Der BND intressiert sich bestimmt nicht für meine Party-Pläne.

Ich habe das Gefühl, dass mittlerweile jede Woche ein Aufschrei durchs Land geht, weil wieder irgendein Gerät mithört. Und ich muss sagen, mich langweilt das Thema!

Ja, wenn Angela Merkel von den USA abgehört wird, dann ist das ein Skandal. Aber wenn meine Nachrichten irgendwo gespeichert werden, dann kann ich damit ganz gut leben.

Erstens, weil es für mich sinnvoll erscheint, dass meine WhatsApp-Verläufe auf einem Server liegen (und wahrscheinlich eh nie gelsen werden). Wenn so auch nur ein Terroranschlag verhindert werden kann, dann hat es sich schon gelohnt. Die Daten werden ja nicht komplett ohne Grund gespeichert.

Aber keine Behörde wird es interessieren, was ich und meine beste Freundin zu besprechen haben. Wo gehen wir morgen essen? Hat sich dieser eine Typ gemeldet? Und ziehst du morgen den blauen Rock an? Who cares? Lest ruhig mit ...

Zweitens finde ich, dass, wenn man Siri an seinem Handy einschaltet oder sich Alexa ins Haus holt, man es irgendwie darauf anlegt.

Ich habe Siri schon lange aus gemacht, einfach, weil ich sie eh nie benutzt habe und es immer gruselig fand, wenn sie plötzlich gesagt hat „Das habe ich nicht verstanden“, obwohl niemand mit ihr geredet hat.

Bei Alexa ist das doch genau das Gleiche. Die smarte Sprachassistentin von Amazon hört auch nicht erst zu, wenn man nach ihr ruft. Ich will nicht sagen, man ist dann selber schuld, aber das Rissiko muss einem eigentlich bewusst sein.

Dennoch muss ich eingestehen, dass ich bei dem Thema nicht ganz konsequent bin. Denn obwohl es mir egal ist, ob der Staat meine Nachrichten liest, klebe ich meine Laptop-Kamera zu. Warum, weiß ich auch nicht so genau.

Jemand hat mal damit angefangen, und jetzt denke ich, man könnte mir sonst beim Duschen zuschauen. Bildmaterial ist für mich also schlimmer als Ton-, oder Textnachrichten.

Obwohl die gefährlichsten Bilder wahrscheinlich eh die sind, die wir jeden Tag selber verschicken. Ja, Snapchat scheint unsere Fotos auch zu speichern. Aber die können damit bestimmt weniger Unheil anstellen als der Typ, der das Bild bekommt.

Wie oft hat man diese Geschichte schon gehört: Eine Beziehung geht zu Bruch, und auf einmal haben alle sehr persönliche Bilder von dir. Das ist mein echter Alptraum.

Passend zu dem Thema hat mir ein Kollege heute einen Link geschickt. Anscheinend gibt es jetzt einen Vibrator, der nicht nur über Wifi verfügt, sondern auch eine Kamera installiert hat. Darüber, wie unnötig so was ist, will ich jetzt gar nicht reden. Aber dieser 219-Euro-Vibrator kann angeblich gehackt werden.

Jetzt gibt es wieder einen Aufschrei, und ich denke mir: Wer einen Vibrator mit Kamera kauft, dem muss es eigentlich auch scheißegal sein, ob er abgehört oder beobachtet wird.

Mir reichts aber, wenn meine WhatsApp-Gespräche und hässlichen Snapchat-Selfies bei Dritten landen.

Quelle: Noizz.de