Ein Guide für Tattoo-Jungfrauen.

Du hast noch nie ein Tattoo-Studio von innen gesehen? Du hast eigentlich Angst vor Blut, Nadeln und sadistischen Tätowierern? Du willst ein cooles Motiv haben, scheust dich aber aus Sorge, für immer entstellt zu sein?

Don’t worry! Wir haben Step für Step aufgeschrieben, wie du (ohne böse Überraschungen) zu deinem Wunsch-Tattoo kommst.

1. Wie finde ich einen Tätowierer / ein Tattoostudio, das zu mir passt?

Überlege dir zuallererst, wie dein Tattoo aussehen soll und welcher Stil dir am meisten zusagt: Blackwork oder bunt? Realistisch oder minimalistisch? Dotwork oder Oldschool? Dicke Lines oder filigrane Linien?

Die meisten Tätowierer sind auf eine speziellen Stichweise spezialisiert – und die sollte zu dir und deinem Ästhetik-Sinn passen! Klick‘ dich auf Pinterest, Tumblr und Co. durch Beispielbilder und sammle Ideen. Anschließend kannst du dich auf die Suche nach dem „richtigen“ Tattoo-Artist machen. Auch das ist heute einfach, denn viele Künstler präsentieren ihr Portfolio auf einer eigenen Website, auf Instagram oder Facebook.

Vielleicht ist auch einer deiner Freunde tätowiert und kann dir ein gutes Studio empfehlen. Generell gilt: Lass dir Zeit bei der Suche und stolpere nicht überstürzt in das nächstbeste Studio.

Den passenden Tätowierer zu finden, ist in etwa so einfach, wie den richtigen Friseur zu finden – aber wenn man ihn erst einmal hat, lässt man ihn so schnell auch nicht mehr gehen.

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2. Ich habe „meinen" Tätowierer gefunden, wie trete ich mit ihm in Kontakt?

Wenn das ausgewählte Tattoo-Studio in deiner Nähe liegt, lohnt es sich, kurz persönlich vorbei zu schauen – denn so kannst du dir direkt einen Eindruck vom Ambiente machen. Schließlich willst du dich während deines Termins wohlfühlen und versichert sein, das du in einem professionel arbeitenden, sauberen Studio gelandet bist.

Da die meisten Tätowierer aber ziemlich busy und oft über Monate ausgebucht sind, ziehen sie eine Anfrage per E-Mail vor: Stelle dich kurz vor, nenne die Stelle und das Motiv, das dir vorschwebt. Wenn du eine Vorlage hast, kannst du diese schon mitschicken, damit der Tätowierer einen ersten visuellen Eindruck gewinnt – das muss aber nicht sein. Bitte schreibe keine Romane – dass du das Tattoo schon seit vielen Jahren planst, weil es ein Andenken an deinen verstorbenen Hamster aus Grundschulzeiten sein soll, interessiert erstmal niemanden.

In renommierten Studios gastieren oft Tätowierer aus aller Welt, informiere dich also am besten im Voraus, ob dein Wunsch-Artist Deutsch spricht oder ob du deine Anfrage nicht lieber auf Englisch verfassen solltest.

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3. Muss ich ein fertiges Motiv mitbringen oder reicht eine vage Idee?

Du bist mit dem Tätowierer in Kontakt getreten, der erste Termin ist ausgemacht. Jetzt die Panik: Du weißt noch gar nicht genau, wie das Motiv aussehen soll, wie groß und wohin und was überhaupt? Keine Sorge, du kommst nicht direkt unter die Nadel. Jeder gute Tätowierer wird sich Zeit nehmen und alles nochmal genau mit dir besprechen – vor allem, wenn es dein erstes Tattoo ist (… das kannst du ruhig zugeben, ein ersten Mal hat(te) schließlich jeder).

Erkläre nochmal ganz genau, was dir vorschwebt. Denk dran: Tätowierer sind Künstler und haben meist selbst eine Vision davon, wie sie deinen Wunsch in ihrem Stil umsetzen werden. Sie werden dich auch bei der Größe und Stelle beraten, schließlich bringen sie einen höheren Erfahrungswert mit als du. Eine Tätowierung ist immer auch eine Dienstleistung, für die du zahlst und die dich lange begleiten wird. Lass dir Zeit, frage alle Fragen, die dir auf dem Herz brennen – denn so doof du dir dabei auch vorkommen magst, du bist ganz sicher nicht der Erste, der sie stellt.

Wenn es sich nur um eine kleine Tätowierung handelt, oder dein Tätowierer schon Skizzen anhand eures E-Mail Verlaufs angefertigt hat, kann meist noch am gleichen Tag gestochen werden. Handelt es sich um eine längere Session oder um ein Motiv, das der Künstler noch für dich zeichnen muss, wird jetzt der finale Termin ausgemacht.

4. Was ist, wenn ich vor dem Termin doch noch kalte Füße bekomme?

Das ist schade, aber manchmal unvermeidbar. Wenn du dich innerlich zu sehr sträubst oder ein schlechtes Bauchgefühl hast, solltest du das Tattoo nochmal überdenken und den Termin gegebenenfalls verschieben. Aber verhalte dich in diesem Fall nicht unfair: Sag‘ so früh wie möglich ab, denn der Tätowierer rechnet mit dir und verliert im Zweifel wertvolle Arbeitszeit. Die meisten Studios verlangen deshalb auch eine Anzahlung (in der Regel zwischen 50-150€), die du verlierst, wenn du nicht auftauchst.

5. Wie viel kostet ein Tattoo so generell?

„Einheitliche“ Preise gibt es nicht – denn sie variieren je nach Tattoogröße, Aufwand und Künstler. Als Faustregel gilt: Egal wie klein das Motiv, unter 80-100€ macht es dir eigentlich keiner – denn schließlich fallen auch hier neben Stundenlohn Materialkosten und Studiomiete an. Wenn dir jemand einen kompletten Sleeve für 30€ anbietet, solltest du rennen. Schnell.

Von der oben genannten Anzahlung abgesehen, zahlst du in der Regel erst, wenn das Tattoo auf deiner Haut ist. Dass ein Tätowierer schon für das Anfertigen einer Skizze Geld verlangt, ist unüblich. Sich ein Motiv anfertigen zu lassen und damit zu einem anderen, günstigeren Tätowierer zu laufen, ist daher ein striktes, moralisches Tabu, für das du in die Hölle kommen wirst. Wirklich. Mach das niemals.

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6. Wie bereite ich mich am großen Tag auf den Termin vor?

  • Überlege dir, was du anziehst. Und zwar nicht aus ästhetischen, sondern praktischen Gründen. Ein frisches Tattoo ist eine offene Wunde, da sollte nichts scheuern oder zu eng anliegen – bequeme Kleidung ist das A und O.  Und auch beim Tätowieren selbst willst du dich ja wohlfühlen und nicht splitternackt ausziehen müssen, weil du im Onesie gekommen bist und dir jetzt ein Oberschenkel-Tattoo verpassen lässt. Also: Weites Kurzarm-Shirt bei Armtattoos, kurze Hosen für Motive am Bein und Girls tragen für Rippen- und Rückentattoos ein Bikini-Oberteil. Achte auf Hygiene (Sei deinem Tätowierer zuliebe frisch geduscht).Achte außerdem darauf, dass die zu tätowierende Stelle Parfüm-, Creme- und Ölfrei ist. Geh' bloß nicht ins Solarium oder benutze Selbstbräuner vor deinem Termin, das verfälscht deine natürliche Hautfarbe und somit das Farbergebnis. Außerdem trocknet es die Hautoberfläche unnötig aus.Versuche, möglichst ausgeschlafen, entspannt und auf keinen Fall mit einem leeren Magen zum Tätowieren zu kommen, denn das kann zu Kreislaufproblemen führen. Nimm dir was zu Trinken mit und – gerade, wenn du eh schon einen niedrigen Blutzuckerspiegel hast – etwas Zuckerhaltiges zum Snacken. Schieb dir nochmal ein großes Stück Schokolade rein und vergiss‘ im Zweifel mal für ein paar Stündchen deine Diät. Das ist besser, als plötzlich umzukippen. Wirklich wahr. Am Tag vor dem Termin solltest du nicht zu viel Kaffee trinken und weder Alkohol noch Drogen konsumieren, denn das verdünnt das Blut und ist somit hinderlich beim Tätowieren. Demenstprechend auch Finger weg von Schmerzmittel oder Blutverdünner. Und zu guter Letzt: Nimm bitte nicht deine ganze Familie, Cheerleadergruppe oder Späti-Gang mit. Die meisten Tattoostudios sind räumlich eher klein gehalten. Unnötiges Gedränge ist weder für dich, noch für deinen Tätowierer cool. Schließlich ist er derjenige, der sich konzentrieren muss – und du derjenige, der sich nicht in letzter Sekunde durch skeptische Blicke unsicher machen lassen möchte. Auch hygienisch gesehen muss das nicht sein. Ein Tattoo-Studio sollte schließlich möglichst steril sein­ – schwierig, bei zu vielen Menschen.  

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Quelle: Noizz.de