Mehr Sex haben Tinder-User definitiv nicht!

Wenn wir ganz ehrlich sind, dann hat Tinder einen ganz bestimmten Ruf: Wer nach einem Sex-Date sucht, wird bei Tinder fündig. Die Anmeldung geht schnell und unkompliziert. Ein paar sexy Fotos von sich rausgekramt (das sind by the way nicht die mit den Snapchat-Filtern oder die Spiegelfotos im Fitness-Studio) und ein lustiger Spruch in der Bio müssen reichen, um innerhalb von einer Stunde ein Date für ein heißes Sex-Abenteuer klar zu machen! Pff, denkste!

In einer neuen Studie kam jetzt heraus: Tinder ist längst nicht mehr das, was es mal war. Die Wissenschaftler der norwegischen University of Science and Technology (NTNU) haben mehr als 600 Studenten, im Alter von 19 bis 29 Jahren, zu ihrer Nutzung von Dating-Apps und ihrem Sexleben befragt. Das Ergebnis: Viele Tinder-User sind zwar auf der Suche nach einem heißen, kurzzeitigen Sex-Abenteuer, in Wirklichkeit landen sie aber selten mit einem anderen User in der Kiste.

Dabei gab fast die Hälfte der 641 Befragten an, dass sie bei einer „bildbasierten mobilen Dating-App“ (also Tinder, Lovoo, Bumble und Co.) angemeldet sei. Einer von fünf Befragten gab außerdem an, dass er die App aktiv nutze. Die Befragten, die bei Tinder angemeldet waren, hatten eine große Gemeinsamkeit – ein hohes Interesse an Sex abseits einer klassischen Beziehung. Einfach ausgedrückt: Tinder-User sind horny as fuck!

Soziosexualität auf einem hohen Level

Das erklären die Wissenschaftler mit einem hohen Level an „soziosexueller Orientierung“. In einem Interview mit der „Welt“ definierte die New Yorker Psychologin Dr. Zhana Vrangalova Soziosexualität als eine Art Charaktereigenschaft.

Menschen, die gegenüber Sex-Dates ohne Folgen offen sind, haben eine hohe soziosexuelle Orientierung, sie gehen mit Sex lockerer und ungezwungener um, Gefühle müssen beim Sex keine Rolle spielen.

Menschen mit einer niedrigen Soziosexuellen Orientierung legen mehr Wert auf emotionale Nähe und Engagement des Partners, bevor sie eine romantische und sexuelle Beziehung eingehen. Bei einer ungefähr gleichen Anzahl an Frauen und Männern wurden eine hohe soziosexuelle Orientierung identifiziert – diese Teilnehmer waren gleichzeitig auch viel aktiver bei Tinder.

Mehr Sex gibt's trotzdem nicht!

Trotzdem haben Dating-App-User nicht mehr One-Night-Stands als andere, die ebenfalls auf kurzzeitige Sexabteuer abfahren, heißt es in einem Statement von einem NTNU-Wissenschaftler. Das erklärten die Wissenschaftler damit, dass sich zwar der Ort für die Beutejagd nach einem sexy Abenteuer geändert habe, allerdings nicht die Erfolgsquote. Tinder ist nur ein Ersatz für das klassische Kennenlernen beispielsweise in einer Bar oder in einem Club. Und jetzt mal ganz ehrlich: Bei wem klappt es schon jedes Mal, wenn er versucht jemanden in einer Bar abzuschleppen? Das Gleiche gilt für die Nutzung der Dating-App.

Frauen und Männer schauen sich Profile anders an

Die Studie liefert aber auch weitere Ergebnisse rund ums Thema Online-Dating. Frauen und Männer nutzen die Apps ganz unterschiedlich. Nutzerinnen verbringen deutlich mehr Zeit mit jedem einzelnen Profil. Alle Angaben werden genau gescannt: Wo arbeitet der Typ? Wie weit ist er entfernt? Wie sehen seine Fotos aus? Wer ist auf den Fotos mit drauf? Was steht in seiner Profil-Biografie? All das sind wichtige Informationen, die über das Wischen nach rechts oder links entscheiden. Männer gehen da etwas effizienter vor, heißt es in der Studie. Sie treffen schneller Entscheidungen ... oder sind einfach weniger wählerisch!

Tindern ist wie ein Game

Dass am Ende einer langen Tinder-Nacht nicht immer ein Sex-Date rausspringt, sorgt bei den Nutzern allerdings nicht für weniger Spaß. Laut der Studie gaben die Befragten an, dass sie die App vor allem auch für pures Entertainment nutzten. Schließlich warten dort die verrücktesten Anfragen auf einen: Vom Armdrück-Wettbewerb über Sklaven-Dienste, bis hin zu überzeugenden Power-Point-Präsentationen. Es kann schon sehr lustig sein, sich an einen Sonntag-Abend mit einem Glas Wein in der Hand bei Tinder rumzutreiben und einfach mal zu gucken, was passiert.

Wer gerade eh nichts zu tun hat, greift gerne mal zur Dating-App, anstatt zum längst ausgelutschten Candy-Crush – der Funfaktor ist ähnlich, auch wenn man gar keine ernsten Absichten hat jemanden abzuschleppen.

Quelle: Noizz.de