So wundervoll trashig, wie es sich anhört, wird das Ganze leider nicht.

In meinen Augen leuchten pinke Neonherzchen auf, als ich davon höre, dass NOCH IN DIESEM JAHR ein Format über die britischen Mattscheiben flimmern wird, in dem sich bisexuelle Singles ins gefilmte Liebeschaos stürzen. Ich meine, wir sind uns einig: Es gibt mittlerweile mehr als genug Hetero-Datingshows.

Alleine in Deutschland sind es „Der Bachelor“, „Die Bachelorette“, „Bachelor in Paradise“, „Bauer sucht Frau“, „Adam sucht Eva“, „Take me out“, „Schwiegertochter gesucht“, „Naked Attraction“ und „Kiss Bang Love“.

Keine Frage: Diese bunte Mischung befriedigt die Lust nach liebeslastigem Trash-TV zur Genüge. Und trotzdem: Gesellschaftlich repräsentativ ist die Ansammlung an schrecklich-schönen Dating-TV-Erfahrung am Ende einfach nicht. Wo bleibt hier die Diversity?

Deshalb – großartige Neuigkeiten: E! bringt in Großbritannien und Irland mit „The Bi Life“ eine Sendung an den Start, in der es endlich nicht mehr nur darum geht, dass ein vermeintlicher Immobilienmakler von 20 Möchtegern-Influencerinnen angehimmelt wird oder ein Haufen Männer sich episodenweise fragt, weshalb sie sich - ganz „urinstinkt-untypisch“ - im Rudel auf die Jagd nach einer Frau begeben haben.

Eine Bi-Show könnte das Liebeschaos der Entscheidungsnacht endlich perfekt machen! Hormone, sexuelle Neigungen und Auswahlmöglichkeiten, soweit das Auge reicht – aber ganz so, wie ich mir das ausmale, wird es wohl nicht passieren ...

Die zehnteilige Show „The Bi Life“ scheint eher einen dokumentarischen Ansatz zu verfolgen, als den einer waschechten Datingsendung, und das obwohl sie als solche angepriesen wird. Das von NBCUniversal International Networks produzierte Stück TV zeigt eine Gruppe bisexueller, pansexueller und sexuell noch nicht festgelegter, britischer Singles, die gemeinsam nach Barcelona geflogen werden.

Sie werden zusammenleben, feiern und sich gegenseitig dabei helfen, den harten Weg des Datings zu beschreiten“, heißt es von E!. Für einige bedeute das, überhaupt erst einmal herauszufinden, wer sie wirklich sind. Das hört sich doch mehr nach „The Real World“ als nach „Der Bachelor“ an. Hashtag Schade.

Mein Verlangen nach einer bisexuell angehauchten Datingshow kommt nicht von ungefähr: Im Jahr 2008 bereicherte MTV meine außerschulischen Aktivitäten mit der zweiten Staffel „A Shot at Love with Tila Tequila“. In der Sendung bemühten sich sowohl Männer als auch Frauen um die Gunst der späteren Pornodarstellerin Tila.

Allerdings ließ die US-Amerikanerin vergangenen Mai die Blase meiner schönen Erinnerungen an das bisexuelle TV-Spektakel platzen. Auf ihrem YouTube-Kanal gab sie preis: Sie war nie bi oder homosexuell veranlagt. Alles nur Show.

Wie sehr „The Bi Life“ am Reallife kratzt oder doch nur Show ist, wird sich zeigen. Die Vorfreude ist groß, auch ohne wöchentliche Rosennächte oder Dreamdates.

Die Sendung befindet sich aktuell im Dreh. Ende September soll sie im Kasten sein, im Oktober wird ausgestrahlt. Die Moderation übernimmt der australische Drag-Queen-Star Courtney Act (mit bürgerlichem Namen Shane Jenek), der 2018 „Celebrity Big Brother“ gewann und 2014 an „RuPaul's Drag Race“ teilnahm.

Quelle: Noizz.de