Corona hat uns alle aus der Bahn geworfen, und wer wie gut mit den Einschränkungen zurechtkommt, ist total unterschiedlich. Deshalb ist selbstverständlich, wenn die eine die Regeln ein bisschen strenger und der andere ein wenig lockerer auslebt. Aber dann gibt es die, die die Regeln auf so ignorante und dumme Art brechen, dass man es nicht fassen kann. Die Corona-Typen zum aus der Haut fahren und Hasskicks schieben.

"Jeder tut, was er oder sie kann" ist das Motto der Stunde, und die, denen es leichter fällt, schützen damit die, die ein bisschen mehr Spielraum brauchen. So weit so gut. Ein paar Dinge kann und muss aber jede*r tun, zum Beispiel Masken tragen, an keinen Gruppentreffen teilnehmen oder sich die Hände waschen. Das ist easy und wird deshalb von fast allen gemacht. "Fast" ...

Denn es gibt auch die, die weder tun, was sie persönlich können, noch, was das Mindeste ist. Menschen, die mit ihrer ignoranten Fahrlässigkeit selbst die kleinsten Kleinigkeiten in der Öffentlichkeit nicht gebacken kriegen. Die, die auf die dümmste und unnötigste Art unverantwortlich handeln. Das gibt mir so richtig den Hasskick, und hier ist er für euch:

Ein Rant über fünf Arten von Corona-Typen, die dermaßen dämlich sind, dass ich mich ernsthaft frage, ob Covid-19 möglicherweise nicht nur krank, sondern auch einfach hohl macht.

An die Maske fassen soll man sich auch dann nicht, wenn man überlegt, ob man sich eigentlich mal wieder an die Maske fassen könnte.

1 - Maske unterm Kinn in den Öffis

Wie. Kann. Man. So. Dumm. Sein? Da hat man schon die Maske, da sitzt sie sogar schon im Gesicht – und man klappt sie einfach unters Kinn und fährt mit diesem nutzlosen Lappen um den Hals Bahn, als sei das Teil eine scheiß Strasskette. Wenn mir jetzt jemand sagen würde: "An was denkst du, wenn du dir einen richtig dummen Menschen vorstellst?", das wär es er: der Mensch mit Maske unterm Kinn. Ignorant, unverantwortlich und einfach an allem vorbei, was gerade auf der Welt passiert.

Und als sei das gerade en vogue die Dinger so zu rocken, sieht man ernsthaft in jedem zweiten Bahnabteil irgendeinen Fatzke so rumsitzen. Maske unterm Kinn – das ist die Kuh auf der Weide, die nichts kann außer muhen, fressen und riesige Fladen scheißen. Ekelhaft.

2 - Der Zwiebelsack-Alman

Ich neulich so in der Discounter-Schlange. Alle mit Maske, alle mit Sicherheitsabstand. Mega. Vor dem Durchschreiten der Schiebetüren noch mal groß und fett den Sicherheitshinweis gelesen: "Bitte fassen Sie keine Lebensmittel unnötig an." Irgendwie selbstverständlich, denke ich mir, aber trotzdem richtig nice, dass die das noch mal schreiben. Vier Meter weiter beim Gemüse kniet eine Frau an einer riesigen Zwiebelkiste, in der übervoll gestopfte orangene Netze lungern. Inhalt: pro Netz um die 20 exakt gleich aussehende rot-braune Zwiebeln für – keine Ahnung – zwei Euro den Sack?

Und was macht die? Fummelt jeden – und ich meine wirklich jeden – dieser industriell genormten Säcke an, komplett unwillig ihn wieder zurückzulegen, bevor nicht jedes einzelne Glied ihrer Finger dran gegrabbelt hat, um eine eventuell ausbesserungsfähige Zwiebel zu entlarven. Lebensmittel sorgsam aussuchen hin oder her, das waren einfach normal ass Zwiebeln. Ich bin auch picky, aber die waren alle gleich. Und das einzige, was günstiger als Zwiebeln ist, sind reduzierte Zwiebeln. Goddamnit. Wie ein Hund beim Pissen, wollte die ihr Revier markieren oder was?

Endlich mal wieder mit allen Freunden, die man hat, gemeinsam joggen gehen und sich gegenseitig anschwitzen. Nice und chillig, und dank Corona haben sogar alle Zeit.

3 - Gruppenverabredungen zum: Joggen

200 Meter neben meiner Wohnung ist ein richtig schöner, großer Park. Ich jogge da täglich einmal durch, wie viele andere auch. Die Wiesen sind bei gutem Wetter proppenvoll, auch in den letzten Wochen. Ich werde nicht lügen, momentan hält sich fast niemand mehr an die Ausgangsbeschränkungen. Es gab aber ein paar kurze Wochen, da gab es so gut wie keine Gruppen, sondern eigentlich nur Zweierpaare. Jetzt sieht es aus wie in jedem anderen Berliner Frühling. Was mich trotzdem von Anfang an abgefuckt hat: Gruppen von Joggern, Gruppen von um die fünf Student*innen, die vielleicht zusammen wohnen, aber vielleicht auch einfach nicht.

Joggen. Zusammen joggen ist so hirnrissig. Das kannst du auch alleine machen. Joggen ist nicht wie eine Verabredung mit einem Menschen, für die du nämlich zwangsweise einen anderen Menschen brauchst. Joggen ist einfach nur laufen, das geht so einfach alleine. Aber nein. Zu fünft. Und dann kommt noch hinzu, dass du dabei schwitzt, vielleicht spuckst, vielleicht die Nase schnupfst. Heißt: schön Körperflüssigkeiten versprühst, zum Beispiel auf deine Jogginggruppe direkt 30 Zentimeter neben dir. Körperflüssigkeiten, die die Hauptquelle von Infektionen sind. "Vermeidet unbedingt Gruppen von mehr als zwei Personen, haltet Mindestabstand und schützt euch in jedem Fall vor fremden Körperflüssigkeiten!" – jau, lass doch am besten dann zu fünft joggen gehen, oder?

"Hahahaha, wenn wir einfach nachts zusammen kiffen gehen, dann kann uns auch keiner anmeckern, weil wir uns nicht an die Corona-Maßnahmen halten."

4 - Heimlich regeln brechen

Ich jogge gerne richtig spät, teilweise nach Mitternacht. Wenn ihr wüsstet, wie oft ich dann im Park in Gruppen von Jugendlichen renne, oft Typen. Zu viert auf der Bank, Arm über der Schulter vom Nachbarn, ein Joint geht rum, ab und zu spuckt einer auf den Boden. Tagsüber sieht man die nicht. Ist ja auch verboten und jede*r zweite Spaziergänger*in würde sie ankacken. Aber – ha! – nachts sieht man nichts, also wer will was machen?

Da muss man erst mal drauf kommen: Ausgangsbeschränkungen brechen, aber heimlich. Richtig smart nämlich, weil wenn man ja niemandem sagt, mit wem man sich alles trifft, dann kann einem ja auch niemand 'nen Vorwurf machen. Was geht eigentlich in Köpfen ab, aus denen solche Gedanken kommen – und dann auch noch umgesetzt werden? Bei einer Bekannten von mir ist das auch so: Die trifft sich tagsüber heimlich mit Freundinnen und kommt danach zurück in ihre WG, ohne denen was zu erzählen. Der Rest der WG hält sich nämlich seit Wochen konsequent an die Einschränkungen.

Einfach nur geil: Kontakte verheimlichen, um sich nicht rechtfertigen zu müssen – und dadurch die Gesundheit anderer Menschen zu gefährden, die da aus einer Quelle angesteckt werden, die sie einfach nicht auf dem Schirm haben können, um sich vor ihr zu schützen – und womöglich sogar nicht Kontakt zu Risikogruppen haben. Fan-fucking-tastic.

5 – Keine Ahnung – alles?

Ey, ich will nicht mehr. Wie wärs mit: Beim Supermarkt in die Lücken der Schlangen stellen und damit Sicherheitsabstände brechen und gleichzeitig vordrängeln? In die Hand niesen und danach auf den Türknopf der Bahn drücken oder den Einkaufswagen schieben? Jede Gelegenheit nutzen, um endlich wieder shoppen zu gehen – als gäbe es kein Leben ohne Insta-Pflanzen von Ikea? Dem eigenen Kind eine Maske aufziehen, aber selbst keine tragen?

Wie viele Leute fallen dir noch ein? Oder findest du dich selbst irgendwo wieder? Ey: Das dauert vielleicht alles noch ein bisschen länger, aber die Maßnahmen werden ja gerade Woche für Woche gelockert. Übertreib es einfach nicht und sieh zu, dass du die paar Basics auf die Kette kriegst, die wir gerade brauchen. Unzählbar viele Kleinunternehmer, Corona-Arbeitslose und Risikogruppen danken dir.

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Quelle: Noizz.de