Wieso YouTuber heute die perfekten Pop-Stars sind.

Erotik-YouTuberin Katja Krasavice hat gerade ihr Debüt-Ablum herausgebracht: "Boss Bitch". Die 23-Jährige weiß um ihre kommerziellen Qualitäten – große Reichweite, nackte Haut – und hat dazu das perfekte Album gesponnen: massentaugliche Pop-Musik mit enorm viel nackter Haut. Alles gerade so sexuell, dass es noch jugendfrei ist und weder auf den Musik-Index verfrachtet, noch von YouTube gesperrt wird.

Seit dem 17. Januar 2020 ist das Ding auf dem Markt und der Plan ging auf: Zig Millionen Klicks auf YouTube und Spotify quittieren den Wechsel auf eine neue Branche mit dem nötigen Paper. YouTuber, die Musik machen: Was eigentlich als verschrien galt, funktioniert auf einmal nach Strich und Faden. Wieso Katja Krasavice die perfekte Pop-Musikerin im Jahr 2020 ist und YouTube-Stars heute so erfolgreiche Musiker sind.

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Social Media meets Musikindustrie

Bei diesem relativ neuen Erfolgsmodell gehen die YouTuber und die Musikindustrie Hand in Hand. Und natürlich ist Katja nicht die Erste. Das Hybrid aus Social Media und Chartspitze ging vor allem bei Shirin David auf, die das Jahr 2019 im Sturm eroberte und seit der wir spätestens wissen: YouTube und Musik, ja, geht super.

Wenn wir noch mal vier Jahre zurückspulen, landen wir im Jahr 2015, als der YouTuber Taddl als "Dat Adam" mit ihrem Album "Chrome" den damaligen Cloud-Rap aus Schweden nach Deutschland geholt haben. Seit 2016 kann man auf Spotify "endlich" Alben der Lochis hören und der homophobe YouTuber Mert hat spätestens 2017 ebenfalls den Sprung zum Album-Rapper gewagt.

Eigentlich merkwürdig, dass erst so wenige der großen YouTuber in Deutschland auf die Idee gekommen sind, die YouTube-Karriere im großen Stil auf das Musik-Business umzupolen und sich wirklich zu 100 Prozent darauf zu konzentrieren. Denn: Musik haben die Influencer ja schon zur Genüge gemacht und das auch erfolgreich. Bloß waren das eigentlich immer nur Singles und nie komplette Alben. Siehe Bibis Beautypalace mit "How It Is (Wap Bap …)".

Doch auch wenn die Resonanz im Mainstream oft negativ ausgefallen ist ("Wap Bap"), haben die Singles der Social-Media-Stars eines immer erreicht: massenweise Aufrufe. "Wenn einzelne Lieder laufen, dann laufen doch bestimmt auch Alben. Und Touren" – warum auch immer dieser Gedanke so lange gebraucht hat, mittlerweile hat er sich bewahrheitet.

Darum funktioniert das so gut

YouTuber haben eine unfassbare Reichweite, sind vor der Kamera wie ein Fisch im Wasser und sich selbst zu verkaufen ist ihre zweite Natur. Wie kann man da optimal Geld rausholen? Mit einem Produkt, das sie jedem einzelnen ihrer Fans verkaufen können. Was macht jeder Mensch? Musik hören. Perfekt. Man finde also ein Major Label, das den Musikmarkt im Schlaf beherrscht (im Falle von Katja: Warner Music), suche sich einen Pop-Produzenten, der weiß, wie man Ohrwürmer schreibt, und dazu noch einen Texter, der das eigene Image in massentaugliche Zeilen verpackt.

Bestes Beispiel ist ihre neue Video-Single "Rodeo": Ein perfekter Pop-Chorus brennt sich schon beim ersten Hören in deinen Gehörgang, die Produktion auf Top-Niveau kaschiert Katjas fehlende gesanglichen Qualitäten und zu Lyrics à la "Komm, ich fessel ich ans Bett, ich will wissen, wie du schmeckst" reibt sich die halbnackte Blondine im Video ihre Vagina. Krasavice in a Nutshell, wenn man so will – und alles, was ihre Fans sich wünschen könnten.

Formel gefunden und fertig ist es, das auf die eigenen Fans zugeschnittene Album mit Mass-Appeal. So verkaufen sich auch mal eben 10.000 "Boss Bitch"-Deluxe-Boxen, was höchstwahrscheinlich zur Nummer eins in den Charts führt. Die Tickets Katjas erste Tour sind ebenfalls fast ausverkauft. Und wie jeder weiß: Mit nichts machen Musiker heute mehr Geld als mit Auftritten.

Für Katja als Unternehmerin muss man also sagen: perfekt gemacht. Unabhängig davon, wie künstlerisch hochwertig man ihre Musik findet, hat sie einen spitzen Zeitpunkt für ihr erstes Album erwischt und bei der Umsetzung ihrer kommerziellen Stärken alles richtig gemacht. Wie langlebig so eine Karriere ist, wird sich zeigen. Momenten stehen die Zeichen für Shirin, Katja und Co. auf Geldregen.

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Quelle: Noizz.de