen Familienclan Abou-Chaker waren wohl nicht gerade die optimalen Bedingungen für Shindys künstlerische Entfaltung. Arafat und Bushido haben definitiv ihr Bestes getan, das musikalische Ausnahmetalent zu drosseln und nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Aber das ist Schnee von gestern: Die Ketten sind gesprengt. Kein Bushido, kein Arafat – überhaupt niemand mehr, der ihm irgendetwas vorschreibt.

Das Ergebnis der ganzen Affäre? Ein Shindy, der so starke und befreite Musik macht, wie nie zuvor. Seine neue Single Affalterbach ist der Hammer.

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Ich trage keine Gucci-Tasche rum, weil ich bin reich. Und ein, zwei Millionen Streams sind für mich kein Hype.

In der Hook rappen laszive Frauen davon, dass „Papi Pap“ (Shindy) mit offenem Verdeck durch die Gegend cruist. Das klingt irgendwie nach Rap vor 15 Jahren, aber gleichzeitig auch total nice, weil es einfach so ein geiler Sound ist. Und irgendwie ist es auch richtig lustig – Shindy, der Geknechtete, der endlich sein eigener Boss ist und sich künstlerisch als Daddy in Luxusmänteln ausleben kann. Mit Frauen in der Hook, die ihn anschmachten und „Papi Pap“ nennen – „Papi Pap“, was ist das bitte für ein absurd geiler Name?

Nicht, dass Shindy nicht auch schon früher angegeben hätte. Aber auf einmal wirkt alles so befreit und authentisch, und die Lines sind pures Entertaining: „Hiphop-Ikone und ich rieche wie ne Bank.“ Ich höre echt viel Rap, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich bei einem Deutschrapsong das letzte Mal so gelacht habe – im positiven Sinne.

Bei der Produktion gibt es eigentlich nicht viel zu sagen – außer, dass es national aus meiner Sicht kein höheres Niveau gibt. Shindy betreibt da gerade echte Lobbyarbeit für Deutschrap und legt eine Messlatte vor, bei der gefühlt allenfalls noch ein Cro mithalten kann. Einfach nur geil.

Hier sieht man drei der besten deutschsprachigen Rap-Produzenten: Oz (Travis Scott – Sicko Mode), Nico Chiara (Fler – Lifestyle der armen und gefährlichen), und Shindy selbst. Das Trio hat gemeinsam auch schon Dodi produziert und schließt sich aktuell scheinbar in Shindys neuem Studio in Bietigheim-Bisslingen ein, um einen soundästhetischen Meilenstein zu basteln: Drama, Shindys nächstes Album.

Drama erscheint am 10. Mai.

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Quelle: Noizz.de