Niveau-Limbo zum 1. April: "Der Bachelor" Sebastian Preuss wollte lustig sein – doch er hätte sich seinen "Aprilscherz" besser verkneifen sollen. Auch seine Entschuldigung lässt zu wünschen übrig.

Gestern war der 1. April und auch "Der Bachelor" Sebastian Preuss wollte an der jährlichen Scherzerei teilhaben. Auf Instagram schrieb der 30-Jährige: "Hey meine lieben Leute, es ist an der Zeit, mit der Wahrheit herauszurücken. Aus meinem besten und langjährigen Freund ist mein geliebter Schatz geworden. Über die Jahre bist du mir besonders wichtig geworden und die Zeit als Bachelor habe ich genutzt, um zu erkennen, ob meine Gefühle dir gegenüber der Wahrheit entsprechen." Seinen "Schatz" namens Chris verlinkt er auf zwei Bildern. Auf einem wird ein Zungenkuss angedeutet.

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"An alle Mädels: Es tut mir furchtbar leid!"

"Meine lieben Leute, bitte seid mir nicht böse, aber ich stehe zu meinen Gefühlen und bin überaus dankbar darüber, dass ich es endlich über mein Herz gebracht habe, euch diese Nachricht mitzuteilen. Wahrscheinlich ist meine Entscheidung der letzten Nacht der Rosen endlich nachvollziehbar", heißt es in dem mittlerweile gelöschten Post weiter. In der letzten Nacht der Rosen, dem Finale der TV-Show, gab es zum ersten Mal überhaupt nämlich für keine der Frauen eine Rose. Der Post endet mit den Hashtags #love, #gay, #boyfriend, #lgbt und Regenbogen-Emoji. Klar, mitnehmen was geht!

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Bevor Sebastian den "Aprilscherz" selbst in seiner Story auflöst, braut sich in den Kommentaren unter dem Post bereits ein Shitstorm zusammen. Eine Followerin schreibt: "Ich finde, dieser Aprilscherz ist nicht sehr lustig. Viele Menschen haben gekämpft, damit sie mit der Person zusammen sein können, die sie lieben. Viele trauen sich heute noch nicht, sich zu outen." Ein anderer: "Irgendwie finde ich es nicht lustig, mit sowas einen Aprilscherz zu machen. Das degradiert wieder mal die LGBTQI-Community."

Entschuldigung? Eher ein Händeringen nach Rechtfertigung

In seiner Story liefert Sebastian schließlich eine Rechtfertigung: Die aggressiven Kommentare könne er "in der heutigen Zeit" (?) nicht nachvollziehen. In "seinem Bekannten- und engen Freundeskreis" habe er "sehr viele Schwule", die ihm "WIRKLICH im Laufe der Zeit und Jahre ans Herz gewachsen" seien. Mit dem Post habe er denen helfen wollen, die sich verstecken müssten – dann faselt er noch irgendetwas von Demokratie. Kurzum: Sebastian will sich rausreden.

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Die ermahnenden Kommentare scheinen ihn dazu inspiriert zu haben, seine Story jetzt so zu drehen, als ob der Post von vorneherein Menschen dazu habe ermutigen sollen, so zu leben wie sie möchten. Ja ne, ist klar. Der Klassiker "Ich kann nicht rassistisch/homophob/... sein, denn ich habe viele Schwarze/schwule/.... Freunde" darf da natürlich nicht fehlen. CRINGE! Wenige Stunden später kommt doch noch eine Entschuldigung – am Donnerstagnachmittag ist der Post dann endgültig gelöscht.

Die Entschuldigung lässt zu wünschen übrig...

Nein, Sebastian Preuss wollte niemanden absichtlich verletzten, er wollte lustig sein. Leider hat er sich dabei an besonders niedrigem Niveau bedient à la: Worauf reitet sich ein Witz besser als auf dem Rücken von anderen – and außerdem: schwul – LOL! Wir haben nicht erwartet, dass der "Bachelor" superwoke ist, aber ein Fake-Coming-Out als Aprilscherz?: #cancelled

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  • Quelle:
  • Noizz.de