Eine Million Deutsche leben vegan – da muss der eine oder andere doch auch hinter Gittern sitzen.

51.600 Menschen sitzen derzeit in deutschen Gefängnissen – unter ihnen Pädophile und Vergewaltiger, Mörder, Drogendealer und Steuerhinterzieher. Trotzdem sind diese Verbrecher Menschen, deren Leben im Knast auf den Kopf gestellt wird. Neben ganz offensichtlichen Abzügen des Lebenskomforts wie Internet, beliebige soziale Kontakte und uneingeschränkte Privatsphäre stellt sich die brennende Frage: Was passiert eigentlich mit Veganern, wenn Sie hinter Gitter kommen?

Fast eine Million Menschen leben in Deutschland vegan, Tendenz steigend. Laut dem veganen Blog "Proveg" entscheiden sich tagtäglich bis zu 200 Leute mehr dazu, sich ausschließlich pflanzlich zu ernähren. Doch wie sieht es für diese Leute hinter Gittern aus? Kann man sich dort überhaupt vegan ernähren? Ist die Entscheidung, vegan zu leben, schon so akzeptiert in der Gesellschaft, dass auch Justizvollzugsanstalten darauf Rücksicht nehmen?

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Kurz und knapp: nein.

Michael Reis, stellvertretender Pressesprecher für die Senatsverwaltung für für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung Berlin, verrät uns, was du im Knast für Anforderungen an dein Essen stellen kannst – und was nicht.

Die groben Eckdaten:

Als Insasse bekommst du drei Mahlzeiten am Tag, die insgesamt unter acht Euro kosten. Du kannst angeben, kein Schwein zu essen oder allgemein kein Fleisch. Wenn dir ein Arzt zum Beispiel Diabetes oder eine Unverträglichkeit nachweisen kann, dann hast du auch einen Anspruch auf besondere Diätkost.

Laut dem Strafvollzugsgesetz muss ein Gefängnis seinen Insassen sogar ermöglichen, sich vegetarisch zu ernähren. Doch da hören die Extrawünsche dann auch auf.

Veganes Essen wird den Inhaftierten nicht angeboten. Laut Michael Reis kann "kein ausreichender Nahrungsausgleich sichergestellt werden". Vegane Inhaftierte gehen allem Anschein nach an der Essensausgabe also leer aus.

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Schade, eigentlich.

Denn vegane Ernährung ist nicht nur aus moralischen, sondern auch aus Umweltgründen eine gute Alternative zum Fleischessen. Die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion ist nachweislich einer der Hauptursachen des Klimawandels. Wie wäre es also stattdessen damit: Inhaftierte sollten in Zukunft ausschließlich vegan ernährt werden. Gut für die Gesundheit, gut fürs Klima, keiner wird aufgrund seiner Religion anders behandelt und jedes Jahr können entlassene Inhaftierte die Welt als neugewordene Veganer bekehren. Um Nicht-Veganer Peter Fox zu zitieren: "Wenn ich so daran denke, kann ich’s eigentlich kaum erwarten."

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  • Quelle:
  • Noizz.de