Riesen-Penisse gibt es maximal im Porno, dachte ich lange Zeit. Wow, lag ich da falsch.

Am Wochenende war ich in der Sauna meines Vertrauens. Mache ich manchmal, um abzuschalten. Aber diesmal wurde nichts draus. Dabei begann alles ganz normal. Ich kam an, entkleidete mich, duschte mich und entschied mich für die 90-Grad-Sauna. Ich hatte sie tatsächlich für mich alleine. Ich lag erst einige Minuten und war gerade dabei, behaglich in der Wärme weg zu dösen, als sich die Tür öffnete und ein weiterer Sauna-Gast eintrat. Ich öffnete nur kurz ein Auge, um eigentlich gleich wieder wegzudämmern. Aber daraus wurde nichts. 

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Mir gegenüber stand ein Mann mittleren Alters. Mit dem längsten Penis, den ich je in Natura gesehen habe. Er hing ihm unerigiert knapp bis zur Kniescheibe. Niemand, den ich kenne oder je gesehen habe, konnte diese Länge aufweisen.

Jede Menge infantile Witze fielen mir ein. Ist der Kerl neben einem Atomkraftwerk aufgewachsen, dachte ich mir? Und weiter: Ob ihm wohl bei einer Erektion Arme und Beine absterben? Muss der für Dick-Pics seine Kamera in den Landschaftsmodus schalten und das Bild per Dropbox verschicken, weil es einfach zu groß ist? Vielleicht sollte er das Teil lieber in ein Terrarium sperren und mit lebenden Mäusen füttern. Sicherlich war er in der Lage einen Blauwal zu befriedigen. 

Ich hatte eine (Achtung, Gag!) Latte an Fragen im Kopf

Während ich versuchte, unauffällig dazuliegen und nicht zu gaffen, schossen mir Zehntausende Fragen durch den Kopf. Eine (Achtung, Gag!) ganze Latte von Fragen. Aber auch ernste Fragen, die ich dem Mann gerne gestellt hätte. Wie lebt es sich mit so einem riesigen Glied? Kann die Partnerin oder der Partner es komplett aufnehmen? Welche Hosen trägt er? Fühlt er sich darauf reduziert? Ist es hinderlich oder empfindet er es als Auszeichnung? Ist es schwierig zu erigieren? Fragen über Fragen, die ich mich nicht zu stellen traute. Wer weiß, wie oft der Mann darauf schon antworten musste, dachte ich mir. Vielleicht ist er es leid, dass ihn ständig jemand darauf anspricht. Er ist sicher hier, um einfach nur abzuschalten und seine Ruhe zu haben.

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Denn wie spricht man jemand Nacktes in der Sauna auf sein Gemächt an? "Wie geht’s, wie steht's?", "Alles senkrecht?" In der Sauna soll man sich doch wie in der Kirche verhalten. So ist immer wieder zu lesen: Jeden bei sich sein lassen, ruhig sein und sich vor allem angemessen verhalten. Mein Smartphone mit Kamera hatte ich natürlich nicht bei mir. Leider oder glücklicherweise. Denn ich hätte wohl sonst versucht, heimlich das Riesenteil zu fotografieren. Unethisch, falsch und höchst verwerflich. Aber wer würde mir sonst glauben? 

Ich kam mir vor, wie eine Figur in einem Märchen, die etwas Unbeschreibliches gesehen oder erlebt hat, ins Dorf zurückeilt und niemand glaubt ihm. Ich fühlte mich wie einer der Meeresbiologen, die in den Tierdokumentationen immer darüber schwadronieren, dass es den 30 Meter langen weißen Hai tatsächlich gibt: "Er ist irgendwo da draußen. Man hat ihn nur noch nicht gesehen."

Während ich mir das Hirn zermarterte, ob und wie ich den Phallunaut auf der anderen Sauna-Pritsche ansprechen sollte, war er aufgestanden und verschwunden. Ich sah ihn nicht wieder. Während meines gesamten Aufenthalts im Spa nicht. Werde ich wohl auch nicht. In einer Millionenstadt wie Berlin trifft man sich nie zufällig zweimal.

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Im Nachhinein ärgerte ich mich. Warum hatte ich mich von so einer alltäglichen Sache so aus der Bahn werfen lassen? Und warum hatte ich nicht in meinen journalistischen Modus schalten und einfach jemanden ansprechen und fragen können? Wer auch immer der Mann war, er war sicher kein Roberto Esquivel Cabrera. Der 56-Jährige hat laut Medienberichten mit 48,2 Zentimetern den angeblich längsten Penis der Welt. Er leidet sehr darunter, kann keinen Job ausüben und Frauen hätten Angst vor Sex mit ihm, beklagte er in der britischen Zeitung "The Sun". 

Recherche zum Riesenpenis

Hoffentlich geht es dem nicht auch so, dachte ich mir. Bei meinen Recherchen stieß ich auf jede Menge Fachliteratur zu dem Thema. Offenbar gibt es einen Gen-Defekt, der das männliche Geschlechtsteil so erstaunliche Maße annehmen lässt. Sogar ein Ratgeber-Buch gibt es dazu: "Leben mit einem großen Penis: Rat und Weisheiten für Männer, die außerordentlich gut ausgestattet sind". Einer der Verfasser des Buches war ein Priester. Ob der Mann das Buch wohl gelesen hatte? Irgendwie vermute ich jedoch, er dürfte davon gehört haben. Vermutlich haben es ihm sogar Freunde zum Geburtstag geschenkt und sich für extrem originell gehalten. Wenigstens fiel ich nicht in diese Kategorie. Immerhin eine Erkenntnis.

Quelle: Noizz.de