Die US-Zeitschrift "People" hat den Schauspieler Michael B. Jordan zum "Sexiest Man Alive" gekürt. Zugegeben, der 33-Jährige ist heiß wie Frittenfett. Doch ist die Auszeichnung nicht langsam etwas überholt?

Wäre Michael B. Jordan ein Dip, er wäre ein Chutney – eine perfekte Kombination aus süß und scharf, das obendrein zu allem passt. Jordan ist heiß. Immer. Als Erik Stevens in Black Panther. Als Box-Champion in Creed. Er ist der Typ mit dem weißem Meister-Propper-Lächeln, der dabei optisch noch mehr Zähne zu haben scheint als Stefan Raab.

Und dann noch dieser Flirt-Blick, bei dem Jordan nur eine Augenbraue hochzieht. Habe ich schon den pornösen, kurzen Oberlippenbart und die perfekt rasierte Kurzhaar-Frise erwähnt? Wäre ich ein Whoo-Girl, ich würde an dieser Stelle whoo-en. Whoo.

Michael B. Jordan

Wen interessiert die Bezeichnung eigentlich?

Es ist (meiner Meinung nach) berechtigt, dass der Schauspieler zum Mann mit dem größten Sexappeal weltweit gekürt wurde. Natürlich ist der eigene, feste Freund noch viel heißer – doch kann wahrscheinlich niemand bestreiten, dass Jordan verdammt gut aussieht.

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Auf seine Auszeichnung des People-Magazins meinte Jordan aber lediglich "es ist ein cooles Gefühl". Cool. Cool ist das Äquivalent zu "schon lustig, aber würde mich wenig kümmern, wenn es nicht so wäre". Schenkt die heißeste Schnitte der Welt dem "Sexiest Man Alive"-Award etwa keine Bedeutung? Bisher hat sich keiner der ehemaligen Kandidaten richtig krass über die People-Bezeichnung gefreut. Blake Shelton meinte 2017 sogar, er hätte nie gedacht, eine sexy Person zu sein – macht sich sogar ein wenig darüber lustig.

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Bekanntgegeben wurde das aktuelle Ergebnis in der Show des US-Komikers Jimmy Kimmel. Als Trophäe erhielt der 33-jährige Hollywoodstar einen Spiegel. Einen. Spiegel. Fehlt nur noch, das Barbara Schönberger den "Award" überreicht und Jordan dabei einen "echten Mann" nennt. Wie viele Beweise braucht es noch, dass die Auszeichnung völlig überholt ist und nicht mehr ernstgenommen werden kann – wohl nicht einmal von den Gewinnern selbst?

Der gleiche Typ "Mann" seit 1985

„People“ vergibt den Titel jährlich seit 1985. Erster Preisträger war der Schauspieler Mel Gibson. Der Witz an der Auszeichnung: Jeder Jahr wird ein neuer "Sexiest Man Alive" gekürt, wobei die vorherigen Preisträger (fast alle) noch am Leben sind. Demnach sollte es jetzt eigentlich "Sexiest Man 2020" heißen. Generell scheint die Bezeichnung mittlerweile überholt zu sein. Sexy meint laut der Definitionen des Oxford Wörterbuches sexuell attraktiv, erotisch und anziehend. Es geht demnach hauptsächlich um das Äußere.

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Dabei ist sexy für viele weit mehr als das – willkommen im Jahre 2020! Sexy kann sein, wer Margarete Stokowski liest. Sexy ist, wer nicht breitbeinig in der U-Bahn hockt. Wer sexy ist, muss nicht jedem Klischee des männlichen Geschlechts entsprechen. Ein Mann ist ein Mann, der sich als Mann definiert.

Stereotyp einflussreicher Amerikaner

Doch wirft man einen Blick auf die vergangenen Kandidaten, bemerkt genau dabei das Problem. Vor Michael B. Jordan wurden der Sänger John Legend und der Schauspieler Idris Elba als "Sexiest Man Alive" ausgezeichnet. Davor waren es US-Country-Star Blake Shelton, US-Schauspieler Dwayne Johnson, die britische Fußball-Legende David Beckham und der australische Schauspieler Chris Hemsworth.

Chris Hemsworth

Es wurde immer der gleiche Typ Mann ausgezeichnet: meistens Schauspieler, reich, hetero und weiß. Zugegeben, bei letzterem Punkt hat sich in den vergangenen Jahren etwas getan. Trotzdem sieht das People-Cover jedes Jahr aus wie das BRAVO-Titelbild für Erwachsene. Stereotyp einflussreicher US-Amerikaner.

Die Verkündung des People-Magazin sorgt jedes Jahr dennoch für Schlagzeilen. Klar, wir sind schließlich alle klickgeil und neugierig. Die erste Reaktion: Zeig mal, wie der aussieht! Im Endeffekt interessiert aber selbst die sexy Männer selbst nicht. Ein wenig Medienrummel um ihre Person ist gut für das Image, klar. Doch scheint der Möchtegern-Award langsam ein wenig überholt zu sein – und nicht einmal den Gewinner selbst großartig zu interessieren.

  • Quelle:
  • NOIZZ.de