Rap-Boomer Ludacris hat mit dem Teaser einer neuen Single für Kritik gesorgt – wegen lyrischer Liebeserklärung an den inhaftierten mutmaßlichen Sex-Straftäter R. Kelly. In einem Interview rechtfertigte er sich nun für seine Zeile. Ist die Kritik aufgeblasen oder hat Ludacris eine Grenze überschritten?

"Die Welt geht unter, sobald Typen Drinks kippen wie Bill Huxtable (Bill Cosby) / Ich liebe R. Kelly, aber in der Nähe meiner Töchter fühle ich mich damit nicht wohl" – heißt es direkt im Einstieg in einen neuen Song, den Rapper Ludacris in seinem Instagram-Livestream angeteast hat – ein heftiger Fauxpas. Medien-Echo war quasi ab dieser Sekunde vorprogrammiert und sollte auch nicht lange auf sich warten lassen.

Nun hat sich der 42-Jährige im Interview mit dem Radiosender "V103" aus Atlanta erklärt und gerechtfertigt – die Kritik seit nicht gerechtfertigt und die Fans hätten seine Zeile falsch verstanden und zu etwas gemacht, was sie gar nicht sei.

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Ludacris, R. Kelly und ein äußerst schlauer Tigger

"Wenn ich einen Songtext schreibe, dann schreibe ich ihn manchmal wie in einem Gespräch zwischen dir und mir, einem Gespräch zwischen Freunden", so der Rapper. "Da ist man einfach ehrlich. Aber du bist doch ein äußerst schlauer Typ, erklär du mir doch mal, was du denkst, wie ich die Zeile gemeint habe", richtet sich der Musiker an den Moderator.

"Ich denke, du meinst, du dass du R. Kellys Musik liebst und das, was er für Musik getan hat, aber du bist auch Vater von Töchtern und würdest ihn nicht in die Nähe von ihnen lassen", trifft Interviewer Big Tigger den Nagel auf den Kopf, wie Ludas Reaktion zeigt: "Du bist echt ein schlauer Typ. Es ist wirklich genau so und genau so einfach, wie ich es meinte."

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"Exakt und genau so, wie du es gerade gesagt hast, habe ich es gemeint."

R. Kellys Salonfähigkeit

Macht das irgendwas besser? Die Kritik an dieser Zeile ist doch eben der laue Umgang und Namedropping zweier Männer, von denen einer wegen sexuellen Missbrauchs im Gefängnis sitzt, und der andere auf seine Verurteilung als Straftäter wegen sexuellen Missbrauchs wartet. Und welchen Grund gäbe es, beide nebenbei in einer Zeile zu nennen, wenn nicht um damit zu provozieren, oder die Herren Triebtäter wieder ein Stück Richtung Salonfähigkeit zu stoßen?

Geht es bei der Kritik nicht darum, dass diese saloppen Zeilen über die beiden Verbrecher gegenüber allen Opfern ein Schlag ins Gesicht ist? Vielleicht fragst du beim nächsten Mal einen anderen schlauen Typen, was er von deiner Zeile hält.

  • Quelle:
  • Noizz.de