Die Tinte unter ihrer Haut schützte sie vor Übergriffen.

Im Zweiten Weltkrieg entführten japanische Soldaten Tausende Frauen als Sexsklavinnen, als ihre Armee Südostasien besetzte. Auf der Insel Timor fanden die lokalen Frauen jedoch heraus, wie sie überleben können, ohne verschleppt zu werden. Die Lösung war Tattoos!

Denn tätowierte Frauen galten damals als „vergeben“ oder verheiratet. Ein Tabu für die Japaner, die aus Tradition Respekt vor der Ehe haben und sich deshalb aus einer Art „Ehrenkodex“ nicht an der Frau eines anderen vergreifen würden. Der Plan funktionierte. Japanische Soldaten mieden die tätowierten Frauen von Timor. Die Frauen konnten das dunkle Schicksal vermeiden, zu dem historischen Schätzungen zufolge Hunderttausende andere gezwungen wurden.

Eine der Frauen, die durch diese Strategie ihr Leben rettete, ist Mariana Hoar. Die alte Dame erinnert sich gegenüber „Broadly“: „Bevor die Soldaten hier ankamen, hatten wir uns schon tätowiert, damit sie dachten, wir hätten alle Ehemänner.“ Dafür nahmen die noch jungen Frauen auch die Schmerzen in Kauf. „Es tat so weh, es blutete so stark.“

Heute sind nur noch acht Frauen am Leben, die diese Tattoos tragen. Sie haben bereits ihre Ehemänner und ihre Tätowierer überlebt. Doch die spezielle Tradition wird vermutlich mit ihnen sterben. Denn ihre Töchter verbinden mit der Körperkunst Unterdrückung und sexuelle Ausbeutung, meiden deshalb die Nadel. Sie heiraten, ohne sich deshalb Schmerzen zuzumuten. Florentina Rika hält das nicht für einen Fortschritt: „Es macht uns traurig. Wir vermissen diese Tattoos. Tradition muss bewahrt werden. Sie bestehen, seitdem wir geboren wurden.“

Quelle: Noizz.de