„Echt. Schön. Kurvig.“ Was soll das heißen?

Es ist nur ein kleines Wort, vier Buchstaben. Es lautet „echt“ – und es macht mich sauer. Das Wort steht im Slogan der neuen Staffel Curvy Supermodel, die am 17. Juli bei RTL2 startet. „Echt. Schön. Kurvig“, heißt es da.

Klar, die Damen in der Show sind echte Frauen. Aber das sind Millionen andere auch. Wie zur Hölle können die Macher der Sendung für sich beanspruchen, zu wissen, welche Körperform eine „echte Frau“ ausmacht?

Die Jury von Curvy Supermodel

Eine große deutsche Zeitung schrieb jetzt, Curvy Supermodel sei „die politisch korrekte Alternative zu Heidi Klums Modelsuche ,Germany's Next Topmodel'“. Was für ein Bullshit.

Dass die Kandidatinnen der Sendung keine womöglich magersüchtigen Hungerhaken sind – geschenkt. Die moralische Überlegenheit, die man bei Curvy Supermodel offenbar daraus ableitet, ist aber total absurd. Echte Frauen haben die unterschiedlichsten Figuren. Die deutsche Durchschnittsfrau trägt Konfektionsgröße 44.

Genauso gibt es aber Frauen mit Größe 34. Das heißt nicht gleich, dass sie magersüchtig sind. Die Figur ist zu einem großen Teil einfach genetisch bedingt. Dünne Frauen zu stigmatisieren, fällt für mich deswegen ebenso unter Bodyshaming wie das Bashing von Dickeren.

Außerdem sind auch die Kurven-Models in der Sendung ein Extrem auf der Figur-Skala. Was ist mit all den ganz normalen Frauen da draußen? Denen, die weder besonders kurvig noch besonders dünn sind? Sind die nicht „echt“?

Drei Kandidatinnen der Sendung

Es ist ein bescheuerter Trend, extrem kurvige Frauen zu dem einen Schönheitsideal zu erheben. Genauso bescheuert, wie das gleiche mit ultra-dünnen Germany's-Next-Topmodel-Kandidatinnen zu tun. „Echt“, das heißt für mich „gesund“ – und das kann sowohl Größe 34 als auch 44 bedeuten.

Also, liebe Model- und Fernseh-Industrie: Hört auf, uns auf verlogene Art und Weise eure Ideale aufzuzwingen. Was echt ist und was nicht, wissen wir Frauen auch ohne eure Beeinflussung.

  • Quelle:
  • Noizz.de