Wie viel Verantwortung tragen Celebrities für das Weltgeschehen?

Mehrere Dutzend Menschen sind gestorben, Tausende Häuser zerstört und fast eine Milliarde Tiere sind schon in Folge der Buschbrände in Australien umgekommen. Die Feuer sind ein Produkt des Klimawandels und werden vermutlich noch einige Monate andauern, so der australische Premierminister Scott Morrison. Berühmte Persönlichkeiten auf der ganzen Welt spendeten Geld und sprachen ihr Beileid aus, unter anderem Schauspieler Chris Hemsworth, Moderatorin Ellen DeGeneres und Sängerin Selena Gomez. Stars, die sich noch nicht öffentlich zu einer Spende bekannt haben, werden nun auf Social Media dafür angeprangert – zu Recht?

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Opfer solches Spenden-Shamings waren zuletzt die Kardashians. In Antwort auf die Feuer in Australiern twitterte Kim Kardashian an ihre 63 Millionen Follower: "Klimawandel passiert wirklich."

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Der Tweet verärgerte viele ihrer Follower, die ihr vorwarfen, sich scheinheilig für den Klimawandel einzusetzen, ohne selber ihre Lebensart zu ändern. In Bezug darauf twitterte ein User:

"Nichts regt mich mehr auf, als zu sehen, wie sich die Kardashians/Jenners über Klimawandel/Buschfeuer unterhalten & nicht mal einen Cent spenden."

Daraufhin antwortete Kim Kardashian mit einem Tweet, indem sie implizierte, ihre Familie hätte sehr wohl etwas gespendet, nur, ohne es publik zu machen.

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Auch ihre Schwester Khloé Kardashian pflichtete ihr in einem eigenen Tweet bei. Darin erzählte sie, dass gute Taten aufrichtig, nicht für Aufmerksamkeit gemacht werden sollten.

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Fans diskutierten daraufhin, dass eine Familie, die fast alles in ihrem Leben publik macht, auch ruhig eine Spende publik machen und ihre Reichweite für Klimabewusstsein ausnutzen könnte.

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Andere wiederum nehmen die Familie in Schutz und machen darauf aufmerksam, dass es weder schlimm ist, alles in seinem Leben öffentlich zu machen, noch privat etwas zu spenden.

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Schlussendlich hätten die Kardashians in keiner Weise etwas richtig machen können – denn wenn sie ihre Spende öffentlich gemacht hätten, dann hätte es vermutlich andere Stimmen gegeben, die behauptet hätten, sie hätten nur gespendet, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

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Auch Kylie Jenner wurde für ihren Umgang mit der Katastrophe in Australien zur Rechenschaft gezogen. Sie hatte in ihrer Instagram-Story über das Feuer und seine verheerenden Folgen für Tiere gepostet und gleich in nächstem Bild mit ihren neuen Tierfell-Hausschuhen angegeben. Nach einem Shitstorm sondergleichen machte das US-Magazin "People" öffentlich, dass Kylie Jenner eine Million Dollar an eine australische Wohlfahrtsorganisation gespendet hatte.

Jede Hilfe, die Australien in diesen Zeiten erhält, ist unterm Strich erst mal extrem wichtig. Doch ist man als Person in der Öffentlichkeit auch dazu verpflichtet, zu helfen?

... und muss man diese Hilfe öffentlich kommunizieren?

Es ist eine schwere Diskussion, weil Personen in der Öffentlichkeit mit ihren Worten und Taten schon einen größeren Einfluss auf ihr Publikum haben, da mehr Leute sie beobachten. Damit tragen sie auch mehr Verantwortung. Doch nur, weil jemand mehr Verantwortung trägt, kann er oder sie nicht verpflichtet werden, von dieser Verantwortung Gebrauch zu machen.

Denn schlussendlich ist es doch so, dass diese Menschen neben ihrem öffentlichen Dasein auch ein privates Dasein pflegen, das genauso respektiert werden muss. Wenn ein Celebrity sich also entscheidet, eine Summe Geld zu spenden, dann tut er das eventuell aus einem privaten Interesse heraus, nicht aus einem öffentlichen. In diesem Fall muss es der Person auch erlaubt sein, diese Spende privat zu halten – genauso wie die Entscheidung, nicht zu spenden. So auch im Fall von Kim Kardashian, die eine Summe gespendet haben will, das aber nicht an die Öffentlichkeit bringen muss.

Verantwortung kann allerdings auch missbraucht werden

Eine andere Geschichte ist es bei Kylie Jenner, die zwar als öffentliche Figur auf die Feuer aufmerksam macht, aber gleichzeitig zeigt, dass sie ihr eigenes Leben dafür nicht ändern oder einschränken würde. Aufgrund ihrer hohen Verantwortung für die Taten anderer setzt sie damit ein falsches Zeichen für diejenigen, die mitbekommen, dass man als eine Kylie Jenner fernab von Australien nichts an dem ändern müsste, wie man lebt.

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Stars können also zu Recht geshamt werden, wenn sie ihre Verantwortung missbrauchen, um falsche Signale im Hinblick auf den Klimawandel schicken. Sie können aber nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie sich entscheiden, ihre persönlichen Entscheidungen nicht öffentlich preiszugeben. Selbst wenn das manchmal einen riesigen Unterschied machen und andere dazu bewegen könnte, ebenfalls zu spenden oder ihren Lebensstil zu ändern. So wie zum Beispiel Chris Hemsworth, der selber eine Million Dollar an Australien gespendet hat – und seine Fans ebenfalls zum spenden aufrief.

Quelle: Noizz.de