Der deutsche Discounter erobert den amerikanischen Markt.

Für uns Deutsche ist Aldi eine Assoziation aus Pfandflaschen, No-Name-Artikeln auf Holzpaletten und blauweißen Plastiktüten. Diese Merkmale machten den Discount-Riesen zu einem der bekanntesten Länden in Deutschland. Eigentlich ist Aldi demnach das Gegenteil dessen, was Kunden in normalen amerikanischen Supermärkten erwartet.

Der Null-Service-Gedanke des Discounters wurde konsequent in die USA importiert: Pfand für den Einkaufswagen, die Einkaufstüten sind nicht gratis und Kreditkarten werden nicht angenommen. Bezahlt wird bar oder mit einer Debit Card, vergleichbar mit der deutschen EC-Karte. Das Konzept geht auf: Heute hat Aldi 1.700 Läden in den USA und will bis 2022 noch 800 weitere eröffnen.

Die Aldi-Filiale in den USA gehören zu Aldi-Süd Foto: Catherine Rochereul / Howtoguide.org

Woher kommt der Erfolg?

Bereits seit 1976 brachte die deutsche Kette ihr Konzept in die USA. Wer hätte das gedacht? Einen ersten Hinweis auf die Beliebtheit von Aldi liefert der Prospekt mit den Sparangeboten der Woche. Unter "German Week", der "Deutschen Woche", gibt es beispielsweise ein Glas Rotkohl für 1,69 Dollar, ein Schaukelstuhl für 24,99 Dollar oder eine Tiefkühl-Donauwelle für 3,49 Dollar.

Auch die Prospekte mit Sparangeboten gibt es in den USA. In diesem Angebot werben sie mit typisch deutschen Produkten Foto: Catherine Rochereul / Howtoguide.org

Amanda Reeder, Studentin aus Brandermill in Virginia, geht gerne zu Aldi, weil sie große Mengen zu einem kleinen Preis bekommen kann. Sie stellt ein Problem bei den anderen Supermärkten fest: "In amerikanischen Läden gibt es zu viele Auswahlmöglichkeiten. Die einfachsten Lebensmittel gibt es in drei oder vier verschiedenen Variationen. Orangensaft zum Beispiel gibt es mit extra Vitamin C, mit Calcium, mit oder ohne Fruchtfleich. Beim Aldi gibt es nur wenig Auswahl und man wird nicht von Angeboten überschlagen."

Die Amis feiern also vor allem die niedrigen Preise bei Aldi!

Das kann auch Catherine Rochereul feststellen. Sie lebt in Washington, D.C. und ist 2013 von Frankreich in den USA gezogen. Auf ihrem Blog "The Cross Border Blog" teilt sie ihr Wissen über kulturelle Unterschiede in Europa und den USA. Für sie ist das Erfolgsrezept von Aldi in den USA ganz einfach: "Hohe Qualität zu kleinen Preisen. Im Vergleich zu anderen 'Billig-Läden' sind Produkte bei Aldi hervorragend. Die Läden sind klar strukturiert, nicht überfüllt. Die Gänge sind breit, man kommt leicht durch. Das hat sich herumgesprochen und wird auch über das Internet propagiert."

Null-Service-Gedanke: Keine kostenlose Tüten und bereitstehende Einpacker findet man in den Aldi-Läden in den USA Foto: Catherine Rochereul / Howtoguide.org
Aldi verkauft viele Eigenmarken, derer Qualität mit Markenprodukten mithält Foto: Catherine Rochereul / Howtoguide.org

Eigene Instagram-Seite für Aldi Sonnenuntergänge

Der Hype um Aldi geht sogar so weit, dass einige User eine eigene Instagram-Seite erstellt haben. Die perfekte Sonnenuntergänge auf den Parkplatz des Discounters werden dort von Usern gepostet. Über 4.000 Follower hat die Seite bereits!

Quelle: Noizz.de