War der öffentliche Druck am Ende doch zu groß? Zum Start der Berlinale bezieht der Oscar-Preisträger und Vorsitzender der Filmfestival-Jury noch einmal Stellung zu seinen fragwürdigen Kommentaren über gleichgeschlechtliche Ehe und Frauen.

It's that time of the year again: Die Berlinale, Deutschlands wohl wichtigstes Filmfestival ist gestartet – und damit auch der Wettbewerb um die Auszeichnung des "Goldenen Bären". Wer den renommierten Preis bekommt, entscheidet bis zum 1. März eine Fachjury, die aus bekannten und etablierten Schauspielern, Filmemachern und Produzenten besteht. In diesem Jahr wird die Jury von dem 71-jährigen Hollywood-Star Jeremy Irons geleitet. Das hatte im Vorfeld der Internationalen Filmfestspiele für jede Menge Kontroverse gesorgt.

Mehr über die Hintergründe in aller Ausführlichkeit kannst du hier noch einmal nachlesen:

>> Homophob und sexistisch? Fangt an euch über Berlinale-Jurypräsidnet Jeremy Irons aufzuregen!

Fragwürdige Kommentare zu gleichgeschlechtlicher Ehe und Sexismus im Job

Denn der Schauspieler, der 1991 sogar den Oscar als Bester Hauptdarsteller abräumte, hat sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert: In diversen Interviews gab er fragwürdige Kommentare ab zu Themen wie gleichgeschlechtlicher Ehe und Sexismus im Job. In einem Gespräch mit der Huffington Post im Jahr 2013 sagte er etwa, dass ihm die gleichgeschlechtliche Ehe eigentlich egal ist, er aber befürchte, Menschen würden diese Art der Ehe nutzen, um Steuern zu sparen.

In einem Gespräch mit der "Radio Times" sagte er, Political Correctness würde zu weit gehen: "Wenn ein Mann seine Hand auf den Hintern einer Frau legt, kann eine Frau, die ihren Wert kennt damit umgehen." Dafür entschuldigte er sich nun – mehr noch, er gab sich in seinem Statement als eine Art Anwalt der Frauen und bereue seine früheren Aussagen.

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Irons betonte, er unterstütze voll und ganz die weltweite Bewegung für die Rechte von Frauen und dafür, sie gegen missbräuchliche und respektlose Belästigungen zuhause und am Arbeitsplatz zu schützen. Irons sprach sich auch für die gleichgeschlechtliche Ehe und das Recht zu Schwangerschaftsabbrüchen aus, sollten sich Frauen dafür entscheiden. Es gebe viele Teile der Welt, wo diese Rechte noch nicht existierten.

Jeremy Irons Reue alles nur Show?

Er hoffe, dass einige Filme, die die Jury sehe, diese Themen auch aufgreifen würden, sagte Irons weiter. Alles nur Image-Show oder echte Reue? Naja, wenn der öffentliche Druck und die Berichterstattung über Irons dazu beigetragen haben, dass er seine Meinung ändert, ist das doch etwas wert. Immerhin ist er Vorsitzender einer Jury für ein Filmfestivals, das zu den diversesten auf der ganzen Welt gehört.

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Insgesamt 18 Wettbewerbsfilme wird die Jury bewerten. Die Filmfestspiele feiern in diesem Jahr ein Jubiläum – es ist die 70. Berlinale. Als Eröffnungsfilm wurde "My Salinger Year" gezeigt, ein Coming-Of-Age-Film über eine Literaturstudentin und Verlagsmitarbeiterin, die die Fanpost des berühmten Schriftsteller J. D. Salingers beantwortet.

>> So war übrigens die Berlinale 2019

  • Quelle:
  • Noizz.de