Das japanische Unternehmen Donut Robotics hat in der Pandemie an einem neuen Produkt getüftelt: einer Gesichtsmaske, die beim Übersetzen helfen soll. Ob das Ganze wirklich so sinnvoll ist, wie es sich anhört? Wir haben uns die C-Face genauer angeguckt.

Was für Japaner*innen schon lange zum Alltag gehört, ist seit der Corona-Pandemie auch in Deutschland Routine: In Bus, Bahn, Supermarkt und Co. wird Maske getragen. Um sich und vor allem andere vor den Viren zu schützen. Jetzt hat eine Firma in Japan eine ganz neue Verwendung für den Mundschutz gefunden. C-Face heißen die Masken, die Gesprochenes in Echtzeit in andere Sprachen übersetzen sollen.

Klingt erstmal nach einer abgefahrenen Zukunftsvision: Flugtaxen, Hologramme und eine neue Mundschutzmaske, die dich zum multilingualen Kosmopoliten macht; das passt doch zusammen. Leider ist die Realität dieser neuen Masken nicht ganz so, wie man sich das im ersten Moment vorstellen mag.

Google Translate als Mundschutzmaske?

In einem Trailer stellt das Technologieunternehmen Donut Robotics seinen neuesten Wurf vor. Auf den ersten Blick kommt die Maske ziemlich unauffällig daher, bis die Trägerin plötzlich einen Power-Button drückt, der seitlich an der Maske angebracht ist. Gleich passiert's, denkt man sich. Gleich sagt sie was und eine computerartige Stimme übersetzt ihre Worte nur wenige Millisekunden versetzt. Nicht? Nee. Leider. Die Maske funktioniert nämlich ein wenig anders, ein wenig mehr wie Google Translate. Sie ist via Bluetooth mit einer App verbunden, die deinen eingesprochenen Satz direkt in die ausgewählte Sprache verschriftlicht, abspielen kann man die Übersetzung dann wohl auch noch.

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Die C-Face soll übrigens direkt über der üblichen Mundschutzmaske getragen werden. Auch das noch. Ich soll mir noch eine Maske über meinen ohne hin schon nervigen Mundschutz ziehen?

Telefonieren kann man mit der Mundschutzmaske auch

Vorteile der C-Face laut Hersteller: Die Stimme des Trägers soll bei Anrufen, die ebenfalls über die Maske getätigt werden können, verstärkt werden – und die Verbindung soll bis zu einer Entfernung von zehn Metern zum Smartphone nicht abreißen. "Wir haben jahrelang hart gearbeitet, um einen Roboter zu entwickeln, diese Technologie haben wir jetzt verwendet, um ein Produkt zu entwickeln, das darauf reagiert, wie das Coronavirus die Gesellschaft verändert hat", so der Geschäftsführer von Donut Robotics, Taisuke Ono, gegenüber "Reuters".

Die Masken sollen 2021 auf den Markt kommen und umgerechnet circa 28 Euro kosten. Außerdem kommt eine Gebühr für die Übersetzungs- und Protokoll-Funktion hinzu. Die ersten 5.000 Masken sollen ab September verkauft werden – in China, den USA und auch in Europa.

Unser Fazit: So richtig begeistern tut uns dieses Teil bisher noch nicht. Allerdings müssen wir zugeben: Einfach loszuplappern anstatt einen langen Text in Google Translate einzutippen, den Vorteil sehen wir. Vielleicht waren unsere Erwartungen auch einfach zu hoch. Auf Flugtaxen und Hologramme via Smartphone warten wir ja schließlich auch noch.

Quelle: Noizz.de