Gen Z-Girls haben es einfach drauf.

"Ich habe den ganzen Tag versucht, mit dir darüber zu reden und du hörst mir nicht zu. Ich sage die Wahrheit. Ich sage dir das alles und du vertraust mir immer noch nicht." Das sind nicht etwa die Lyrics eines neuen Drake-Songs, sondern die Worte aus der Voicemail von einem Ex-Freund, der seine Partnerin betrogen hat. In einem TikTok-Video, das jetzt auf Twitter viral ging, sieht man genau diese betrogene Ex-Freundin, die Amerikanerin Bella Dorlando, mit unberührtem Gesichtsausdruck zu der Sprachnachrichten tanzen.

Der Clip mit der Überschrift: "Erster Tag des Tanzens zu den Voicemails von meinem betrügerischen Ex-Freund" scheint einen Nerv getroffen zu haben. Alleine auf Twitter wurde er inzwischen über eine Million mal geklickt, und hat viele Nachahmerinnen dazu inspiriert, die Voicemails ihrer toxischen Ex-Freunde ebenfalls wie fette Dancebeats zu behandeln und die Moves dazu auf TikTok zu veröffentlichen.

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Man sieht beispielsweise ein Mädchen zu der Aufnahme ihres Ex-Freundes tanzen, in der er sie anschreit, weil sie Leggins in der Schule getragen hat. Eine andere TikTok-Nutzerin tanzt zu YMCA, während im Hintergrund ein Screenshot einer nicht gerade freundlichen Konversation mit ihrem Ex zusehen ist: "Du bist zum Kotzen!" Eine weitere Frau macht den "Whip Nae Nae" während eine aggressive, männliche Stimme im Hintergrund zu hören ist: "Du bist Dreck. Ich hoffe, du weißt das. Und ich hoffe, irgendwann verstehst du es endlich. Und schaffst es, kein Stück Dreck zu sein."

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Die Videos sind gleichzeitig unterhaltsam und unangenehm: Das Verhalten der Ex-Freunde schockiert, doch im Kontrast dazu steht, wie sich die Frauen, viele davon erst um die 18 Jahre alt, mit den Videos wehren und die manipulativen Typen an den Pranger stellen. Die TikTok-Nutzerin Tenley schlägt einen ernsteren Ton an. In ihrem Video erzählt sie von dem psychisch-gewaltvollen Ex-Freund, will damit anderen Frauen helfen und vor ersten Warnzeichen warnen: "Es gibt hauptsächlich drei Dinge, denen ich mehr Aufmerksamkeit hätte schenken sollen, nämlich Isolation, Manipulation und übertriebene Anhänglichkeit."

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"Missbrauchende Kerle haben das Bedürfnis, dich zu kontrollieren. Sie wollen wissen, wo du jede Sekunde des Tages bist, was du tust – du musst ihnen ständig schreiben, sonst werden sie ausflippen", fährt sie fort. "Diese Typen wollen, dass du isoliert bist. Sie mögen es nicht, wenn du mit deinen Freunden zusammen bist, oder sogar mit deiner Familie, weil sie wollen, dass du dich von allen anderen distanzierst. Also sind sie die einzige Person, der du dich nahe fühlst und auf die du dich stützen kannst – was dich so verletzlich macht. Schließlich werden sie dich dazu bringen, zu denken, dass alles deine Schuld ist, selbst wenn sie es vermasseln."

Die schlechten Erfahrungen in lustigen Videos verarbeiten, damit sich selbst und andere Betroffene bestärken und mehr Aufmerksamkeit für die Problematiken rund um toxische Maskulinität schaffen: die Resilienz der jungen Frauen und der Einsatz der Gen Z für soziale Veränderung ist bewundernswert.

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  • Quelle:
  • Noizz.de