... zumindest bei Opernball-Stammgast Mörtel Lugner.

Es wird endlich durchgelüftet beim traditionsträchtigen Opernball in Österreichs Hauptstadt: Zum ersten Mal in der 64-jährigen Geschichte der Tanzveranstaltung wird ein gleichgeschlechtliches Paar "debütieren". Heißt im Klartext: Iris Klopfer (22) und Sophie Grau (21) sind eines von 144 jungen Tanzpaaren (im Alter zwischen 17 und 24 Jahren), dass am 20. Februar mit dem sogenannten Einzug den Opernball in der Wiener Staatsoper eröffnet.

Damit werden die beiden in die Geschichte eingehen: Traditionell bestehen die Tanzpaare aus Jungdamen- und Jungherrenkomitees – wie man den tanzenden Nachwuchs in Wien nennt. Also Mann und Frau, jeweils in schwarzem Frack und weißem Ballkleid. Im "Spiegel"-Interview erklärten Sophie und Iris, dass sie sich voll und ganz an die Kleidervorgaben halten werden. Iris fühlt sich im Ballkleid wohl, Sophie hingegen erklärt, dass sie für Theaterrollen hin und wieder auch in Kleider schlüpfe, "aber bei einem so ernsten Ball ist das für mich nichts, denn ich identifiziere mich als nichtbinär", so die Schwäbin zum "Spiegel". Sophie wird im eigens geschneiderten Frack das Parkett betreten.

Der Wiener Opernball setzt damit ein Zeichen gegen Homophobie heißt es von Seiten der Ball-Veranstalter

Fanden nicht alle gut: Opernball-Stammgast und Bauunternehmer Richard "Mörtel" Lugner zeigte sich ziemlich shady. Er findet, dass zu einem Tanzpaar ein Mann und eine Frau gehören. Aber Lugner glaubt auch, dass es cool sei, seine Ehe mit der 47 Jahre jüngeren Cathy Lugner für die Publicity auszuschlachten oder sich jedes Jahr einen Hollywood-Star als Begleitung einzukaufen um zu zeigen, was für ein toller Hecht er doch ist.

Der Opernball zeigt sich vom Lugner jedenfalls wenig beeindruckt. Ziemlich unterkühlt wurde darauf hingewiesen, dass die Grundvoraussetzung sei, einen Linkswalzer tanzen zu können – und das haben Sophie und Iris allemal drauf. Ansonsten mussten sie sich ganz offiziell um einen Platz auf dem Tanzparkett bewerben. Bei Annahme kostet ein Ticket dann schlappe 140 Euro.

Die beiden jungen Frauen tanzen schon seit sechs Jahren. Mit ihrer Teilnahme am Opernball wollten sie eigentlich keinen großen Skandal auslösen, sondern einfach vor erhabener Kulisse eine runde tanzen. Privat sind sie kein Paar, sondern Freundinnen, die sich schon seit der Schule kennen. Beide bekennen sich offen als Teil der LGBTQI-Community. Vielleicht ist es für sie kein so großer (Tanz-)Schritt auf dem Wiener Opernball, für die Community dürfte das Aufbrechen eingestaubter Traditionen allerdings durchaus eine große Sache sein.

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  • Quelle:
  • Noizz.de