Mit diesen 5 Tipps ist es gar nicht so schwer!

Freundschaft ist Zufall. Ob eine Freundschaft über Jahre hält, das ist eine andere Frage. Wir begegnen einander, mögen uns und halten aneinander fest – oder wir lassen es. Aber so lange die Lebenssituationen zusammenpassen ist es eigentlich ziemlich egal, wer die Menschen sind, mit denen wir unsere Zeit verbringen.

Deshalb gehen Schulfreundschaften ja auch so schnell auseinander, sobald wir unsere Heimat verlassen. „Wohnt in der gleichen Stadt“ und „lernt die gleiche Sprache“ reicht als Klebstoff für eine lange Beziehung eben einfach nicht aus, auch wenn wir uns das am letzten Schultag hoch und heilig versprechen.

Eine der großen Fragen im Leben ist, wo wir in solchen Situationen bloß neue Freunde herkriegen. Klar dachte ich, ich würde alle meine Freunde behalten, als ich Celle in Richtung Hamburg verließ und später Hamburg in Richtung Berlin.

Ich behielt jeweils genau eine Freundin.

Alle anderen waren wertvoll, in diesen Städten und ich war froh, sie zu haben. Doch als sich die Rahmenbedingungen änderten – mein Wohnort und mein Zeitbudget – reichte unsere Basis nicht mehr aus. Ich brauchte also neue Freunde. 

An der Uni war das noch relativ einfach. Ich kam dort an (heulte drei Tage, fuhr zu meinen Eltern zurück, fuhr wieder zur Uni) und sprach mit Menschen. Das fand niemand merkwürdig. Erst ein Jahr später, vor einer Statistik-Vorlesung, als ich vor dem Hörsaal fröhlich vor mich hinplapperte, nahm mich eine ältere Studentin irritiert zur Seite. „Du bist echt nicht von hier, oder?“

Dazu muss man wissen, dass ich in Ostwestfalen studiert habe, wo die Menschen manchmal, naja, ein bisschen… naja, die sind halt nicht so offen. Ihr wisst schon. Ich bin aus Niedersachsen. Wir Niedersachsen sind wirklich sehr nett.

Was meine ersten Tage an der Uni von meinem ersten Kurs im Hauptstudium unterschied, kann uns als Lehre für das ganze Leben dienen.

1. Geh da hin, wo alle neu sind

Funktioniert immer wieder. Alle sind neu – alle suchen Anschluss. Vor etwa einem Jahr bin ich in eine kleine Neubau-Siedlung in Berlin gezogen. Um mich herum: Lauter Familien, alle sind etwa fünf bis zehn Jahre älter als ich. Und alle sind wahnsinnig nett! Die Community funktioniert, weil alle neu sind. Fast niemand ist in unserem Bezirk aufgewachsen, die Meisten sind nicht einmal aus Berlin. Anschluss finden ist sehr einfach, wenn jeder offen für Neues ist.

Deshalb kannst du den Tipp mit dem Häkelverein gleich vergessen. Es sei denn, alle lernen gemeinsam Häkeln und ihr seid für eine gewisse Zeit aneinander gebunden.

2. Geh da hin, wo man dich braucht

Der Tipp funktioniert ähnlich. Wenn du einen Kletterkurs machst, triffst du nicht nur Gleichgesinnte – du triffst auch Menschen, die mal jemanden zum Sichern brauchen. Meld dich zu einem Megamarsch an und trainiere mit anderen. Mach eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Spiel Fußball oder schieß dich der Feuerwehr an.

Menschen melden sich nicht bei neuen Bekannten, wenn sie nicht müssen. Das ist gar nicht böse gemeint – das liegt einfach daran, dass die meisten in ihren 30ern sozial gesättigt sind. Alle haben schon genug Freunde. Wenn du einen Platz in ihren Herzen ergattern willst, dann musst du – zumindest am Anfang – mehr zu bieten haben als Rotwein und gute Geschichten vor dem Kamin.

3. Melde dich

… Ernsthaft. Sonst tut es keiner. Das liegt auch daran, dass wir uns manchmal etwas creepy vorkommen – gerade nach einem wirklich gelungenen Abend. Manche Gespräche sind so gut, dass sie den ersten Dates unserer großen Lieben Konkurrenz machen, einfach weil das Potential für eine Freundschaft so gigantisch ist. Und ganz unabhängig von der sexuellen Orientierung: Sich nach einem tollen Abend zu melden kann irgendwie awkward sein. Tu es trotzdem! Es lohnt sich.

4. Zapf alte Quellen an

Wenn du in eine neue Stadt ziehst, bist du meistens nicht die Erste, die das tut. Viele von uns ziehen in Metropolen. Da lohnt sich durchaus mal die Recherche, wer von deinen alten Mitschülern auch da ist. Denn auch wenn ihr euch auf dem Schulhof noch nie etwas zu sagen hattet – euer Leben hat sich ganz offensichtlich in eine ähnliche Richtung entwickelt. Wenigstens regional. Einen Abend kann man der alten Bekanntschaft also mal opfern.

5. Geh zu Blind Dates

Eine meiner engsten und ältesten Freundinnen ist mir schlichtweg empfohlen worden. Wir hatten zeitversetzt Praktikum im gleichen Unternehmen gemacht und die Kollegen schwärmten jeder von uns von der anderen vor. Als wir uns endlich trafen, war die Freundschaft quasi beschlossene Sache – obwohl wir bis heute nie zeitgleich in der gleichen Stadt lebten.

Wenn also wieder mal jemand sagt: „Meine Kollegin Lydia würdest du SO mögen“– dann triff dich einfach mal mit ihr. Lydia könnte deine neue beste Freundin sein.

Quelle: Noizz.de