Alle flippen aus, weil der krasseste Filmjunggeselle dann vom Markt wäre – aber eigentlich ist das ein Segen für jeden von uns.

Wir alle sollten Phoebe Waller-Bridge danken. Denn sehr wahrscheinlich haben wir es der britischen Schauspielerin und Autorin, die erst vor Kurzem mit der Comedy-Serie "Fleabag" bei den Emmys alle wichtigen Preise abgeräumt hat, zu verdanken, dass 007, der Agent im Auftrag ihrer Majestät, endlich kein Macho-Arschloch mehr sein wird. Dazu hat es immerhin 65 Jahre im Filmbusiness gebraucht.

Waller-Bridge hat nämlich den Auftrag bekommen, das eigentlich schon so gut wie fertig gestellte Drehbuch für den 25. Bond-Streifen "No Time To Die" noch einmal zu überarbeiten. Mit ihren Serien wie "Killing Eve", "Fleabag" und "Crashing" hat sie bereits bewiesen, dass sie ein Händchen für komplexe Charaktere hat, die neue Perspektiven eröffnen. So wohl auch im neuen Bond-Streifen. Denn, so berichtet die britische Yellow-Press, 007 wird im neuen Film heiraten.

WAS?!

Ja, das mag verwundern, schließlich ist der Geheimagent doch für sein Image bekannt. In fast jedem Bond-Film hat er ein neues Girl an seiner Seite mit der er sich über sein ansonsten verkorkstes Seelenleben hinwegtröstet. Manchmal gehen sie dabei eben drauf – so ist es halt an der Seite eines Geheimagenten, man muss Opfer bringen.

Nun, daran wird sich in "No Time To Die" wohl einiges ändern. Den Berichten nach, soll Bond  Dr. Madeleine Swann ehelichen. Die kennen wir bereits aus dem vergangenen Bond-Film "Spectre", wo sie Daniel Craig als James Bond mächtig den Kopf verdreht, dabei aber ihr Ding durchgezogen hat. Und es kommt noch besser: Sie soll ihren Mädchennamen behalten.

Nun könnte man aus feministischer Sicht das gesellschaftliche Konstrukt einer Ehe zwischen Mann und Frau durchaus auch kritisch sehen, aber in einem James-Bond-Film ist es geradezu revolutionär. Laut der britischen Tageszeitung "Dailymail" ist auch der erste Dialog des Ehepaares bereits bekannt:

"Bond: 'Guten Morgen, Mrs. Bond! Swann: 'Meinst du nicht Ms. Swann?"

Für charmanten Wortwitz ist die Bond-Reihe seit Jahren bekannt, aber meistens ist es der Geheimagent selbst, der in solchen Dialogen brilliert. Hier ist es die Frau. Der eigentlich antiquierte Gang zum Altar befreit Bond auch von einem Laster. Die Zeiten, in denen Frauen für ihn nur schmückendes Beiwerk sind, sind vorbei.

Bond sucht eine Seelenverwandte und hat sie gefunden. Das fragile und traumatisierte Innenleben des ansonsten so toughen Agenten wurde bereits in "Spectre" und "Skyfall" angerissen, wird hier nun aber wohl konsequent weitergeführt.

Immerhin ist es auch der letzte Streifen mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Eine Ära geht zu Ende, die vielleicht die Weichen für einen weiblichen Bond stellen könnte – oder zumindest einen von Genderklischees befreiten 007. Die anscheinend kleine Geste, dass Miss Swann ihren Nachnamen behält, ist vielleicht auch von größerer Bedeutung als man denkt.

Noch immer ist es schließlich so, dass ein Großteil aller verheirateten Frauen bei der Eheschließung ohne groß nachzudenken den Namen des Mannes übernimmt. Obwohl sie es vielleicht gar nicht so sehr will. Aber es ist halt so. Wenn ein Mega-Kino-Blockbuster wie James Bond so etwas thematisiert, hat das Tragweite.

Ganz neu ist die Idee, dass Bond heiratet allerdings nicht

George Lazenby hatte in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" 1969 als Bond bereits einmal das Vergnügen zu heiraten. Blöderweise wurde seine Auserwählte kurze Zeit später vom Maschinengewehr martialisch durchlöchert. Da der neuste Bond-Film "No Time To Die" heißt, hoffen wir mal dass Léa Seydoux, die Madeleine Swann spielt, dieses Schicksal erspart bleibt.

Tatsächlich bin ich sehr optimistisch, dass die beiden eine moderne, gleichberechtigte Ehe führen können. Und wer weiß, vielleicht wird Bond nichtmal durch die äußeren Umstände oder von M gezwungen, seinen Job an den Nagel zu hängen, sondern quittiert den Dienst ganz freiwillig. Das wäre erst einmal eine Revolution!

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Quelle: Noizz.de