Irgendwann ist jedes Fass voll, auch das von Instagram. Der vegane Starkoch Attila Hildmann hatte in den letzten Wochen auf Instagram derart mit Verschwörungstheorien und Hetze um sich geworfen, dass er dabei wohl gegen die Nutzungsbedingungen verstoß: Account gelöscht. Von außen die logische Reaktion, für ihn eine Bestätigung seiner wirren Fantasien.

Aluhut-Ritter Attila Hildmanns Instagram-Account wurde gelöscht. Von Instagram. Ein offizielles Statement von IG gibt es dafür nicht, aber Grund könnte sein, dass er seine Seite in den letzten Wochen nicht mehr mit veganen Gerichten der eigenen Marke fütterte, sondern seinen fast 70.000 Followern täglich mit derart kruden Weltverschwörungstheorien bombardierte, dass sich ein Xavier Naidoo denken mochte "Endlich hat es einer verstanden."

Instagram off, Wahrheit weiter on

Damit ist jetzt Schluss, wenigstens auf dieser Bühne. Der Account ist weg und man weiß aus Vergangenheit, dass gelöschte IG-Accounts auch wirklich gelöscht sind. Natürlich kann man ihm nicht jedes digitale Kommunikationstool nehmen. In seiner Telegram-Gruppe geht es ungehindert weiter. Dort verbreitet der 39-Jährige Gerüchte über eine Zwangsimpfung zur Dezimierung der Weltbevölkerung, über die unterwanderten "Mainstream"-Medien, oder die unfassbaren Qualitäten seines Matcha-Foods als bester Fett-burner des Planeten.

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"Die haben mein Insta gelöscht! Fürchten wohl die Wahrheit!", schreibt Hildmann auf Telegram. Auf dem Screenshot ist zu erkennen, dass er einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen begangen hat. Welcher genau das war, ist nicht bekannt.

Klar, dass die Sperrung für ihn nur Bestätigung seiner wahnsinnigen Gedanken ist. Der Bann des Accounts ist die aktuelle Spitze einer Reihe von Protesten gegen den veganen Starkoch, der sich seit seinen digitalen Missionskämpfen mit medialem Spott und der Entfernung seiner Produkte aus Supermärkten und Discountern arrangieren muss.

2016 flog Attila Hildmann noch an der Seite von Profi-Tänzerinn Oxana Lebedew noch durch die Lüfte, heute ist sein ausgelassenes Lächeln dem Ernst und Pathos eines Aluhut-Ritters gewichen. Was würde er wohl heute übers "Let's Dance" sagen? Vielleicht ein verstecktes Trainings-Camp, um Promi-Körper an die Bewegungen von Marionetten zu gewöhnen?

Verschwörungstheorien in der Mitte der Gesellschaft

Währenddessen ist das eigentliche Problem nicht irgendein verrückter Veganer, sondern eine Gesellschaft, die mittlerweile flächendeckend an geheime Verschwörungen glaubt, wie Medien wie die "ZEIT" oder der "Tagesspiegel" berichten. Was tut man gegen so eine Gesellschaft, die sich mit beängstigender Tendenz von Wissenschaft und Sachverstand abwendet, und zunehmend Opfer von bodenlosen Verschwörungstheorien und verrückten Narren wie Attila Hildmann oder Xavier Naidoo wird?

Wie können Politiker*innen diese Menschen wieder abholen, wenn sie doch angeblich selbst unterwandert und Teil der Verschwörung sind? Welche Chance hat ein Menschenfreund wie Bill Gates, der auf Basis von Bildung, Fachwissen und finanziellen Möglichkeiten die Welt retten will, wenn die, denen er helfen möchte, glauben, er sei der Teufel?

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Quelle: Noizz.de