Wir haben mit zwei Musical-Darstellern gesprochen, die jeden Abend auf Elyas M’Barek und Karoline Herfurth machen!

Elyas M’Barek hat als Zeki Müller in „Fack ju Göthe“ eine Kultrolle gespielt. An seiner Seite: Lisi Schabelstedt, die verklemmte Streber-Lehrerin. Millionen Menschen zog die dreiteilige Filmreihe ins Kino. Jetzt gibt es in München „FACK JU GÖHTE – SE MJUSICÄL“! Die Macher von STAGE bringen den Klassenraum der Chaos 10b auf die Bühne! Im Interview sprechen Max Hemmersdorfer (32) alias Zeki Müller und Johanna Spantzel (28), spielt Lisi Schnabelstedt, über die übergroßen Fußstapfen ihrer Rollen und ihre eigene Schulzeit.

NOIZZ: Wie war’s – die erste Show?

Max: Die Premiere war auf jeden Fall erleichternd. Nach sechs Wochen proben ist man froh, wenn man die erste Show hinter sich hat. Parallel liefen auch noch die Umbauarbeiten des Theaters, deshalb haben wir lange auf einer Baustelle geübt.

Und hat Elyas schon bei dir angerufen, um zu gratulieren?

Max: Nein, bisher hat er sich noch nicht gemeldet. Ich kenn ihn auch gar nicht, weil ich Berliner bin und er in München wohnt. Aber es wäre natürlich cool ihn mal zu treffen.

Und bei dir Johanna, hast du Karoline Herfurth schon mal kennengelernt?

Johanna: Bisher habe ich sie noch nicht kennen gelernt, aber natürlich würde ich mich freuen, wenn wir mal einen Kaffee trinken würden. Das ist einfach eine gute Schauspielerin und ich mag sie auch in anderen Rollen sehr!

Max Hemmersdorfer alias Zeki Müller zusammen mit Johanna Spantzel aka Lisi Schnabelstedt und Moritz Bleibtreu nach der Premiere

Wie fühlt es sich an, in so große Fußstapfen zu treten?

Max: Mir gefällt die Rolle sehr gut, weil die Dialoge einfach sehr gut geschrieben sind. Das macht einfach Spaß, weil das nicht immer so ist. Viele Dialoge die geschrieben werden, sind einfach nicht gut.

Habt ihr die Filme denn gesehen?

Max: Bisher habe ich nur den ersten Teil gesehen. Den finde ich grandios, lustig und cool. Bestimmt hole ich das irgendwann mal nach und guck mir auch die anderen Filme an.

Johanna: Ich habe tatsächlich auch nur den ersten Teil gesehen, auch erst nachdem ich die Anfrage für die Rolle bekommen habe.

Aber der Inhalt der Story bleibt gleich, oder?

Max: Wer den Film gesehen hat, den werden keine großen Überraschungen erwarten. Manche Szenen sind von uns natürlich etwas vergrößert, weil sie nochmal mit einem Song aufgefangen werden, andere sind etwas verkleinert.

Der Cast des Fack ju Göthe Musicals überzeugte bei der Premiere die Kritiker

Apropos Songs ... Was kriegen wir zu hören?

Max: Die Musik ist keine klassische Musical- oder Opernmusik, das würde ja gar nicht passen. Es sind schon viele Rap- und Hip-Hop-Einflüsse dabei. Ich würde das am ehesten mit Cro vergleichen: So ein Mix aus Rap und Pop, aber eher in Richtung Rap. Ich bin da auch froh, dass ich nicht so viel singen muss, weil ich das nie richtig gelernt habe.

Zeki Müller hat zwar ein gutes Herz, ist aber ein bisschen assi … Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Max: Auf die Rolle selbst habe ich mich eigentlich gar nicht so intensiv vorbereitet. Für mich war es intensiver, mich sportlich fit zu halten. Ich bin kein ausgebildeter Tänzer und Sänger, aber genau das ist das Tolle an der Rolle. Dass ich jetzt mal Dinge lernen kann, die ich sonst nie mache oder machen würde. Das war für mich einer der Anreizpunkte.

Heißt das, dass du ähnliche Charakterzüge hast wie Zeki Müller?

Max: Ähnliche Charakterzüge sehe ich eher nicht. Ich bewundere viele Charakterzüge von Zeki, aber außer, dass wir beide nicht gerne zur Schule gegangen sind, ist da eher weniger Ähnlichkeit.

Wie war deine Schulzeit denn?

Max: Schule war einfach nicht cool. Ich habe da irgendwie nie den Anschluss bekommen und nicht so richtig verstanden warum und wieso das nötig ist. Obwohl ich definitiv auch ein paar ganz tolle Lehrer hatte, die sich genauso wie Zeki für einen eingesetzt haben. Das Musical spiegelt das auch wieder. Viele haben einfach keinen, der sich für sie interessiert und sie einfach mal packt, wenn sie Scheiße bauen. Da zeigt sich dann auch wieder, dass ein guter Lehrer sehr stark von der Persönlichkeit abhängt.

Und du Johanna? Warst du selbst auch so eine Streberin wie Lisi Schnabelstedt?

Johanna: Ich würde nicht Streberin sagen, aber ich war sehr strebsam. Ich war immer die, die mit den Lehrern gut klargekommen ist und war auch als Schülersprecherin aktiv. Die Facette der verantwortungsvollen Lisi kann ich daher gut nachvollziehen. Ich habe aber auch schon immer getanzt, deshalb war ich nie so verstockt, wie die Rolle.

Hast du schon mal überlegt, Lehrerin zu werden?

Johanna: Meine Eltern sind beide Lehrer und ich fand das immer toll. Die hatten immer so lange Ferien, wie ich. Ich könnte mir schon vorstellen irgendwann nochmal den Lehrerjob zu übernehmen, aber erstmal will ich natürlich versuchen, das mit dem Schauspiel und Musical weiter voran zu treiben

Nochmal zurück zu Elyas und Karoline. . . Wurdet ihr vorher schon mal mit ihnen verglichen?

Max: Nicht direkt. Aber ein Kollege hat mir mal gesagt, dass ich die Rolle gut spielen könnte.

Johanna: Bei mir war es ähnlich. Als ich die Rolle hatte, haben meine Freunde gesagt: „Oh ja, das passt zu dir.“

Elyas wurde für die Rolle ja richtig gefeiert … Wie gehst du damit um, Max?

Max: Ich versuche weniger ein Imitat zu sein und meine eigene Interpretation der Rolle zu spielen. Ich mache es so, wie ich es für richtig halte. So wie Elyas die Rolle interpretiert hat, hätte ich es auch gemacht, deshalb kann ich es nur als Kompliment nehmen, wenn mich jemand mit ihm vergleicht

Wie groß ist denn der Druck auf dich?

Max: Ich steh eigentlich gar nicht so unter Druck, wie man denkt. Musical ist ein ganz anderes Medium, als Film. Dadurch kann man vielen Dinge gar nicht direkt vergleichen. Für mich ist das einfach eine schöne Möglichkeit gute Arbeit zu machen.

Johanna findest du es schwer eine Rolle zu spielen, die schon mal jemand anders gespielt hat?

Johanna: Innerhalb der Rolle habe ich eigentlich keine Probleme mehr. Mir fehlt aber noch ein bisschen Kondition, weil das alles echt anstrengend ist. Wir spielen pro Woche acht Shows, ich wünsche mir, dass ich irgendwann so viel Kondition habe, dass ich das locker durchhalte.

Was ist denn die größte Herausforderung?

Johanna: Die Spielstätte ist natürlich eine Herausforderung, weil wir so nah am Publikum dran sind und wirklich alles kommentiert wird, da muss man sich manchmal echt zurückhalten, dass man nicht anfängt zu lachen.

Quelle: Noizz.de