... und macht damit nichts besser.

Obst und Gemüse im Supermarkt kleinteilig in Plastikbeutel zu stopfen ist die pure Müllschleuder. Plastikmüll ist ein weltweit immer brennenderes Problem und so langsam sollte das auch bei den letzten Hinterwäldlern angekommen sein – wer seine zwei Äpfel, drei Bananen und eine Zucchini immer noch in drei Plastiktüten zur Kasse schleppt, lebt hinterm Mond. Supermarkt-Kette Real will das jetzt abschaffen – und stattdessen recycelte Papiertüten einführen. Die lang ersehnte Erlösung für die Umwelt oder das Gleiche in Grün?

Bis Ende 2020 soll es in Supermärkten der Kette Real keine Plastiktüten mehr in der Obst- und Gemüseabteilung geben. Real-Chef Patrick Müller-Sarmiento begründet diesen Schritt damit, dass Nachhaltigkeit für seine Kunden eine immer größere Rolle spiele. Was erst mal total legitim und sogar ein bisschen edel klingt, ist nach Einschätzung von Kritikern aber wohl keine echte Hilfe für den Umweltschutz.

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Nach einem Statement des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) sind Papiertüten ökologisch nur dann sinnvoller als Plastikbeutel, wenn sie mehrfach benutzt werden. Sofern beide nach einmaligem Gebrauch in den Müll wandern, hat Papier sogar die schlechtere Ökobilanz als Plastik.

Das Bewusstsein des Real-Konzerns bezüglich der weltweiten Vermüllung durch Plastik fühlt sich also wie ein Schritt in die richtige Richtung an, verschiebt das Problem aber einfach nur auf ein anderes Material. Solange die Papiertüten nicht wirklich zu 100 Prozent recycelt sind, müssen dafür – man kanns kaum glauben – nämlich Bäume gefällt werden. Plastik-Ozeane oder globale Entwaldung ist in diesem Fall wie Pest oder Cholera.

Das Fazit ist wohl Folgendes: Einwegtüten sind scheiße. Wer umweltbewusst einkaufen möchte, der bringt sich seine eigenen (wiederverwertbaren) Taschen aus Stoff mit. Und jetzt wird's richtig verrückt: Mann kann sogar verschiedene Sorten – zum Beispiel Bananen und Zucchini – in die gleiche Tasche legen, ohne dass sie sich gegenseitig verseuchen. Obst und Gemüse mit Schalen (zum Beispiel Orangen) überleben sogar den unmittelbaren Kontakt mit dem Fließband der Kasse.

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Quelle: Noizz.de