Und Sebastian Preuss kann nicht mal wirklich was dafür ...

Jubiläen sind immer eine heikle Angelegenheit. Feiert man den Anlass gebührend, mit allem, was dazu gehört – also einer fetten, fetten Party und viel Aufmerksamkeit? Feiert man im kleinen Kreis? Oder macht man kein großes Ding draus? Im Falle der zehnten "Bachelor"-Staffel hat sich Stammsender RTL wohl eher für letzteres entschieden.

Es passierte nämlich eigentlich nichts. Zwar gab es ein Update zum alten Intro – nicht mehr das catchy "Boys & Girls" von Martin Solveig und Dragonette, dass in seiner Trashigkeit so herrlich zu dem Format gepasst hat – , sondern das tragend-dramatische "It's A Man's World" von Seal. Und damit begann eigentlich schon der Untergang der Sendung.

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Dieses mal muss sich der 29-jährige Sebastian Preuss zwischen 22 Frauen entscheiden, die diesmal entweder Jenny, Jenny, Jenny oder Jessica, Jessica oder aber Birgit heißen. Der neue Junggeselle mit den Rosen im Gepäck hat natürlich eine krasse Hintergrundgeschichte: Mit 18 war er im Knast, ist nun aber rehabilitiert und hat ein neues Leben als Unternehmer und Profi-Kickboxer gestartet.

Das Problem ist nur, dass leider keine der Jennys oder Jessicas Sebastian besonders gut findet. Denn der ist einfach nur ein ganz normaler, netter Dude. Ich weiß nicht, was RTL beim Casting angestellt hat, ob niemand mehr Bock hatte, oder alles zu krass war, aber Sebastian kann einfach nicht vor der Kamera agieren. Er ist wie Bernd das Brot, wenn die Frauen da beim Dating mit ihm unterwegs sind.

Der vorgesehene Plan, den die Caster wahrscheinlich bei ihm hatten, ist bisher zumindest nicht aufgegangen. Keine der "Ladies" ist angesichts seiner Vergangenheit schwach geworden, hatte Mitleid oder hat floskelmäßige Sprüche à la: "Menschen ändern sich!" oder "Jeder hat eine zweite Chance verdient!" abgelassen.

Stattdessen haben bereits zwei Frauen ihre Koffer ganz freiwillig in Folge zwei gepackt, die Verbliebenen sind mit internen Intrigen und Lästereien so sehr beschäftigt, dass sie sich mit Sebastian jetzt eigentlich nicht so wirklich auseinandersetzen. Manch eine (Wioleta) hört ihren Namen in der Nacht der Rosen, obwohl sie nicht mal aufgerufen wurde. Und Dirndl-Queen und Tennis-Coach Denise-Jessica, lässt sich einfach mal zwei Folgen und ein Einzeldate Zeit, ehe sie den armen Tölpel aufklärt, dass beide sich kennen, weil er ja mal ihre Freundin und sie doppelgedated hat – bitte was?!

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Und was macht Sebastian mit dieser Situation?

Gut, er könnte einen Batida-de-Coco-Marketing-Getränk nach dem nächsten kippen, macht er aber wahrscheinlich nur heimlich. Viel eher macht er die Merkel und wartet ab. Müsste ich ihm ein Schulzeugnis ausstellen, es würde die Formulierung "stets bemüht"enthalten, was soviel wie "er hat es versucht, war aber nicht wirklich erfolgreich", bedeutet.

Diesen Fehler versucht er überzukorrigieren, indem er einfach jeder Frau, die halbwegs nett zu ihm ist, eine Rose gibt. Eine DSDS-Kandidatin singt ihm schrecklich schief ein Liebeslied vor? Herzlichen Glückwunsch, eine Rose! Du hast einen verstauchten Knöchel und reist trotzdem zu ihm in eine Drogenkartell-Stadt nach Mexiko? Danke dir, du bekommst als Belohnung eine Rose. Du hast ein ganzes Date mit mir überstanden, ohne dir eine Blasenentzündung zu holen, weil du klitschnass auf einem Holzsteg mit mir Chillen musstest? Das ist eine Rose wert!

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Und so geht diese Misere bereits zwei Folgen lang (Spoiler: Es wird auch in Folge drei nicht besser. Die Vorschau der Küsse: Fremdscham pur). Was noch viel schlimmer und als Zuschauer kaum zu ertragen ist, ist die Art und Weise, wie die gecasteten und womöglich mit einem Zwangshonorar engagierten Ladies mit dem stets bemühten Bachelor umgehen. Sie reden mit ihm, als hätte er sie allesamt betrogen oder wäre schon ihr Ex.

Was ist mit der Dating-Show passiert?

Hat sie ihren eigenen Zenit überschritten? Oder sind wir übersättigt von diesem Typus Mann? Brauchen wir vielleicht einen Colton, der in den USA alle Prinzipien über Bord geschmissen hat und einfach keine der Finalistinnen gewählt hat, sondern eine eigentlich längst ausgeschiedene Kandidatin zurückgeholt hat? Ich bin ratlos. Die zehnte Staffel von "Der Bachelor" sie könnte die Letzte sein. Wenn in den nächsten Folgen nicht ein Wunder geschieht.

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Aber eins weiß ich genau: Wahrscheinlich war es von RTL nicht so eine gute Idee, dieses runde Jubiläum nicht fett zu feiern.

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  • Quelle:
  • Noizz.de