Nein, es geht hier nicht um Sex.

Rollenspiele sind oft verschrien als eigenwillig, nerdig und ziemlich bizarr. Der Autor Andreas Michels sieht das ganz anders. Er hat in einem Buch 111 Gründe aufgeschrieben, warum man Rollenspiel lieben muss.

111 Gründe, Rollenspiel zu lieben
Foto: / Scharzkopf & Schwarzkopf

NOIZZ hat für euch die besten 11 ausgesucht:

Das liegt daran, dass Rollenspiele sich oft über Stunden hinziehen. Da muss so ein kleiner Snack zwischendurch mal sein. Energydrink-Anbieter profitieren übrigens auch von Rollenspielern. Damit bleibt die Konzentration auf höchstem Niveau!

Ja, bei „Live Action Role Playing“ (kurz: LARP) darf man sich schlagen. Work-out-Faktor inklusive! Und so eine Rangelei unter Freunden macht ja auch einfach Spaß.

In eine fremde Rolle schlüpft ja (fast) jeder gerne mal. Und dann auch noch den Bösewicht zu spielen, der über das Schicksal der anderen bestimmt, hat einen gewissen Reiz. Außerdem lässt es sich einfacher zwischen dem tatsächlichen Ich und der fiktiven Rolle unterscheiden, wenn sich die Charaktere nicht ähneln.

Je länger man in der Rollenspiel-Szene aktiv ist, umso mehr Equipment sammelt sich an. Da reichen nicht nur Waffen, Schlafsack und Essen. Dann kommen auch noch Feldbett, Zelt, mehrere Kleidungssätze, Rüstungskiste, Öllampen, Hängebanner und und und dazu. Von den Lebensmitteln muss man da gar nicht erst anfangen. Fakt ist: Das muss alles irgendwie ins Auto rein. Und das geht meistens nur mit perfektionierten Tetris-Methoden.

Anstatt einfach nur von Exponat zu Exponat zu laufen, kann man sich tatsächlich in die Rolle der Römer, Ritter oder Flüchtlinge hineinversetzen. Das persönliche Erleben macht Geschichte greifbarer und verständlicher. Und vom Museumsbesuch bleibt vielleicht länger etwas hängen.

Eine Schlacht mit Dutzenden LARP-Spielern ist ein Erlebnis für sich. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung, die man einfach mal mitgemacht haben muss. Außerdem lernt man Moral und Organisation.

Hobbits mögen auf den ersten Blick naiv und nicht sonderlich spannend wirken. Aber sie bringen Vernunft in die Runde und sind einfach gute Seelen. Und: Probleme lösen und akribische Organisation sind ihr Ding. Genau deshalb kommen sie in „Pen & Paper“-Heldengruppen gerne mal vor. Hobbits wären bestimmt auch im wahren Leben beliebt.

Ein Dungeon ist ein Höhlensystem, an deren Ende irgendein Objekt der Begierde auf die Spieler wartet. Spiel, Spaß und Spannung sind garantiert. Wie beim Überraschungsei.

Sei es das Aufschreiben des Erlebten, das Zeichnen der letzten Schlacht, das Schreiben von Liedern als Rollenspielbarde oder eben das Verzieren und Bauen der eigenen Ausrüstung: Kreativität ist unter Rollenspielern weit verbreitet.

Nein, Rollenspiele sind nicht nur etwas für Nerds. Sie sind etwas für Jung und Alt, für Frau und Mann, für jedes Mitglied der Gesellschaft. Es kommen Menschen zusammen, die sich im wahren Leben nie getroffen hätten und deren Kontakte eine echte Bereicherung sein können.

Jeder von uns hat als Kind schon mal den Ritter gespielt, den Räuber, die Prinzessin oder Spiderman. Ein Rollenspiel ist nichts Anderes. Wir alle haben es schon mal getan.

[Aus „111 Gründe, Rollenspiel zu lieben – Eine Hommage an Würfel, Schwert und Raumanzug“ von Andreas Michels, erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag]

Quelle: Noizz.de