Wir sollten Cannabis endlich legalisieren, damit wir alle besseren Sex haben – sagt sogar die Wissenschaft!

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus.

Die Nummer mit dem Gras

Ich bin eine Drogen-Jungfrau, und das will ich ausnahmsweise auch mal bleiben. Na ja, okay … ich weiß nicht, ob man das wirklich so sagen kann: Alkohol und Zigaretten gehören eben doch zu meinen Lastern und zu Weed sage ich an einem chilligen Abend auch nicht nein.

Trotzdem habe ich mich bisher immer vehement dagegen gesträubt, irgendwas zu schniefen oder zu schmeißen. Das liegt nicht daran, dass ich nicht neugierig genug für einen Drogentrip wäre oder Menschen verurteile, die das Zeug nehmen, nur weiß ich glücklicherweise seit dem Anfang meiner Pubertät, dass ich sehr anfällig für Dinge bin, die abhängig machen.

Das hindert mich allerdings nicht daran, etwas mit Typen anzufangen, die eine andere Einstellung zum Thema Drogen haben. Ich habe euch ja letzte Woche schon von Basti erzählt: Das Arschloch, das mich ungevögelt wieder nach Hause schickte, sich an dem Abend aber noch MEIN Gras gönnte.

Schon bei unserem zweiten oder dritten Date gestand er mir, dass er gerne mal kokst, Tabletten schmeißt oder zum Runterkommen einen Joint raucht. Ich befand das zwar nicht für gut, ignorierte die Tatsache aber einfach, schließlich war an ihm sonst eigentlich alles ziemlich in Ordnung und der Sex fantastisch …

Obwohl er sich wie ein Arsch benahm, ging unsere Liaison ziemlich lange. Monate nachdem wir das erste Mal zusammen in der Kiste gelandet waren und ein paar Tage nachdem er mich das erste Mal aus der Wohnung geschmissen hatte, schickte ich ihm ein Video von einem seeehr lustigen Abend in einer befreundeten Männer-WG, an dem ich einen Joint durch eine Gurke rauchte – ja ja … fragt lieber nicht!

„Lass mal zusammen kiffen!“, antwortete er mir darauf nur.

High Sex haben? Hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ausprobiert. Bekifft rumgeknutscht oder vor einem Date einen durchgezogen, um die Aufregung unter Kontrolle zu kriegen? Ja. Aber wirklich mit jemandem im Bett gelandet? Nein. Da das aber definitiv auf meiner Sex-Bucketlist stand, fragte ich meine Kumpels aus der WG noch am gleichen Abend, ob sie mir nicht etwas Gras mitgeben konnten. Wir tauschten: Einen Zehner für die Typen, etwas Gras für mich.

Und das war im Nachhinein wahrscheinlich die beste Idee meines Lebens: Denn eines kann ich euch jetzt schon verraten: Sex auf Weed ist ziemlich geil. Das sagt sogar die Wissenschaft – im Vergleich zu Alkohol hat Cannabis-Konsum vor dem Sex extrem positive Auswirkungen … Man macht sich lockerer, ist entspannter und nimmt Berührungen intensiver wahr. Ich will hier natürlich niemanden anstiften, Drogen zu nehmen, aber ich finde alleine der bessere Sex ist ein Grund, weshalb wir Cannabis in Deutschland endlich legalisieren sollten.

Ich brachte Burger und Weed mit

Bevor ich am nächsten Tag meine kurze Karriere als Drogenkurier startete, hatte ich weniger Angst, wegen des Grases erwischt zu werden, sondern viel mehr davor, noch mal von ihm ungevögelt aus der Wohnung geschmissen zu werden.

Zwar hatte er sich entschuldigt, und wir waren gleich am nächsten Tag wieder in der Kiste gelandet, trotzdem hatte ich seitdem jedes Mal ein komisches Gefühl, wenn ich zu ihm fuhr. Er war einfach so unfassbar unberechenbar. Und obwohl das der Fall war … oder vielleicht auch gerade deswegen, konnte ich es natürlich nicht sein lassen, ihm weiterhin Besuche abzustatten. So viel zum Thema Abhängigkeit. Im Nachhinein betrachtet, war ich wahrscheinlich einfach nur süchtig nach seinem verdammten Penis.

Am nächsten Tag setzte ich mich also wieder ins Auto und machte mich auf den Weg zu Basti. Neben ein paar Chili-Cheese-Burgern brachte ich auch das Weed mit eindeutig Traumfrau-Qualitäten, oder?

„Du bist einfach die Beste“, er grinste als er das sagte, zog mich daraufhin zu sich und drückte mir einen Chilli-Kuss auf den Mund. Es prickelte, und zwar nicht nur auf den Lippen. Auch meine Vagina machte sich bemerkbar und konnte es kaum erwarten, endlich wieder von Bastis Penis Besuch abgestattet zu kriegen.

Ich wollte Sex, er wollte kiffen

Deshalb setzte ich mich ungefragt auf seinen Schoss und legte meine Hände an seinen Hals.

„Lass uns erst einen rauchen …“, schmatze er mir in mein Ohr. Er ließ sich trotz meiner amourösen Avancen blöderweise nämlich nicht davon abhalten, seinen Burger zu fressen, statt mich kleine Chilischote zu vernaschen. Ich ignorierte seine wenig romantische Art gekonnt und nickte.

Im TV lief „Two Broke Girls“ – wie immer, wenn wir zusammen abhingen ... das war so unser gemeinsames Ding. Meistens bekamen wir nicht besonders viel von der Folge mit, weil wir spätestens nach ein paar Minuten dazu übergingen, aneinander rumzuspielen. Dieses Mal war das anders. Basti baute den Joint, und dann rauchten wir.

Als die Wirkung des Grases einsetzte, passierte etwas, das Basti so nicht von mir kannte: „Du bist so still ...“, bemerkte er irgendwann.

„Ja, ich chille ja auch gerade“, antwortete ich und konzentrierte mich wieder auf den Fernseher. Er hätte nackt neben mir sitzen können, es juckte mich in diesem Moment nicht im Geringsten.

„Du solltest öfter kiffen, diese Gleichgültigkeit steht dir ...“, grinste er mich an und fuhr dann mit seinen Händen meinen Oberschenkel hoch.

Er machte mich high

Und dann kam der Moment, mit dem ich eigentlich nicht gerechnet hatte: Es machte boom! Ich ließ es mir nicht anmerken, aber als seine Fingerspritzen auf mein Bein trafen, fühlte sich das so intensiv an, dass ich mir heute sicher bin, er hätte mich an diesem Tag locker zum Orgasmus streicheln können, ohne auch nur in die Nähe meiner Vagina zu kommen.

Nachdem ich halbwegs wieder auf mein Leben klar kam, ging ich irgendwann auch endlich auf seine Küsse ein.

Ins Bett schafften wir es nicht mehr – er griff nach meiner Hand und zog mich auf den Boden. Und dann vögelte er mich nach allen Regeln der Kunst. Ich will nicht sagen, dass das der beste Sex meines Lebens war ... aber er war schon verdammt nah dran.

Denn mein Kopf war nicht mehr fähig, sich auch nur um irgendwas Gedanken zu machen. Hatte ich noch einen Socken an? Scheißegal. War ich verliebt in ihn? Scheißegal. Hatte er sich in den letzten Tagen wie ein Arschloch benommen? Scheißegal. Hatte meine Vagina gerade gefurzt? Scheißegal.

Es war fast so, als wären all meine Synapsen damit beschäftigt, seine Berührungen zu verarbeiten – deshalb blieben wahrscheinlich nicht mehr genug übrig, um sich mit dem logischen Denken zu beschäftigen. Und das war mit Abstand DAS BESTE, was mir jemals passieren konnte.

Das einzige, was jetzt noch zählte, waren seine Fingerspitzen auf meiner Haut und sein Penis, der sich immer wieder seinen Weg zwischen meine Beine bahnte. Jede Berührung fühlte sich an wie ein Superzoom. Als könnte ich mich im gleichen Moment auf jede Stelle konzentrieren, die er anfasste, und das war einfach nur krass. Und dann flog ich – sooooo high!

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Quelle: Noizz.de