Der Rapper aus London hat unsere Seele im ausverkauften Astra gereinigt.

Wenige Wochen vor den Deutschland-Shows von Loyle Carner waren alle seine Konzerte bereits restlos ausverkauft. Wer zuvor noch nicht in den Genuss des Rappers gekommen war, konnte sich am vergangenen Donnerstagabend im Berliner Astra Kulturhaus davon überzeugen, wieso der 25-Jährige gerade die Hipster und Hip-Hop-Heads des Landes frohlocken lässt.

Zwei Songs lang wartet die Crowd im Dunkeln bevor Loyle Carner auf die Bühne kommt. Dass dieser Typ die Lässigkeit gepachtet hat, steht außer Frage. Wer bei diesem Konzert jedoch die zwei vermeintlichen Stützpfeiler des Raps erwartet, wird enttäuscht: Nach toxischer Männlichkeit und Sexismus muss man in seinen Zeilen wirklich suchen. Stattdessen fühlt sich die Show wie eine Entschlackungskur an, die auch die letzten Reste ekliger "Hoe"-Lines von Kollegen aus dem Deutschrap aus dem Körper spült.

Die Beats sind mellow, die Flows sind on point

Gekrönt wird die gekonnte Mischung aus Old-School-Hip-Hop und R'n'B des Londoners von seiner entspannten und positiven Attitüde. Hier ein Shoutout an seine alleinerziehende Mutter, da ein romantischer Song über die Liebe seines Lebens, gepaart mit ehrlicher Dankbarkeit an das Publikum, das bei jedem Track aufs Neue den Verstand verliert.

Nachdem Loyle uns mit seinen Flows, die immer wieder in emotionalen Gedichten enden, eine Stunde lang in vollkommene Glückseligkeit katapultiert hat, hauen der Londoner und sein Kumpel Rebel Kleff mit "NO CD" noch mal ordentlich auf die Kacke. Als dann das letzte Mal die Hände in die Luft geflogen sind, fühlen wir uns ein bisschen, als wäre die Welt ein besserer Ort. Sexismus, Rassismus und Machotum? Futsch. Zumindest bis der nächste Brudi in der U1 neben uns viel zu laut Farid Bang hört.

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Quelle: Noizz.de