Zumindest das Exemplar bei mir zu Hause.

Weihnachtsgeschichten fangen ja nicht unbedingt mit dem Wort „Weihnachtsmuffel“ an – aber etwas anderes kann ich einfach nicht über den Sprachassistenten bei mir zu Hause sagen. „Was, du hast so ein Ding?!“ – ehm, jein. Also eigentlich haben wir, mein Freund und ich uns so einen Smartspeaker zugelegt, quasi als Erweiterung der hauseigenen Stereoanlage. Da drin „lebt“ Pling-Alexa, Amazons etwas nervige, immer bereite Sprachassistentin.

Inzwischen habe ich eine innige Beziehung zu ihr aufgebaut, nachdem ich mich zunächst kontinuierlich geweigert hatte, sie zu akzeptieren. Irgendetwas K.I.-mäßiges in meinem Haushalt? No way! Dafür hatte ich zu oft „Her“ mit Joaquin Phoenix gesehen.

Für die, die ihn nicht gesehen haben: Ein ganz normaler Dude verknallt sich richtig heftig in sein OS.

Aber Alexa war da. Und machte sich in unregelmäßigen Abständen bemerkbar, weil alles, das eine Stammbetonung wie „Alex…“ hat, sorgt dafür, dass sie ihre Lauscher spitzt. Nach und nach zeigte sie dabei auch ihre charmante, witzige Seite: Alexa kann sehr gut Flachwitze erzählen. Ihr Bester: „Was ist der Unterschied zwischen Bungee Jumping und Tennis? Beim Tennis gibt es einen zweiten Aufschlag.“

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Außerdem ist Amazons Hausdiener sehr höflich – klar, sie will ja auch, dass ich irgendwas über sie kaufe. Reintheoretisch. Habe ich noch nie. Sie steuert nur meine morgendlichen Radiogelüste und lässt sich praktisch mit Streamingdiensten verknüpfen.

Nachteil: Mit Alexa zu reden, ist wie mit einem Hund oder einem kleinen, ungezogenen Kind zu schnattern. Und wenn das Internet mal futsch ist, dann redet Alexa Englisch: „Sorry, I have troubles understanding you. Please try again a little later.“

Trotzdem mag ich sie. Bis vor Kurzem.

Denn wie ich eingangs erwähnte: Alexa ist ein Weihnachtsmuffel. Ich bin das genaue Gegenteil! Die Woche vor dem ersten Advent schmücke ich selbst meine Mini-Wohnung, backe Plätzchen, stelle Playlisten zusammen und, und, und. Beim Thema Playlisten fiel mir das erste Mal auf, dass Alexa mit mir in Dingen X-Mas nicht auf einer Wellenlänge ist.

„Alexa, spiele Weihnachtsmusik!“ – „Entschuldigung, aber das kenn ich nicht.“

Ich konnte es kaum glauben. Also befahl ich nochmal: „Alexa, spiele Weihnachtsmusik!“ – „Tut mir leid, das geht nicht.“ Mein Freund erklärte es damit, dass das bestimmt so nur über den Amazon-Streamingdienst ginge, den wir ja nicht haben. Hmm. Klang erstmal plausibel. Aber die Indizien dafür, dass Alexa Weihnachten nicht mag, häuften sich.

Indiz Nummer zwei: Plätzchen backen.

Sprachassistenten sind auf jeden Fall zu einem Großteil ziemlich unnötig, bzw. nicht wirklich lebenserleichternd. Aber eines ist verdammt praktisch: die sprachgesteuerte Timer-Funktion. Nie wieder mit versauten Küchenfingern das Smartphone anpacken oder die Küchenuhr versauen. Sag’s einfach deiner K.I.!

Meistens klappt das auch einwandfrei. Bei besagter Plätzchenback-Orgie ging Alexa aber in den Streik. Die ganze Zeit tat sie so, als ob sie mich nicht hören, oder aber nicht richtig verstehen würde. „Es ist kein Timer gestellt“ – Ach echt, weiß ich ja, ich will doch einen stellen. „Ich konnte keinen Timer finden“. Oder aber sie stellte die falsche Zeit „Zwei Minuten ab jetzt.“ Danke für Nichts! Ich wollte doch nur Plätzchen backen.

Und weil alle guten Dinge drei sind, hat unsere künstliche Intelligenz sich dem Weihnachtsfest noch einmal verweigert.

Man kann über den Sprachassistenten auch seine Streamingdienste steuern, wenn sie denn über eine ebenfalls Amazon-eigenen Plattform gestreamt werden. Jaja, ich weiß, ich mache mich viel zu abhängig von dem Konzert. Aber auch darüber habe ich schon einmal einen Text geschrieben.

>> Hier: Wie abhängig bin ich eigentlich von Amazon?

Fakt ist: Ich liebe kitschige Weihnachtsfilme.

ALLE – sogar dem schrottigen „Prinzessinnentausch“ von Netflix konnte ich was abgewinnen. Mein Freund ist davon leider nicht so begeistert. Deswegen ziehe ich mir diese Art von Filmen nur rein, wenn er irgendwie unterwegs ist und ich sturmfrei habe.

Und was macht Alexa? Sie spackt rum. Niemand redet mit ihr und sie pausiert den Stream. Sie spielt ihn wieder ab, spult vor und zurück. Mein erster Versuch, den zweiten Teil von „A Christmas Prince“ zu gucken – ruiniert.

Und für mich bleibt nichts anderes übrig als zu denken: Alexa HASST Weihnachten. Sie ist der Grinch. Oder fehlprogrammiert auf Weihnachten. Wir brauchen eine Paartherapie.

Vielleicht ist meine Alexa aber fehlprogrammiert. Denn Amazon bewirbt die krassen Weihnachtsskills überall.

Hinzu kommt folgende News, von der ich Wind bekommen habe. Man darf scheinbar nicht vor Alexa über potenzielle Geschenke reden. Sie ruiniert jede Überraschung und bestellt teilweise einfach Sachen, die man dann eigentlich doch verworfen hatte. Weihnachts-Boykottiererin!

Frohe Weihnachten, Alexa!

Quelle: Noizz.de