Liegt es an der Klimaerwärmung?

Kalifornien brennt – ein Ende ist nicht absehbar.

Im Herbst ist die Waldbrandgefahr im US-Bundesstaat immer besonders hoch, doch so schlimm, wie die Lage aktuell ist, war sie noch nie: Zehntausende Kilometer Land sind zerstört, ganze Ortschaften liegen in Schutt und Asche.

Die Zahl der Todesopfer ist auf 48 gestiegen. Und immer noch werden viele Menschen vermisst.

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Eine Naturkatastrophe von immensen Ausmaß – doch wie kam es zu dem furchtbaren Szenario? Wir haben die wichtigsten Fakten für euch zusammengefasst:

Wie entstehen die Waldbrände in Kalifornien?

Dürre: Das Hauptproblem des „Sunny States“: So schön der Dauer-Sonnenschein ist – die heißen, trockenen Sommermonate sorgen für Dürre und lassen die Böden und die Vegetation extrem austrocknen. Dann genügt schon ein Funke, um einen sogenannten Vegetationsbrand auszulösen – etwa ein noch glimmender Zigarettenstummel, Glasscherben, die die als Brennglas funktionieren, achtlos ausgetretene Grillfeuer oder ein Blitzeinschlag.

Vegetation: Im Vergleich zu anderen trockenen US-Staaten, wie beispielsweise Arizona, ist Kalifornien reich an Vegetation. Und die dient als optimaler Brennstoff für die Flammen.

Wüsten-Wind: Dazu kommen die trocken-heißen „Santa-Ana"-Wüstenwinde, die von den Hochplateaus Nevadas aus dem Landesinneren zum Ozean strömen und die eh schon trockenen Wälder noch mehr austrocknen.

Ist das Feuer ausgebrochen, helfen die Winde, die Glut weiter zu verbreiten und somit neue Brandherde zu erzeugen – ein Dominoeffekt.

Warum ist es dieses Jahr besonders schlimm?

Um die aktuelle Lage zu verstehen, muss man einige Monate zurückblicken: auf die starken Regenfälle im vergangenen Winter. Die hatte Bäume, Sträucher und Gräser wachsen und gedeihen lassen – eine riesige Pflanzenmenge, die im heißen Sommer verdorrte und zum riskanten Brennstoff wurde.

Normalerweise wird die Lage durch herbstlichen Regen wieder entschärft – der die vertrocknete Flora wieder mit Wasser versorgt. Doch dieses Jahr war dem nicht der Fall – der Regen kam zu spät und viel zu schwach.

Optimale Rahmenbedingungen für einen großflächigen Brand.

Wie sehen die Zukunftsprognosen aus?

Auch wenn der US-Präsident nichts von der These hält und auf Twitter lieber das „schlechte Forstmanagement“ verantwortlich macht: Der Klimawandel ist für viele die Hauptursache für die schweren Brände. Jerry Brown, Gouverneur Kaliforniens, spricht von „abnormalen Wetterextremen“, zahlreiche Wissenschaftler sehen die steigenden Temperaturen und ausbleibenden Regenfälle als Ergebnis der globalen Erwärmung.

Glaubt man den Klimaprognosen, wird das Waldbrandrisiko im US-Westküstenstaat weiter steigen – und das Feuer in noch verschärften Ausmaßen zuschlagen. Schon jetzt brennen im Norden Kaliforniens Wälder, die bisher eigentlich immer verschont geblieben waren – ein Zeichen, dass die Zerstörungskraft und das Ausmaß der Brände in Zukunft noch weiter zunehmen könnte.

Vergleicht man die seit 1932 dokumentierten Waldbrände miteinander, zeichnen diese einen gruseligen Zukunftstrend: Neun der zehn größten Brände fanden seit dem Jahr 2000 statt, berichtet die „New York Times“.

Quelle: Noizz.de