Der Fipronil-Skandal geht mir, naja, auf die Eier.

Torwart-Titan Olli Kahn sagte einmal diesen weisen Satz hier:

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Olli findet: Deutschland braucht Eier! Ich habe das Gefühl, viele Medienmacher haben Sympathien für Herrn Kahn. Zumindest scheinen sie sich in den letzten Tagen streng an seinen Rat zu halten. Wohin man guckt, Online-News, Zeitungskiosk, TV – überall nur Eier, Eier, Eier.

Verseuchte Eier, um genau zu sein. Fipronil ist drin. Ein Insektenschutzmittel. Insektenschutzmittel gehören nicht in Eier. Verstehe ich. Verstehen auch die Supermarktketten. Aldi beispielsweise hat Eier komplett aus dem Sortiment genommen. Richtig so. Damit ist die Sache gegessen, könnte man meinen. Aber weit gefehlt.

In allen Medien sieht, liest und hört man noch immer alles rund um die „Gift-Eier“. Ist das wirklich nötig? Ich finde: Nein! Das Thema wird viel größer gemacht als es ist. Was passiert denn eigentlich, wenn ich ein Fipronil-Ei esse? Lustigerweise: höchstwahrscheinlich gar nichts!

„Für Erwachsene ist das noch nicht gefährlich“, hat eine Sprecherin des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) dem Spiegel erklärt. Sieben Fipronil-Eier in 24 Stunden könne ein erwachsener Mensch von 65 Kilo Körpergewicht essen – ohne Auswirkungen. Ich habe den Eindruck, viele Medienmacher finden das fast schade – die Eier geben einfach keine besonders guten Horrorgeschichten her. Mist aber auch! Wenn sich in nächster Zeit nicht irgendjemand findet, der acht von den „Gift-Eiern“ isst, wird's bald wieder langweilig.

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Klar, bei Kindern ist die Gefahr eine größere. Aber eine simple, kurze Warnmeldung, liebe Medien, wäre doch ausreichend. Warum muss das Ei gleich auf alle Titelseiten, warum müsst ihr Angst und Panik verbreiten?

Manchmal hilft es, die Welt ein bisschen nüchterner zu sehen. Alles geht irgendwann vorbei, auch der Fipronil-Vorfall. Und hoffentlich auch die Panikmeldungen dazu. Dann habe ich endlich wieder Ruhe vor den blöden Eiern. Bis der nächste Lebensmittelskandal kommt.

Quelle: Noizz.de

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