Hör auf zu jammern oder hol dir ein Klapphandy!

Letztens haben wir in einer WhatsApp-Gruppe über unsere Smartphone-Nutzung diskutiert. Wir schreiben echt immer miteinander und wissen 24/7, was die anderen gerade machen. Eine weniger aktive Person meinte zu uns: „Ich denke gerade an eine Gruppe fetter Menschen, die diskutieren, ob sie abnehmen sollten. Und ihr seid wirklich die fettesten Menschen, die ich kenne.“ Das trifft mein eigenes Nutzerverhalten eigentlich ziemlich gut.

Internetzugang ist für mich definitiv Voraussetzung für Wohlbefinden. Ich gucke mindestens alle zwei Minuten auf mein iPhone, und wenn ich irgendwo keinen Empfang habe, geht es mir wirklich richtig schlecht. Irgendwo habe ich mal „Digitales Heroin“ gelesen – eigentlich keine schlechte Beschreibung.

Nur weil du Instagram deinstallierst, bist du noch nicht cool

Ich kann also durchaus nachvollziehen, wenn sich Menschen Sorgen machen, dass „echtes“ soziales Kapital verloren geht. Aber bitte, bitte fühl dich mit deinen 20 Jahren nicht so cool, weil du dein Instagram zum zehnten Mal für eine Woche deaktivierst und davon redest, wie du mit 13 noch „mit Barbies gespielt hast und auf Bäume geklettert bist“.

Die Gesellschaft hat eine neue Realität gefunden, und sie ist aufregend, vielseitig und spannend. Durch Social Media entstehen so viele neue Ebenen, in denen wir schweben, die Welt wird größer und kleiner zugleich.

Vielleicht solltest du aufhören, diese Entwicklung zu haten, sondern sie als eine neue, gleichwertige Ebene von Kommunikation ansehen, denn sie wird sowieso immer größer, und du kannst sie nicht anhalten. Wenn du dein Smartphone nur nutzt, um zu Hause zu hängen, ist das dein Problem, aber wie kannst du die tausenden Vorteile so ignorant ausblenden?

Das Internet vereinsamt nicht

Das Internet schafft Raum für neue Arten der Beziehung. Personen, denen es durch die unterschiedlichsten Faktoren wie geografischer Distanz und Krankheit verwehrt blieb, haben nun die Möglichkeit, Nähe zu empfinden. Internet vereinsamt nicht.

Statt Videos wie „Look Up“ von Gary Turk mit Aussagen wie „When you’re too busy looking down, you don’t see the chances you miss.“ zu teilen und über die neue Generation zu meckern, solltest du lieber lernen, wie du dein Smartphone richtig nutzt.

In Relation zu den Millionen Menschen, die ihr großes Glück im Internet gefunden haben oder egal auf welche Art und Weise tagtäglich davon profitieren, ist der Anteil derer, die es durch ihr Smartphone verpasst haben, extrem gering. Du kannst ja mal für ein paar Wochen ins Ausland gehen und jeden Abend überlegen, in welchen Momenten dir dein Smartphone richtig geholfen hat.

Hört auf unserer Generation rumzumeckern

Nur um jetzt mal die offensichtlichsten Vorteile aufzuzählen: Ob Navi, nach Hause skypen, die besten Spots raussuchen oder mit den neuen Kontakten kommunizieren – dein Backpack und deine Gedanken wären um einiges schwerer, wenn du noch Kamera, Karte, Dictionary, Flugtickets etc. mitschleppen müsstest. Smartphone erleichtert, befreit, macht spontan.

Also: Wenn du kein Smartphone haben willst und brauchst – kein Problem, dann kauf dir ein Klapphandy. Aber hör auf, ständig an unserer Generation rumzumeckern und langweilige „Früher war alles besser“-Anekdoten rauszuhauen – das nervt einfach nur noch.

Quelle: Noizz.de