Wir wollen euch nicht langweilen: Peinliche Interviews von US-Präsident Donald Trump gibt es wie Sand am Meer. Dass er sich mit (uninformierten) Falschaussagen lächerlich macht, gehört im Leben des 74-Jährigen zum Alltag. Sein neues Gespräch mit Interviewer Jonathan Swan für "HBO" schießt allerdings den Vogel ab – und ist wohl gleichzeitig das beste und peinlichste Interview, das wir von und mit Donald Trump je gesehen haben. Das sind die Highlights.

Es ist wohl das beste Trump-Interview aller Zeiten, weil Interviewer Swan brilliert und zeigt, wie gut man populistische Gesprächspartner auflaufen lassen kann, wenn man informiert ist und seinen Job beherrscht. Auf der anderen Seite ist es das peinlichste Interview, weil Trump mit seinen leeren Behauptungen genau deshalb kein Land gewinnt und sich ein ums andere Mal bloßstellt.

Das insgesamt 37-minütige Gespräch ist ein Muss, aber wer gerade keine halbe Stunde für Trumps Gelaber übrig hat, für den haben wir die Highlights zusammengefasst.

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Trumps Quellen – Magazine und Bücher. Aber welche?

Ein Dialog für die Ewigkeit – im Gespräch um die weiterhin eskalierende Corona-Situation in den USA, versucht Trump, ein Schlupfloch für sein katastrophales Management zu finden.

"Du weißt es sicher, aber man kann auch zu viel testen", stellt Trump in den Raum.

"Sagt wer?", will Swan wissen.

"Lies die Zeitungen"

"Welche Zeitungen?"

"Lies die Bücher"

"Welche Bücher?"

"Wie dem auch sei, jedenfalls [...]"

Wundervolle Argumentationskette. Es folgt eine kleine Glanzleistung von Corona-Management, denn – man höre und staune – Trump hatte anfangs keine Tests, weil es keine Tests gab.

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Donald Trump hatte keine Corona-Tests, weil es keine Corona-Tests gab

"Wir testen so viel in den USA, weil sich das Virus bei uns so stark verbreitet hat", eröffnet Swan, aber Trump sieht das anders. "Wir testen so viel, weil wir die Möglichkeiten haben", findet er – einer seiner großen Corona-Verdienste – denn: "Wir hatten anfangs ja gar keine Tests. Als ich die Coronasituation übernommen hatten, da hatten wir noch nicht mal einen Test. Wir hatten keinen Test, weil es keine Tests gab." Klingt erst mal schlüssig – wenn es keinen Test gibt, kann man auch keinen Test besitzen. Doch das triviale dieser Aussage ist eigentlich etwas ganz anderes.

"Es gab vor Corona ja auch kein Corona, natürlich gab es da noch keine Tests. Wie sollte auch ein Test für eine Sache existieren, die es gar nicht gibt?", entgegnet Swan, worauf Trump "richtig" antwortet und man sich als Zuschauer fragt, was im Kopf des Präsidenten eigentlich los ist. Zurück zu den Corona-Fällen ...

Trump findet, "wir haben so viele Fälle, weil wir die besten Tester der ganzen Welt sind."

Aber Swan geht es überhaupt nicht um die offiziellen Fälle, sondern die alarmierenden Todeszahlen in den USA – täglich 1.000.

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Der "Absolut keine Ahnung, worum es hier geht, aber ich lasse mir mal nichts anmerken"-Blick

Trumps Stegreif-Referat mit Statistiken, die er selbst nicht richtig lesen kann

Beim Thema "Tod" ist Trump vorbereitet und holt er ein paar Din-A4-Blätter unter seinem Stuhl hervor, die aktuelle Statistiken über Corona zeigen. Scheinbar hat er sich die im Vorfeld nicht wirklich angesehen, denn seine Präsentation erinnert an Schüler*innen der 8. Klasse, die in ihrem schlechtesten Fach aus dem Stegreif ein Referat improvisieren müssen.

"Also ... hier haben wir eine Statistik, uuund ...die Vereinigten Staaten sind am niedrigsten in ... verschiedensten Kategorien. Wir sind niedriger als ... die Welt" "niedriger als die Welt?!" "... niedriger als ... Europa" "Aber in was?", will Swan wissen.

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Nun, das weiß auch Trump nicht so genau, aber kein Problem: "Hier, schau es dir selber an", und gibt Swan ernsthaft die Seite mit der Statistik, die er selbst nicht richtig lesen kann. Die zeigt allerdings die Tode im Verhältnis zu Corona-Fällen, der Interviewer redet seit Minuten aber über die Tode im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, die in den USA so hoch sind, wie in keinem anderen Land der Welt.

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Besonders dieser Teil mit den ausgedruckten Statistiken geht gerade über all auf Social Media viral. Selbst ein deutscher Retweet des Abschnitts auf Twitter hat schon über 40 Millionen Aufrufe. Das gesamte Interview trendet währenddessen auf #1 der YouTube-Charts und erzeugt Aufmerksamkeit ohne Ende.

Am 3. November 2020 ist die neue Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten.

Quelle: Noizz.de