Ein Orgasmus ist gut fürs Selbstbewusstsein.

Sex gehört für viele ins geschlossene Kämmerlein und ist ein absolut privates Anliegen. Deshalb kann ich schon verstehen, dass es dem einen oder anderen etwas komisch vorkommt, dass die AStA der Uni Bielefeld während ihrer Aktionswoche zum Thema "Gesellschaft. Macht. Geschlecht" einen Workshop anbietet, in dem Frauen die Welt der Selbstbefriedigung erkunden können. Mitbringen müssen die Frauen nicht viel: Bloß ein Handtuch, einen Taschenspiegel und Gleitgel.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Natürlich rauscht diese Nachricht durch unsere Medienwelt, als hätte Kim Kardashian sich schon wieder auf Instagram frei gemacht. Denn (Solo-)Sex in der Uni ist ein absolutes No-Go. Sehen Freunde von mir übrigens ganz anders: Ich kenne mindestens zehn Leute, die es entweder schon mal auf dem Uni-Klo getrieben haben oder von der Vorstellung zumindest angeturnt sind.

Der Verdacht liegt nahe, dass es hier eher um die weibliche Sexualität geht: Scheint einige zu stören, dass Frauen masturbieren, genauso wie sich Männer einen runterholen. Alle, die nun geschockt sind, sollten sich wieder entspannen: Nur weil die masturbierende Frau jahrelang ein Tabu war, war sie dennoch existent.

Ich gehe da ganz mit "Sex and the City"-Aufreißerin Samantha Jones und schreie hiermit laut: Jaaa! Ich habe Seeex! Und ich kann jedem nur empfehlen, auch welchen zu haben – gerne auch einfach mal mit sich selbst.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Wenn ich morgens schlechte Laune habe, dann masturbiere ich. Auch wenn mir langweilig ist oder ich gerade einfach Bock habe. Und soll ich euch etwas sagen? Es macht Spaß und ist wichtig. Denn: Wer sich selbst und seine Vorlieben nicht kennt, kann dieses Wissen auch nicht von einem möglichen Partner erwarten. Deshalb finde ich es auch überhaupt nicht verwerflich, wenn solche Workshops angeboten werden. Das sehen die Kritiker dieses Workshops ganz anders. Der CDU-nahe RCDS Vertreter Philip Schütze sagte zur lokalen Zeitung, dass es keinen wissenschaftlichen und seriösen Ansatz und keine offene Diskussion zum Macht- und Geschlechterverhältnis bei so einem Workshop geben würde.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Ich möchte milde lächeln und Schütze empfehlen, doch noch mal nachzuschlagen, was Sexualität, Macht und Unterdrückung eigentlich bedeuten, wie das eigentlich mit der Wissenschaft zusammenhängt. Warum muss denn Sexualität immer noch den Stempel der tabuisierten Schmuddeligkeit aufgedrückt bekommen? Warum darf Sex als Praxis denn nicht endlich in den seriösen Räumen der Wissenschaft Gegenstand sein?

Orgasmen können die Gesellschaft verändern

Willkommen im 21. Jahrhundert, lieber Schütze! Es ist eindeutig: Natürlich hat das Sexuelle Selbstbewusstsein einer Frau einen seriösen und wissenschaftlichen Ansatz. Besser können Frauen doch gar nicht lernen, sie selbst zu sein. Auch gesellschaftlich hat ein Orgasmus weit mehr zu bedeuten, als allgemein bekannt.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Das Sexuelle Selbstbewusstsein einer Frau hat auch Auswirkungen auf das allgemeine Selbstbewusstsein. Wenn Frauen häufiger auf ihre Bedürfnisse hören, was man ja beim Sex am allerleichtesten zumindest mal ausprobieren kann, kann sich auch auf das allgemeine Leben auswirken. Praktisches Beispiel: Ich weiß, dass ich es beim Sex auch gerne mal etwas härter habe, das weiß ich, weil ich mich selbst erkundet habe. Ich habe gelernt, dass meine Bedürfnisse wichtig sind und ich diese offen einfordern kann.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Deshalb habe ich auch kein Problem meinem Vorgesetzten zu sagen, dass ich es unfair finde, wenn mein Arbeitskollege bevorzugt wird. Warum ist das so? Weil ich mein Sexuelles Selbstbewusstsein auf mein allgemeines übertragen kann. Ich bin meiner Selbst sexuell und gesellschaftlich bewusst.

Deshalb kann ich allen Kritikern nur raten, selbst mal wieder Hand anzulegen. Denn eines kann Solosex auf jeden Fall .... entspannen!

  • Quelle:
  • Noizz.de