Besser geht es nicht.

Du wächst mit Kühen auf, kannst Traktor fahren und ein zweistündiger, nächtlicher Heimweg mit Wegbier und einem frisch gepflückten Maiskolben vom Feld ist für dich nicht fremd? Dann bist du wahrscheinlich ein Landei. Und das ist gut so!

Nicht, dass ich etwas gegen Städte hätte, nein, ich mag sie sogar. Immerhin bin ich gerade für ein Praktikum in Berlin. Aber schon seit den ersten zwei Tagen denke ich: Ein Glück bin ich auf dem Land aufgewachsen!

Jeder, der allabendlich das klare Sternenzelt vor Augen hat und statt Hochhäusern und Autoabgasen die grünen Wiesen vor der Haustür kennt, weiß, dass die auf Kühen reitenden Bio-Nasen vom Lande einiges mehr auf dem Kasten haben als es ihr Ruf erahnen lässt.

Vielleicht wirst du jetzt die Nase rümpfen und sagen: „Näh! Berlin is beschte alter!“, genüsslich an deiner Mate schlürfen und in die nächste U-Bahn steigen. Dennoch werde ich dir jetzt mal erklären, warum wir Landeier geil sind.

Fangen wir mal direkt mit der amüsantesten aller Freizeitbeschäftigungen an: Kühe schubsen! Das ist eins der wohl beliebtesten Spiele unter Dorfkindern. Hört sich vielleicht etwas verwirrend und gemein an … Aber es macht Spaß, glaub mir!

Es gibt nichts Besseres, als sich mit Freunden an eine schlafende Kuh heranzupirschen, um sie dann mit komplettem Körpereinsatz umzuschmeißen.

Das ist übrigens die einfachste Variante, um schnell einen guten Milchshake herzustellen. Selbstverständlich gibt es bei uns auch andere kulinarische Köstlichkeiten. Wir kaufen uns nämlich die Sachen, die du dir bei Aldi holst, frisch beim Bauern! Es juckt uns deswegen gar nicht, dass wir Dorfkinder keine Chance haben, uns bei Starbucks einen laktosefreien Iced Caffè Mocha mit veganer Mandelmilch und zwei Spritzern Karamelsirup zu bestellen. Das geht bei uns wirklich nicht.

Von grünen Eiern über Kürbisse vom Kompost bis Milch mit Fett und Laktose kennen wir alles – vieles davon sogar aus dem eigenen Garten. Aber fangen wir jetzt nicht von dem Luxus des eigenen Gartens an… oder vielleicht doch?

Kannst du eigentlich – so laut du willst – Musik hören? Und bis tief in die Nacht feiern? Ganz ohne Beschwerden der Nachbarn? Im Dorf geht das. Einfach so. Jeder kennt jeden und wenn man lieb fragt, kann man machen was man will. Fahr mit deinem selbstgebauten, feuerflammenden Rasentraktor um den Dorfteich, kein Problem!

Okay, zugegeben, manchmal hilft einem selbst das nicht mehr und man muss den Bus nehmen. Der Nachteil: Das Ding kommt nicht „alle fünf Minuten“ und die Strecke zum nächsten Ort ist richtig, richtig lang. Aber: Der Busfahrer kennt dich beim Namen und wartet auf dich, wenn du mal nicht ganz so pünktlich bist.

Übrigens, die goldenen Dorfbus-Regeln sind:

1. Wenn der Bus nach 30 Minuten nicht kommt, ist keine Schule.

2. Wenn Schnee liegt, fährt nichts. Also fällt Schule auch aus.

3. Das Bushaltestellenhäuschen ist der Place-to-be für alle Coolen.

Und wo wir schon beim Thema Fahren sind … Auf dem Dorf macht man ohnehin so schnell wie möglich seinen Führerschein. Los geht’s mit dem Moped ab 15 Jahren, Auto folgt ab 17 Jahren. Und mit dem Trecker fährt man sowieso schon als kleines Kind über Stock und Stein.

Aber das Wichtigste hätte ich fast vergessen, die Familie.

Denn egal ob du mit deinem Opa auf dem Trecker über das Feld rast oder deiner Mama mit vier Jahren zeigst, wie krass du schon bei der Gartenarbeit mithelfen kannst …

… Familie ist das Wichtigste! Und im Dorf, wo einen alle kennen, lebt man zusammen als wäre man eine Person. Somit ist das dreckige Dorfleben, was viele unterschätzen, das wohl beste, was einem passieren kann.

So, jetzt weißt auch du Bescheid und kannst es bei deinen Kindern besser machen: Zieh aufs Land!

*Mic drop*

Quelle: Noizz.de