Tiffany Trump gab eine Rede vor der LGBTQIA+-Community. Ihre Mission: Die Community davon überzeugen, dass Donald Trump auf ihrer Seite stünde. Uns hat sie eindeutig überzeugt ... sich als Comedian zu versuchen. Über zehn Minuten, in denen man sich nicht entscheiden kann, ob man weinen oder lachen soll.

Tiffany Trump ist bisher ja eher weniger aufgefallen. Der Fokus liegt meistens auf Trumps Lieblingstochter Ivanka. Wir verstehen allerdings gar nicht, warum Papa Donald Tiffany so selten für seine politischen Machenschaften einspannt – schließlich hat sie eine seiner zentralsten Eigenschaften geerbt: Die 27-Jährige ist wahnsinnig unterhaltsam – und weckt in jedem Menschen gleichzeitig tiefe Verzweiflung.

Erst diese Woche bewies sie ihr Talent. Sie hielt eine Rede im amerikanischen Tampa, Florida bei einer Pride-Veranstaltung. Sie kündigte an, einfach mal ganz unprätentiös, ehrlich und direkt aus ihrem Herzen über ihren Vater zu sprechen – alles natürlich im Rahmen des Wahlkampfs um den Präsidentschaftsposten. Sie verlor keine Zeit und legte direkt mit dem rhetorisch ganz schwierigen Kaliber los: Buchstabieren.

Wie viele Buchstaben sind in LGBTQIA+?

LGB? Noch mal: LGBT+? Ah endlich: LGBTQIA+-Community! Tiffany Trump spricht vor einer Community, deren Namen sie zwar nicht richtig auf die Kette kriegt, denkt sich dann kurzerhand einfach Buchstaben dazu und dann passt das auch schon wieder. Ist ja auch echt nicht so leicht dieses große Alphabet, und sie kriegt am Ende ja noch irgendeine Kurve. Da merkt man direkt, dass sich das Elite-College so richtig gelohnt hat.

Jedenfalls spricht sie davon, dass sie genau weiß, woran ihr Vater glaubt. NEIN! Nicht an die unendliche Kraft des orangenen Haarfärbemittels! Er glaubt an die Pride-Community. "Noch bevor er Politik gemacht hat, hat er Schwule, Lesben und die LGBQIIA+-Community unterstützt.", sagte sie. Kurze Zwischenfrage? Hat er dann damit aufgehört, nachdem er gewählt wurde?

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Manchmal, gab sie zu, würden Freunde, die selbst schwul oder lesbisch sind, sie dafür kritisieren, dass sie ihren Vater unterstützt, obwohl dieser ihnen das Leben so schwer mache. "Das macht mich traurig", erklärt sie mit betont betroffener Mine. Denn: Das sind alles Lügen, die über Papa Trump verbreitet werden, wie sie sagt. Er selbst sei großer Anhänger und Freund der LGBTTGHZDBQXY*****++-Community!

Trump findet LGBTQIA+-Szene so toll, dass er sie am liebsten abschaffen möchte

Ein positiver Nebeneffekt der Rede: Wir wissen nun, wie es ist, Donald Trump als Freund zu haben – nämlich ungefähr so angenehm, wie ein fieser Schimmelpilz im Schambereich. Jedenfalls erinnern wir uns, wie Trump und seine republikanische Regierung jegliche Formen des Schutzes für Menschen der LGBTQIA+-Szene reduziert hat. Insgesamt haben seine Mitarbeiter*innen und er es in seiner Amtszeit geschafft, an allen Ecken und Enden die Rechte von Schwulen, Lesben und trans* Personen zu beeinträchtigen. Diese Bereiche betreffen Berufliches, Bildung, Gesundheit, Wohnungsrechte, Adoption und Öffentliches Leben, minutiös aufgedröselt findet man das alles auf der Website von ProPublica.

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Tiffany Trump spricht dann darüber, dass Papa-Trump ganz aktiv dabei sei, wenn es darum geht, ein Heilmittel gegen Aids zu finden. Und sie versichert: "Wenn mein Vater sagt, dass es bald ein Heilmittel gäbe, dann stimmt das auch!" – gibt keinen Grund das nicht zu glauben! Hat ja schon bei Corona alles der Wahrheit entsprochen, was Donald Trump je gesagt hat.

Geht es wirklich um die Pride-Community?

Aber eigentlich ist es völlig egal, worüber Tiffany Trump lügt, äääh, spricht. Ob sie Buchstaben geradeaus sagen kann oder ob sie Ahnung von Politik hat (letzteres hat Papa Trump ja auch nicht). Es geht viel mehr darum, wie unfassbar hoch der Cringe-Faktor ist, wenn man Tiffay auf dem kleinen Podest mit ihren eigenen Aussagen, Haaren und sich selbst bestärkendem Nicken rudert.

Mit dem Charme der Überforderung und der Ausstrahlung einer längst vergessenen Büropflanze quatscht sich Trumps Tochter eine Parallelwelt zusammen, von der sie sich vermutlich selbst gerne überzeugen würde. Der Höhepunkt ist erreicht, als sie ihr Publikum bittet, ihr doch zu glauben: "Ich würde euch nie anlügen, wirklich!" Dumm nur, dass es Beweise gegen alles gibt, was sie behauptet.

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Während ihrer Rede wirkt sie wie ein dümmliches und etwas aufgekratztes Richkid, dass wirklich gerne wüsste, worüber es spricht – dann aber an den eigenen Worten kläglich scheitert. Es ist wie Comedy – für Menschen, die humoristisch gerne an Grenzen gehen. Die beim Lachen die Herausforderung suchen und in ihrer Freizeit auch gerne mal in einem Haufen Glasscherben Vorwärtsrollen üben.

Natürlich ging der hoffnungslos verhauene Auftritt Tiffany Trumps direkt viral. Vor allem von der LGBTQIA+-Organisationen gab es Richtigstellungen der von Trump behaupteten Wahrheiten. Hauptsächlich jedoch wurde Trumps jüngste Tochter verspottet. Die abschließende Meinung zu Tiffany Trump: Ihr Auftritt war ein Desaster – eindeutig Daddys Girl.

  • Quelle:
  • Noizz.de