Tschau peinliche Vergangenheit!

MySpace hat alles an Fotos, Videos und Tonaufnahmen verloren, die auf der Webseite zwischen 2003 und 2015 hochgeladen wurden – also meine gesamte Emo-Vergangenheit. Puh, das ist ja echt mega.

„Als Ergebnis eines Server-Migrationsprojekts sind Fotos, Videos und Audiodateien, die Sie vor mehr als drei Jahren hochgeladen haben, möglicherweise nicht mehr auf oder über Myspace verfügbar“, so die Firma in einem Statement. Besonders witzig: Das Ganze hatte die Company hinter Myspace schon vor fast einem Jahr verkündet, wie Variety schreibt. Doch die News erreichte eben bis jetzt niemanden.

Nachdem die Neuigkeit jetzt anscheinend auch bei allen Facebook- und Instagram-Usern angekommen ist, gibt es nun bei Social Media Tausende lustige Reaktionen auf den Verlust von fast 50 Million Songs und Million weiterer Fotos und Videos. „Endlich ein soziales Netzwerk, dass Privatsphäre versteht“, so Twitter-Nutzer Greg Ferro. „Myspace hat uns da echt allen einen Gefallen getan“, so eine eine weitere Userin.

Ja, die Menschen die so glücklich waren ihre 2000er mit dem Bauen von Templates und dem Aussuchen von Profil-Songs zu verbringen sind allesamt erleichtert. Genauso wie eben ich. Klar, ich habe es geliebt an meinem Myspace-Account rumzubasteln, aber die grauenhaften Emo-Fotos die ich in meiner Zeit dort gepostet habe, dürfen ruhig in einem digitalen Wurmloch verschwinden.

Ich bin wirklich überhaupt nicht böse, wenn Personaler nicht so einfach Bilder von mir mit toupierten, schwarzen Haaren und blondem Pony finden. Peinliche Pärchenfotos mit meinem ersten Freund brauche ich da draußen im digitalen Nirvana auch nicht mehr, wenn ich mal ganz ehrlich bin.

Der einzige Wermutstropfen ist natürlich, dass ich mir den grauenhaften Style meines 14-jährigen Ichs auch selbst nicht mehr anschauen kann. Die Originalfotos sind schließlich seit drei kaputten Laptops schon Geschichte. Na gut, immerhin kann ich jetzt allen Leuten erzählen, dass ich schon immer total cool war und als Teenie die Skate-Wettbewerbe in meinem Landkreis gewonnen habe.

Wirklich übel ist diese Aktion aber natürlich für alle Musiker, die das soziale Netzwerk als Archiv für ihre frühen Songs genutzt haben und jetzt vermutlich einiges an Material nie wiederbekommen. Dass eine riesige Firma wie MySpace keine Back-ups macht, ist schon echt selten dämlich. Von daher RIP an alle Indie-, Metalcore- und Hip-Hop-Songs, die wegen einem dummen Fehler das zeitliche gesegnet haben.

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Quelle: Noizz.de