Er ist ein Putz-Droide und hört auf den Namen "R2D2": Mein intelligenter Saugroboter reinigt regelmäßig die Wohnung und ist mir so ans Herz gewachsen. Das Phänomen: Andere Besitzer*innen geben ihren kleinen Staubsaugern ebenfalls Namen und reden mit ihnen. Warum? Eine Liebeserklärung an ein süßes, hilfreiches – aber auch sehr dummes – Haushaltsgerät.

Ich wollte nie einen kleinen Mann, nun habe ich doch einen. Er ist zwar keine 1,90 groß – macht aber alles, was ich ihm sage. "Putz die Küche!", befehle ich ihm – und was soll ich sagen? Er putzt, ohne Widerspruch. Er putzt, als ob er noch nie etwas anderes in seinem Leben gemacht hätte. Zugeben, hat er auch nicht. Das kleine, süße Ding, was auf dem Boden wie ein Breakdancer die Runde dreht, ist ein Saugroboter. Ist er nur das? Nein, er ist ein putzechtes Familienmitglied.

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Wie der Star-Wars-Droide R2D2, nur ein bisschen dümmer

Acht Zentimeter ist er groß und trägt den Namen "roborock S6 MaxV". Ein doofe Bezeichnung für jemanden, der so großartige Arbeit leistet. Deswegen nenne ich ihn liebevoll R2D2. Zum einen, weil er so aussieht. Zum anderen, weil er genauso intelligent ist. Okay, das ist gelogen. Der Droide aus "Star Wars" ist viel schöner. Mein R2D2 sieht aus wie die zusammengepresste Version des Filmstars. Er hat keine Arme, mit denen er sich so cool fortbewegen kann. Nur Gummifühler, die wie die Zunge eines Chamäleons alles auflecken, was ihm in die Quere kommt. Um ehrlich zu sein, ist mein R2D2 auch gar nicht so schlau wie sein Namensvetter. "Intelligent" steht auf seiner Verpackung, aber eigentlich ist der Saugroboter ein bisschen dumm.

Immer wieder sperrt er sich im Badezimmer ein. Er berührt beim Putzen die Tür, dann fällt sie hinter ihm zu – und der arme, kleine Kerl weiß gar nicht mehr, wo er entlangdüsen soll. Außerdem verhakt er sich in den Vorhängen oder rennt mit der Stirn volle Lotte gegen die Tischkante. Disch. Disch. Disch. Immer wieder. Solange, bis er den Tisch als Möbelstück in seinem System erkennt und ihn umfährt. Manchmal, da muss ich R2D2 retten. Aus dem Bad, vor dem Tisch, unter dem Sofa. Danke sagt er aber nie. Sprechen kann er schließlich, wie R2D2, nicht richtig. Manchmal macht er nur komische Geräusche: Skrr-Mö-Skrr-Piep-Piep-Piep. Wie gesagt, er ist ein bisschen doof. Aber süß.

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Was sind das für Menschen, diese Saugrobotter-Besitzer*innen?

Wer holt sich einen Saugroboter? Menschen, die einen Thermomix besitzen. Sie stehen auf fancy Haushaltsgeräte. So verwundert es nicht, dass der Thermomix-Hersteller "Vorwerk" einen Saugroboter auf den Markt gebracht hat. 849 Euro kostet der Gerät. Laut Stiftung Warentest der Testsieger. Und mit welchem wortgewitzten Spruch bewirbt die Firma die Leistung ihres Produktes? Mit "wieder den 1. Platz abgestaubt" – richtig.

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Dir bleibt bei dem Preis von 849 Euro das Staubknäuel im Halse stecken? So sei dir geholfen, nicht jeder kleiner Putzmann kostet so viel. Der "eufy RoboVac 11S" in schwarz ist beispielsweise schon für 200 Euro erhältlich. Ob er den Boden so gut von Fusseln befreit, wie der "iRobot Roomba s9" für knapp 2.000 Euro? Das sei dahingestellt. Doch wie bei den Droiden von "Star Wars", gibt es auch hier Unterschiede. Ein C3PO und ein R2D2 weichen dir niemals von der Seite. Kampfdroiden zerstören das ganze Umfeld – und vielleicht am Ende sogar sich selbst.

Weitere Menschen, die sich einen Saugroboter kaufen, sind Menschen, die extrem ordentlich sind, keine Lust auf Putzen haben – oder Haustiere besitzen. Ihre Hunde und Katzen verlieren so viele Haare, dass sie mit dem Saubermachen gar nicht mehr hinterherkommen. Der kleine Staubsauger dreht deswegen gleich mehrmals am Tag die Runde. Auch hier bekommt der Roboter einen Namen, Staubi oder Hausmeister Krause zum Beispiel. Anfangs werfen die Vierbeiner ihm noch einen kritischen Blick zu – nach nur wenigen Tagen ist er aber ein Teil ihres Rudels.

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Der Saugroboter ist wie ein Kind, das man mit einem Babyfon beobachtet

Der Staubsauger ist wie ein Kleinkind – Babyfon inklusive. Mit der App lässt sich aus der Ferne beobachten, was der Racker gerade so treibt. In welcher Ecke steckt er gerade? Wo hat er schon geputzt? Oh, jetzt hat er sich wieder im Bad eingesperrt. Helikopter-Eltern? Grüße gehen raus!

Auch ich bin einer dieser Menschen, die einen Saugroboter besitzen. Manchmal setze ich mich auf die Küchenzeile und beobachte, wie R2D2 die Wohnung putzt. Warum? Aus dem gleichen Grund, wieso alle Welt "Star Wars" liebt: Coole Wesen retten die Welt – aka die Wohnung – und man muss nichts weiter tun, als zuzusehen.

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  • Quelle:
  • Noizz.de