Filigrane Fornasetti-Figuren und Abbilder antiker Statuen sind sein Markenzeichen.

Jede Woche wollen wir euch in unserem neuen Format „Tattoo Talk“ Tätowiererinnen und Tätowierer vorstellen, denen wir auf Instagram folgen – weil sie uns mit ihrer Message, ihrem Stil oder ihrer Persönlichkeit umhauen

Den Anfang macht Julian Büsing, der als @singleneedle.joe sein Ink-Wesen auf Instagram treibt.

Der 29-Jährige arbeitet im Hamburger Studio Vaders.Dye. Filigrane Fornasetti-Figuren und Abbilder antiker Statuen sind sein Markenzeichen, aber auch langstielige Rosen und Tiere finden sich in Julians Repertoire. Er selbst sagt: „Ich denke mein Stil entwickelt sich noch. Angefangen hat es wohl schon früh mit Bildern aus Lexika und alten Gemälden, die mich fasziniert haben. Auch heute sind das immer noch die Motive, die ich am liebsten zeichne, und die Quellen, aus denen ich am meisten ziehen kann.“

Julian Büsing Foto: Noizz.de

NOIZZ: Julian, wie bist du zum Tätowieren gekommen?

Julian Büsing: Schon während meines Studiums zum Bauingenieur wusste ich, dass der Job die Hölle sein wird. Das hat sich dann im Beruf auch recht schnell bestätigt. Um einen Ausgleich zu haben wollte ich mir das Tätowieren selber beibringen. Ich habe mir dann aber erst einmal einen Block und einen Stift gekauft und das Zeichnen wieder angefangen. Ich habe nur noch gezeichnet, größtenteils während der Arbeit. Kurz darauf hat mir eine Freundin gesagt das bei Vaders.Dye in Hamburg Auszubildende gesucht werden. Ich hab mich beworben und Singleneedle.joe war quasi geboren.

Das schönste am Tätowieren ist …

Julian: ... das frei sein. Selber entscheiden zu können, was man schaffen möchte und damit sich selbst und andere glücklich zu machen.

Ich habe angefangen zu tätowieren, weil

Julian: ... ich ein schlechter Bauingenieur bin.

Das war das bizarrste Tattoo-Request?

Julian: Bis jetzt war noch nichts allzu bizarres dabei. Einem Typen habe ich mal eine Art Dreieck auf die Innenseite seines Oberschenkels gestochen – sehr nah an seinem Schritt. Sehr, sehr nah. Die Position, die er einnehmen musste, damit ich ihn tätowieren konnte, war eher "ungewöhnlich".

Was sagen deine Eltern zu deinem Job?

Julian: Ich denke sie sind einfach froh, dass ich was gefunden habe, das mir Spaß macht und worin ich aufgehe. Ich glaube bei meinen Eltern bestand zwischenzeitlich schon große Sorge, dass ich mein Leben als überzeugter Hartz IV-Empfänger bestreite.

Was würdest du niemals stechen?

Julian: Sag niemals nie. Allerdings versuche ich schon, mich von Klassikern wie Unendlichkeitszeichen oder Namen des Partners fernzuhalten. Außerdem bin kein Fan von geometrischen Formen.

Wenn ich heute kein Tattoo-Künstler wäre, wäre ich

Julian: ... Hartz IV-Empfänger. Oder Hausmann. Oder beides.

Was hast du fürs Tätowieren riskiert?

Julian: Einen langweiligen Job mit sicherem Einkommen.

Was nervt dich an der Community am meisten?

Julian: Teilweise die Egos einiger Tätowierer.

Was war dein erstes Tattoo?

Julian: „Stay Gold“ auf den Armen.

Und wie sah das erste aus, das du gestochen hast?

Julian: Das war ein kleiner Zahn, den ich mir selbst gestochen habe.

Wo findest du Inspiration?

Julian: So ziemlich überall: In der Natur oder in Gesprächen mit Freunden, aber auch andere Tätowierer inspirieren mich. Ich versuche einfach, die Augen offen zu halten.

Was ist das Härteste an deinem Job?

Julian: Mir bringt das alles Spaß. Es fühlt sich nicht an wie arbeiten.

Welchen Rat würdest du Leuten geben, die sich das erste Mal tätowieren lassen?

Julian: Informiert euch gut. Es gibt inzwischen so viel Nischen, jeder macht etwas anderes. Findet heraus, welcher Stil euch am besten gefällt und sucht euch dann den besten Tätowierer dafür. Seid nicht zu geizig, denn in dem Falle ist mehr oft mehr.

Was steht noch auf deiner Bucket-List?

Selbst noch viele Tattoos von vielen verschiedenen Künstlern bekommen und irgendwann mal Dirk Nowitzki zu tätowieren.

Welchen Tattoo-Artists gibst du Props?

@xoxotattoo, @edtaemets und @_attidude.

Hier könnt ihr Julian Büsings freshe Tattoos auschecken:

Quelle: Noizz.de