Ein Tag so überraschend wie der Looping bei Hyperspace Mountain.

Vor Kurzem war ich das allererste Mal im Disneyland in Paris. Ich bin kein sooo großer Disney-Fan, so viel gleich vorweg, doch die wichtigsten Filme habe ich gesehen und auch Spaß dabei gehabt. Trotzdem hat mich die Idee des Freizeitparks schon immer fasziniert. Ich liebe die Vorstellung, in eine Fake-Welt einzutauchen, die trotzdem real ist. Schließlich ist es ein "Fake-Restaurant", in dem man isst, aber es ist am Ende nichtsdestotrotz einfach ein Restaurant. Der Hyperrealismus des "glücklichsten Ortes der Welt" ist das, was mich in den Park außerhalb der französischen Hauptstadt gezogen hat. Meine Begleitung war dagegen eine alteingesessene Disney-Maus, die bereits in sämtlichen Locations das Freizeitvergnügen von Walt Disney genossen hat und schon als Kind über die Main Street im Disneyland in Paris geschlendert ist.

NOIZZ-Autorin Juliane im Disneyland Paris

Als wir auf den Eingang ins Disneyland zugehen, leuchten meine Augen

Ich bin ziemlich gespannt, was mich hinter dem opulentem Zugang in Form eines Hotels der Anlage erwartet. Wer schon einmal da war, weiß, dass man direkt auf einem kleinen Platz vor der Main Street landet, die einer amerikanischen Kleinstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachempfunden ist und mir dank der Herbstdeko sofort "Halloween Town"-Vibes gibt. Die Häuser sind derart geil künstlich gestaltet und verziert, dass ich mich direkt wie in einer Filmkulisse fühle.

Bevor der große Ansturm kommt, machen wir uns auf zu Hyperspace Mountain, einer Achterbahn in Anlehnung an "Star Wars", die einen ziemlich energetisch durch das "Weltall" ballert. Meine erste Fahrt führt direkt zu einem kleinen Bluterguss an meiner Schulter, trotzdem macht das krasseste Fahrgeschäft des Parks absolut Bock. Danach geht es weiter zu Big Thunder Mountain, wo wir bereits eine Stunde nach Öffnung des Parks eine halbe Stunde anstehen müssen, was mich als Freizeitpark-Laien total nervt. Die Bahn ist geil, vor allem die schreiende britische Schulklasse vor uns motiviert, ebenfalls total vor Freude auszurasten.

Doch während wir durch das Adventureland und Fantasyland schlendern, macht sich langsam Ernüchterung breit. Ich merke, dass ich es zwar interessant finde, alles so zu beobachten, doch dass sich die Disney-Magie bei mir einfach nicht breitmachen will und ich genervt bin, wie schrecklich gleich hier alle Besucher mit ihren Mickey-Mouse-Ohren aussehen. Während meine Freundin sich total freut, wenn sie ihre Kindheitshelden wie Peter Pan, Aladdin und Prinzessin Jasmin im Park sieht – sehe ich nur kratzige Kostüme, unechte Perücken und bei Aladdin möglicherweise sogar Brownface.

Immer ein paar Jährchen zu alt für alles

Ich habe keine Erinnerungen an meine Kindheit, die in meinem Gehirn aufploppen, wenn ich Goofy sehe oder das Dumbo-Fahrgeschäft betrete. Ich komme mir einfach nur ein bisschen zu alt für alles vor. Man merkt leider schnell, dass 70 Prozent der Attraktionen für Kinder konzipiert sind und einen als Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsspanne von 60 Sekunden wahnsinnig schnell langweilen.

Auch der allabendlichen Parade kann ich leider nichts abgewinnen. Während ich mich zwischen Tausende Menschen drängen muss, um überhaupt etwas zu sehen, winken mir die schlecht verkleideten Disney-Charakter übertrieben albern zu und lipsyncen wenig überzeugend zu kurzen Song- und Textschnipseln, die aus den lauten Boxen der Umzugswagen dröhnen. "Ich fand die Parade richtig cool, in Kalifornien laufen da nur die Charaktere durch die Straßen ohne Wägen. Du nicht?", fragt mich meine Begleitung, als ich wohl sichtlich angeödet in der Menge stehe.

Am Ende des Tages ist Disneyland einfach nur ein schön gestalteter Freizeitpark, mit ein paar geilen Attraktionen, wie "Fluch der Karibik" oder "Star Wars". Hinzukommen ziemlich viele, sehr langweilige Attraktionen, bei denen man zwar den guten Willen und auch die süßen Details erkennt, aber man eigentlich doch lieber auf Instagram surfen will. Diese Magie, von der alle reden, spürt man als 25-jährige Disneyland-Jungfrau einfach nicht. Das soll nicht heißen, dass ich keinen tollen Tag mit meiner Freundin hatte. Sondern einfach nur, dass ich krasse Erwartungen hatte, die leider nicht erfüllt wurden.

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Quelle: Noizz.de